Ein Impuls unseres Ehrenpräsidenten, Vizekanzler a.D. Josef Riegler

Unser Ehrenpräsident und Vizekanzler a. D. Dr. Josef Riegler war Ehrengast und Schlussreferent bei den groß angelegten Europatagen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Rund 200 Studierende sowie ein hochkarätig besetztes Auditorium verfolgten die Veranstaltung, die im Anschluss durch Weihbischof Johannes feierlich abgeschlossen wurde.
In seinem Referat unter dem Titel
sprach Dr. Riegler gezielt die junge Generation an und stellte ein zentrales Leitmotiv in den Mittelpunkt:
„Wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“
Ausgehend von der berühmten Züricher Rede von Winston Churchill aus dem Jahr 1946 spannte Dr.Riegler den großen historischen Bogen von den Trümmern der Nachkriegszeit über die Entstehung der Europäischen Union bis zu den aktuellen geopolitischen Herausforderungen.
Er erinnerte an die christlich-sozialen Wurzeln der europäischen Einigung, an Persönlichkeiten wie Schuman, Adenauer und De Gasperi, an die Bedeutung des Marshallplans sowie an Meilensteine wie den Binnenmarkt, Schengen, den Euro und den Vertrag von Maastricht. Besonders hob er die Rolle der EU bei der Demokratisierung Europas hervor – insbesondere durch die Osterweiterung.
Mit klaren Worten ging Dr. Riegler auch auf die Bedrohungen für die Europäische Union ein: den russischen Angriffskrieg, geopolitische Machtverschiebungen, autoritäre Systeme, hybride Bedrohungen ebenso wie die Gefahren der inneren Aushöhlung Europas durch Populismus und Nationalismus.
Sein Ausblick war zugleich eine Einladung zum mutigen Weiterdenken:
Europa müsse langfristig zu den „Vereinigten Staaten von Europa“ werden – als handlungsfähiger globaler Akteur, als Friedensmacht und als Träger einer ökosozialen Marktwirtschaft mit weltweiter Vorbildwirkung.
Abschließend betonte Dr. Riegler die Bedeutung der christlichen Wurzeln Europas als Fundament für Menschenwürde, Solidarität, Freiheit und Frieden.
Riegler verwies auf die dramatischen Entwicklungen der vergangenen Jahre, vom deutlichen Temperaturanstieg in Österreich bis hin zu milliardenschweren Schäden durch Naturkatastrophen. Während die Emissionen in Österreich zuletzt rückläufig waren, steigt die Belastung weltweit weiter an – ein deutlicher Hinweis darauf, dass nationale Bemühungen nur im globalen Kontext Wirkung entfalten können.
An die Initiative von Papst Franziskus anknüpfend, erinnerte Riegler daran, dass wirkungsvolle Klimapolitik drei Dimensionen braucht:
Gerade die weltweite Verantwortung sei unverzichtbar, denn der CO₂-Gehalt der Atmosphäre hat historisch beispiellose Höhen erreicht.
Riegler unterstrich, dass Klimaschutz nur mit einem global wirksamen Ansatz gelingen kann. Dazu gehören:
Als geistiger Vater des Modells der Ökosozialen Marktwirtschaft machte Riegler deutlich, dass nachhaltiges Wirtschaften nur gelingen kann, wenn ökologische und soziale Aspekte konsequent mitgedacht werden. Er erinnerte daran, dass dieses Modell zu den prägenden Ideen christdemokratischer Politik in Europa zählt.
Zum Abschluss zitierte Riegler Václav Havel:
„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat.“
In dieser Haltung liege die Kraft, die Schöpfung nicht nur zu bewahren, sondern aktiv zu gestalten.
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