Aufgrund der hohen Relevanz des Themas und der zunehmend schwierigen Situation für Sozialorganisationen haben wir unsere Position zur Lebensmittelrettung in einem Positionspapier ausformuliert.

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Die Problematik von Lebensmitteln, die im Müll landen, wurde in den vergangenen Jahrzehnten – auch durch die intensive bewusstseinsbildende Arbeit von Sozial- und Umweltorganisationen – als gesellschaftliches Problem erkannt und anerkannt.
Seit Längerem berichten Sozialorganisationen, die sich dem Sozialen Transfer – also der Rettung von Lebensmittel zur Weitergabe an Armutsbetroffene - widmen, aber von zunehmend schwierigeren Bedingungen in der Akquise der Lebensmittelspenden.
Aus diesem Grund hat sich das Ökosoziale Forum Wien in den vergangenen Monaten einem intensiven Diskussionsprozess gewidmet und eine Position als Verein herausgearbeitet. Diese soll einen Beitrag dazu liefern, die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Stakeholdern verstärkt auf die soziale Dimension der Rettung von Lebensmitteln zu lenken diese in Diskussionen besser abzubilden.
Während vor einem Jahrzehnt noch mehr als genug Warenspenden für Sozialorganisationen zur Verfügung standen, seien diese mittlerweile ausgesprochen verknappt, sodass Armutsbetroffene immer schwieriger versorgt werden können und die Zukunft des Sozialen Transfers mittlerweile ungewiss erscheine. Besonders mangelt es häufig an wertvollen Frischlebensmittel wie Obst, Gemüse oder Milchprodukte. Genau diese seien aber für eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig.
An Überschüsse oder nicht mehr verkäufliche Warenspenden zu kommen werde seit einigen Jahren zunehmend schwieriger. Insbesondere frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder Milchprodukte seien für die Sozialorganisationen zunehmend schwerer zu „ergattern“. Dadurch werde es ständig herausfordernder, den sozialen Auftrag der Versorgung Armutsbetroffener zu bewerkstelligen.
Der Grund dafür seien einerseits knappere Haushaltsbudgets wie auch das gestiegene Bewusstsein für Lebensmittel. So würden mehr Frischlebensmittel im Abverkauf landen oder über neue Abgabeschienen wie etwa Apps Abnehmer:innen finden. Es seien in den vergangenen Jahren aber auch neue Akteur:innen auf den Plan getreten, die zu den Sozialorganisationen in Konkurrenz um die Warenspenden getreten seien. So sei Wettbewerb in einem Feld entstanden, das bis vor wenigen Jahren noch ausschließlich sozial und kooperativ ausgerichtet und vom sozialen Auftrag motiviert war.
Gleichzeitig sei der Bedarf an geretteten und für die Versorgung Armutsbetroffener verfügbaren Lebensmitteln in den vergangenen Jahren gestiegen. Durch die multiplen Krisen und die angespannte wirtschaftliche Lage werden nach wie vor große Mengen an Lebensmitteln für den Sozialen Transfer benötigt, um Menschen in Armut sowohl ausreichend als auch ausgewogen zu versorgen. Diese Mengen werden immer schwerer zu beschaffen.
In der öffentlichen Meinung, aber auch bei wichtigen Stakeholdern in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und sogar Wissenschaft wird bis dato vor allem die ökologische Seite des Problems wahrgenommen.
Andrea Schnattinger, die Präsidentin des Ökosozialen Forums Wien, betont: "Auch, wenn ein jedes Lebensmittel, das nicht im Müll landet, aus ökologischer Sicht zu begrüßen ist, kann das Thema aus dem ökologische Blickwinkel nicht in seiner Vollständigkeit in Betracht genommen werden. Die Bedeutung von Lebensmittelrettung und Lebensmittelweitergabe für Armutsbetroffene ist unmittelbar und wir unterstützen die Forderung der Sozialorganisationen nach Grundlagen für den sozialen Lebensmitteltransfer.“

01.Jänner 2025, 17:30 Uhr
Erdgeschoss, Musterstraße 1, 1010 Wien
Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung.
Stadiongasse 6-8/8
1010 Wien
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