13. Mai 2025
Workshops an der Polytechnische Schule Korneuburg sensibilisiert Jugendliche für
gesunde und nachhaltige Ernährung
Korneuburg. „11 Würfel Zucker – so viel steckt in einer Dose Cola.“ Diese Zahl sorgte beim
Workshop an der Polytechnischen Schule Korneuburg für staunende Gesichter. Die
Schüler:innen setzten sich in einem Workshop des Ökosozialen Forums praxisnah mit ihrer
täglichen Ernährung auseinander. Ziel war es, ihnen durch anschauliche und alltagsnahe
Beispiele ein besseres Verständnis für Inhaltsstoffe, Konsumgewohnheiten sowie die
Auswirkungen ihrer Ernährung auf Gesundheit und Umwelt zu vermitteln.
Besonders eindrücklich waren Vergleiche aus dem unmittelbaren Alltag der Schüler:innen.
So wurde der Zusammenhang zwischen Ernährung und Bewegung greifbar: Wer eine
Packung Chips isst, müsste rund eine Stunde laufen, um die aufgenommenen Kalorien
wieder zu verbrennen. Solche Beispiele sorgten für zahlreiche Aha-Momente und
verdeutlichten, wie eng Ernährung und Lebensstil miteinander verknüpft sind. Gleichzeitig
richtete sich der Blick auch auf ökologische Aspekte. Wie viele Ressourcen stecken in
unseren Lebensmitteln? Die Schüler:innen erfuhren beispielsweise, dass für eine einzelne
Avocado rund 200 Liter Wasser benötigt werden, bevor sie im Supermarkt landet.
„Uns ist wichtig, dass unsere Schüler:innen ein Bewusstsein dafür entwickeln, welchen
Einfluss Ernährung auf den eigenen Körper und auf die Umwelt hat. Gerade in interaktiven
Formaten funktioniert das besonders gut. Wenn man selbst aktiv wird, schätzt und
ausprobiert, bleibt das Gelernte nachhaltig im Gedächtnis“, betont Markus Müller, Direktor
der Polytechnischen Schule Korneuburg.
In einem weiteren Workshop lernten die Schüler:innen, was Nachhaltigkeit bedeutet und
warum bewusste Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Beim gemeinsamen Kochen erfuhren
die Jugendlichen mehr über die Herkunft von Lebensmitteln sowie deren richtige
Verarbeitung. Sie wurden motiviert selbst zu schneiden, zu kochen und zu probieren.
Gemeinsam wurde besprochen, wie Reste sinnvoll verwertet werden können und woran
man erkennt, ob Lebensmittel noch genießbar sind. So lernten die Schüler:innen
beispielsweise, Lebensmittel mit allen Sinnen zu beurteilen und zu erkennen, dass auch eine
schrumpelige Gurke oft noch problemlos genießbar ist. Gemeinsam wurden verschiedenste
Zutaten zu schmackhaften Gerichten verarbeitet. Dabei erfuhren die Jugendlichen, warum
der bewusste Einsatz regionaler und saisonaler Lebensmittel Klima und Umwelt schonen
kann. Den gelungenen Abschluss bildete die gemeinsame Verkostung der selbst
zubereiteten Speisen.
Hintergrund der Initiative ist auch die zunehmende gesundheitliche Relevanz des Themas: In
Österreich ist bereits jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen im Volksschulalter
übergewichtig oder adipös – mit steigender Tendenz, insbesondere in städtischen
Regionen. Ernährung ist nicht nur eine Frage individueller Entscheidungen, sondern auch
von sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Das Ökosoziales Forum
engagiert sich als Teil des FEAST-Konsortiums für die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser
Herausforderungen und setzt gleichzeitig konkrete Maßnahmen in der Praxis um.
Gemeinsam mit der Polytechnischen Schule Korneuburg wird daran gearbeitet, den
Schulstandort Windmühlgasse nachhaltig weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei
Angebote, die nicht nur gesund und ressourcenschonend sind, sondern auch den
Geschmack der Jugendlichen treffen.
Denn langfristige Veränderungen gelingen nur dann, wenn gesunde Ernährung
alltagstauglich ist – und vor allem auch schmeckt.
In FEAST arbeiten 37 Partnerorganisationen aus 17 europäischen Ländern zusammen. Von 2022 bis 2027 entwickeln sie Impulse für ein gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem in Europa. Alle Beteiligten (Konsument:innen, Landwirt:innen, Handel) wie auch die öffentliche Hand und die Umwelt sollen gleichermaßen profitieren. Geschmack, kulturelle Traditionen und Fairness stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die praxisnahe Umsetzung der Ergebnisse. Weitere Informationen auf der englisch-sprachigen Website von FEAST.




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