Nachlese: Gutes Essen für alle! Nachhaltige Ernährungskompetenz durch Stadtteilarbeit fördern

GUT und günstig essen LEBENSMITTEL - ERNÄHRUNG - STADTLANDWIRTSCHAFT Naturvermittlung in der Stadt Veranstaltungen

Ernährung ist eine wesentliche Säule der Gesundheitsvorsorge und ein wichtiger Hebel für nachhaltige Entwicklung. Die Wiener Hilfswerk Nachbarschaftszentren haben daher gemeinsam mit dem Ökosozialen Forum Wien Anfang April eine Fachveranstaltung zum diesem wichtigen Thema organisiert. Anhand fachlicher Inputs wurde diskutiert, wie ein möglichst niederschwelliger Zugang zu gesundheits- und nachhaltigkeits-bezogenem Ernährungswissen im Rahmen der Stadtteilarbeit vermittelt und ein gesunder und nachhaltiger Ernährungsstil in der Bevölkerung gefördert werden kann.

Wichtige thematische Orientierungsrahmen stellen die Wiener Gesundheitsziele sowie der Wiener Lebensmittelaktionsplan "Wien isst G.U.T."  dar.

ImageImage

Image

Eröffnung: 

Mag.a Jenny Reuter Leiterin des Nachbarschaftszentrums 3

... eröffnete die Veranstaltung als Organisatorin und Vertreterin der Hilfswerk Nachbarschaftszentren. Sie unterstrich die Bedeutung von Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit in den Aktivitäten der Zentren und setzte die Veranstaltung Kontext zum neuen Projekt "Klimafreund*in" der Nachbarschaftszentren.


Image

Begrüßung: 

GRin Mag.a Nina Abrahamczik Vorsitzende Gemeinderatsausschuss Klima, Umwelt, Demokratie und Personal und Beirätin der Hilfswerk Nachbarschaftszentren

... betonte den Stellenwert der Themen Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit im Rahmen der Strategien, Programme und Initiativen der Stadt Wien und wies auf die Bedeutung hin, die der Stadtteilarbeit in der Vermittlung dieser Themen zukommt.


Image

Begrüßung:

DI Eva-Maria Persy, MBA, MSc – Vizepräsidentin des Ökosozialen Forums Wien, Wiener Tierschutzombudsfrau

... unterstrich die Zusammenhänge von Tierwohl mit Gesundheit und Nachhaltigkeit und wies anhand des Beispiels der Einkaufsratgeber für Geflügel, Schweinefleisch und Milch darauf hin, wie beim eigenen Einkauf gezielt Produkte mit hohen Tierwohlstandards ausgewählt werden können.


Image

Vortrag:

Dipl.-Ing. Thomas Mosor, Stadt Wien - Umweltschutz, Koordinator des Wiener Lebensmittelaktionsplans

... stellte in seinem Vortrag den Lebensmittelaktionsplan der Stadt Wien "Wien isst G.U.T.!" vor und erläuterte dessen Ziele und Handlungsfelder.

Vortragsfolien

"G.U.T." steht für G - esund und Genussvoll, U - mwelt- und klimafreundlich, T - Tierfair


Image

Vortrag:

Mag.a Kordula Stephan, DGKP - Wiener Hilfswerk Nachbarschaftszentren - Fachkoordination DGKP und Gesundheitsberatung

... stellte die Aktivitäten zur Gesundheitsförderung in der Stadtteilarbeit der Hilfswerk Nachbarschaftszentren vor und arbeitete mit einem Fokus auf gesunde Ernährung deren Erfolgsfaktoren heraus.

Vortragsfolien


Image

Vortrag:

Daniela Bergthaler, MSc - Diäologin und Ernährungswissenschafterin

... arbeitete in ihrem Vortrag heraus, was eine G.U.T.e Ernährung ausmacht und wie sich die Empfehlungen und Prinzipien des Lebensmittelaktionsplans im Rahmen einer nachhaltig gesunden Ernährungsumstellung für den Alltag umlegen lassen.

Vortragsfolien


Image

Im Rahmen des Vortrags von Daniela Bergthaler wurde auch die Broschüre "G.U.T. und günstig essen" des Ökosozialen Forums Wien vorab präsentiert. Diese beinhaltet die wichtigsten Informationen darüber, wie gesunde und nachhaltige Ernährung im Alltag umgesetzt werden kann und übersetzt damit die Prinzipien des Wiener Lebensmittelaktionsplans in alltagstaugliche Empfehlungen.

Erhältlich als Druckversion in allen Nachbarschaftszentren sowie als pdf.

Zur Broschüre (Erscheinungstermin: Ende Mai 2022)


Ideen- und Beispielsammlung

In einer interaktiven Phase tauschten sich die Teilnehmer:innen in Kleingruppen über Initiativen und Ansatzpunkte zur Vermittlung von Ernährungsbezogenem Wissen und Ernährungskompetenzen in der Stadtteilarbeit aus. Entstanden ist eine Sammlung an Ideen, Orten, Beispielen uvm.

In der Diskussion haben die Teilnehmer:innen hervorgehoben, dass es wichtig ist, dass...

  • auch Menschen mit geringeneren Einkommen guten Zugang zu Obst und Gemüse haben (beispielsweise über FAIRteiler und Sozialmärkte)
  • entsprechende "Infrastruktur" wie Lastenräder, Trolleys, Bollerwägen etc. vorhanden sein müssen
  • das Wissen über gesundes Essen und entsprechende Kompetenzen gestärkt werden müssen, um die Akzeptanz und den Bedarf danach zu erhöhen
  • Alltagsverhalten wichtig ist - beispielsweise Wasser statt Softdrinks zu trinken
  • Bequemlichkeit gesundem Verhalten entgegenstehen kann
  • Aspekte wie Vertrauen (bspw. zum Arzt) und Wissen gesundes Verhalten fördern
  • Wissensvermittlung wichtig ist und Informationen möglichst gut auffindbar sein sollten
  • Angebote für gesunde Auswärtsküche vorhanden sein und erweitert werden sollten
  • Schnittstellen, Brückenfunktionen, Kommunikation und Netzwerke wichtig sind
  • Kompetenzen wie Haltbarmachen für gesunde und nachhaltige Ernährung sehr nützlich sind
  • Entsprechende Orte wie etwa Mietküchen dafür von Vorteil sind
  • Naschgärten, Selbsterntefelder, Gemeinschaftsgärten und Co zu gesunder, bewusster Ernährung beitragen
  • Eine Rückkehr zu bewusstem Essen speziell auch bei jüngeren Bevölkerungsgruppen wichtig wäre und gefördert werden sollte
  • Gesundheitlichen und Ökologische Aspekte nicht zu starken Appellcharakter haben sollten, um die Leute gut mitzunehmen - also dass sie nicht "zurückschrecken"
  • Verschiedene Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Ansätze brauchen und individuelle Motivation zu berücksichtigen ist.
  • "Ernährungslehre" & Lebensmitteldidaktische Ansätze in Kindergärten und Schulen Standard sein sollte
  • Ernährungsberatung als präventives Konzept in Österreich beispielsweise durch die ÖGK oder die Wiener Hilfswerk Nachbarschaftszentren kostenlos angeboten wird


Materialien

Didaktik & Lernaktivitäten

  • Methodensammlungen
  • Lernsettings
  • Workshops für
    • Kindergarten
    • Schule
    • außerschule Kinder- und Jugendarbeit

    Ideenschmieden und Projektwerkstätten

    Sonstiges

    • Netzwerke zum Informationsaustausch
    • Mitmachaktionen für das Drumherum - beispielsweise Herstellung von Bienenwachstüchern