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	<title>Entwicklungspolitik - Ökosoziales Forum</title>
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	<description>Das Ökosoziale Forum arbeitet für die realpolitische Umsetzung der Ökosozialen Marktwirtschaft auf regionaler, nationaler und globaler Ebene. Ziel ist eine zukunftsfähige und krisenfeste Gesellschaft, die heute auch Verantwortung für die Zukunft übernimmt.</description>
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	<title>Entwicklungspolitik - Ökosoziales Forum</title>
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		<title>Sind wir der Hecht im Karpfenteich?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[micky]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Oct 2018 13:05:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir essen immer mehr Fisch. In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch weltweit verdoppelt. Die globale Fischproduktion beläuft sich mittlerweile auf 171 Millionen Tonnen jährlich. Rund ein Drittel der internationalen Fischbestände gelten bereits als überfischt. Auf Einladung des Ökosozialen Forums Europa, des Centre for Development Research der BOKU und des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir essen immer mehr Fisch. In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch weltweit verdoppelt. Die globale Fischproduktion beläuft sich mittlerweile auf 171 Millionen Tonnen jährlich. Rund ein Drittel der internationalen Fischbestände gelten bereits als überfischt. Auf Einladung des Ökosozialen Forums Europa, des Centre for Development Research der BOKU und des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung diskutierten renommierte ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen über die heutigen Möglichkeiten für nachhaltige Fischproduktion, die Auswirkungen auf die Welternährung sowie den Konsum in Österreich und der Welt. Die Veranstaltung wurde von der Austrian Development Agency unterstützt.</p>
<p>Rebecca Metzner, die zuständige Leiterin in der FAO, wies auf die hohe Bedeutung von Fischerei für die Existenzsicherung in vielen Teilen der Welt hin. Einer von zehn Menschen weltweit bestreitet seinen Lebensunterhalt auf Basis von Fischerei oder Aquakultur. Eine große Herausforderung sieht Metzner in der Verhinderung von Überfischung in jenen Regionen, in denen politische und gesellschaftliche Steuerungsstrukturen und Rechtsstaatlichkeit schwach ausgeprägt sind. Angesichts der Ressourcen-Knappheiten kann es nicht darum gehen, möglichst viele Fische aus den Gewässern zu holen. Viel mehr muss die Wertschöpfung für die zur Verfügung stehende Menge an Fischen gesteigert werden. Um diese Neudefinition von ökonomischer Effizienz zu verankern, empfiehlt die FAO-Expertin einen Peer-to-peer-Ansatz. Metzner strich die Bedeutung von Fisch als Blaupause für die Wechselwirkungen der einzelnen UN-Nachhaltigkeitsziele heraus: „Nirgendwo ist die richtige Balance zwischen der Ernährung der Menschen, der wirtschaftlichen Entwicklung und den ökologischen Kapazitäten unseres Planeten eine größere Herausforderung als in unseren Flüssen, Seen und Meeren.“</p>
<p>50 % aller Wirbeltierarten weltweit sind Fische. Das sind 25.000 Arten, rund 60 % davon leben im Süßwasser, obwohl zwei Drittel unseres Planeten mit Meeren bedeckt sind. Fische sind gute Summenparameter für aquatische Ökosysteme. Wenn etwas nicht passt, kollabiert die Population. Besonders sensibel sind die tropischen Gebiete, führte der Professor für Hydrobiologie und Gewässermanagement Herwig Waidbacher aus. Fischwirtschaft in Österreich finde nur in „homöopathischen Dosen“ statt. Es wäre machbar, alles auf Biostandard zu produzieren. Antibiotikaeinsatz war ein Problem der 1990er Jahre, heute werden Fische geimpft, sodass der großflächige Einsatz von Antibiotika selbst in großen Aquakulturen nicht mehr nötig ist. Waidbacher strich die Bedeutung einer kleinstrukturierten Fischwirtschaft in Afrika heraus. Vor allem dort, wo Logistik und Kühlketten ein Problem darstellen, ist eine kontinuierliche Versorgung mit überschaubaren Mengenschwankungen anzustreben.</p>
<p>Laura Hundscheid, Studentin an der BOKU und Mitarbeiterin im Projekt SUSFISH in Burkina Faso, betonte die Wichtigkeit von Fisch in Burkina Faso. Aufgrund von Trockenheit wurden vor rund 50 Jahren Bewässerungssysteme angelegt, dadurch wurde Fischproduktion erst möglich. Heute entfallen zwei Prozent des burkinischen BIPs auf Fisch, die Bedeutung geht vor allem durch Subsistenzwirtschaft und Nebenerwerbstätigkeiten noch darüber hinaus. Wenn die nachgelagerten Bereiche wie Verarbeitung und Verkauf berücksichtigt werden, stellen Frauen die Mehrheit der Beschäftigten. Während in manchen Regionen im globalen Süden Menschen auf Fisch für die Nährstoffversorgung angewiesen sind, ist Fisch bei uns ein Luxusgut. Alternativ könnte im Norden beispielsweise auf Algen oder proteinreiche pflanzliche Produkte zurückgegriffen werden.</p>
<p>Die Tourismusobfrau vom Weißensee Almut Knaller appellierte an die KonsumentInnen, doch öfter in der Gastronomie nachzufragen, wo die Fische auf ihren Tellern herkommen. Fisch ist ein Luxusgut, dss selten, aber dafür bewusst genossen werden sollte. Der Fisch ist für den Tourismus von großer Bedeutung, nicht zuletzt in Orten am Wasser. Anzunehmen, dass in einem Lokal am See oder am Meer automatisch regionaler Fisch serviert wird, ist aber falsch. Auch wenn KonsumentInnen nur eine beschränkte Marktmacht haben, sollten sie diese nutzen. Am Weißensee sind von den acht autochtonen Fischarten nur mehr vier vorhanden. Um den Angeltouristen das gesuchte Erlebnis bieten zu können, werden Fische in die Seen gesetzt.</p>
<p>Fischereimeister Marc Mößmer, Mitbegründer der ARGE Biofisch, wies auf die Unterschiede der heimischen Fischarten hin. In Österreich besteht hauptsächlich Nachfrage nach Raubfischen wie Wels, Zander oder Hecht. Um ein Kilogramm Raubfisch zu produzieren, sind zehn Kilogramm Futterfische nötig. Andere Fischarten, die weiter unten in der Nahrungskette im Wasser stehen, werden einfach nicht gekauft, auch wenn sie produziert werden. Das hält man als Verkäufer dauerhaft nicht durch. Die ÖsterreicherInnen sind Gewohnheitstiere und traditionell keine Fischesser, nur wenige wissen, wie unterschiedliche Fisch zubereitet werden können, deswegen werden auch meist dieselben Fische und häufig Filetstücke gekauft. Hier müsste mehr Wissen vermittelt werden, damit der KonsumentInnen wissen, was sie mit Fisch alles machen können. In Österreich ist Fisch Sache von kleinen Betrieben, dennoch produzieren wir genauso viel Biofisch wie ganz Deutschland.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-7463" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/PodiumFischSDG.jpg" alt="v.l.n.r.: Hans Mayrhofer (Ökosoziales Forum), Rosana Kral (CD-BOKU), Laura Hundscheid, Almut Knaller, Andreas Welcher (CDR-BOKU), Rebecca Metzger, Herwig Waidbacher, Marc Mößmer, Moderatorin Maiada Hadaia und Florian Leregger (IUFE)." width="3776" height="1616" srcset="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/PodiumFischSDG.jpg 3776w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/PodiumFischSDG-300x128.jpg 300w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/PodiumFischSDG-768x329.jpg 768w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/PodiumFischSDG-1024x438.jpg 1024w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/PodiumFischSDG-100x43.jpg 100w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/PodiumFischSDG-758x324.jpg 758w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/PodiumFischSDG-968x414.jpg 968w" sizes="(max-width: 3776px) 100vw, 3776px" /> (c)Ökosoziales Forum/Dorothea Neubauer</p>
<p>v.l.n.r.: Hans Mayrhofer (Ökosoziales Forum), Rosana Kral (Centre for Development Research), Laura Hundscheid, Almut Knaller, Andreas Melcher (Centre for Development Research), Rebecca Metzner, Herwig Waidbacher, Marc Mößmer,<span class="Apple-converted-space"> Moderatorin </span>Maiada Hadaia und Florian Leregger (Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung).</p>
<div class="envira-gallery-feed-output"><img decoding="async" class="envira-gallery-feed-image" tabindex="0" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/10/DSC_0681-300x200.jpg" title="DSC_0681" alt="" /></div>
<p>Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserem Factsheet<br />
<a href="https://oekosozial.at/publikationen-2/factsheets/factsheet-oktober2018-fisch-und-un-nachhaltigkeitsziele-in-globaler-perspektive/">Fisch und UN-Nachhaltigkeitsziele in globaler Perspektive</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3717" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40.png" alt="Gefördert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit" width="239" height="" srcset="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40.png 239w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40-100x43.png 100w" sizes="(max-width: 239px) 100vw, 239px" /></p><p>The post <a href="https://oekosozial.at/sind-wir-der-hecht-im-karpfenteich/">Sind wir der Hecht im Karpfenteich?</a> first appeared on <a href="https://oekosozial.at">Ökosoziales Forum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Sind wir auf dem Holzweg? Der Wald und die UN-Nachhaltigkeitsziele</title>
		<link>https://oekosozial.at/sind-wir-auf-dem-holzweg-der-wald-und-die-un-nachhaltigkeitsziele/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[micky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jun 2018 13:45:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Nachlese]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wald ist in den Köpfen vieler Menschen ein Ort, der mit Ursprünglichkeit, Naturerlebnis, Freizeit und Erholung gleichgesetzt wird. Wald ist aber vieles mehr, er ist Lebens- und Wirtschaftsraum und hat entscheidende Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht auf unserem Planeten. Bei der Diskussionsveranstaltung „Sind wir auf dem Holzweg? Der Wald und die UN-Nachhaltigkeitsziele in globaler Perspektive“ an der Universität Wien beschäftigen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="cs-content" class="cs-content"><div class="x-section e6884-e1 m5b8-0"><div class="x-container max width e6884-e2 m5b8-1"><div class="x-column x-sm x-1-1 e6884-e3 m5b8-2"><div class="x-text x-content e6884-e4 m5b8-3"><p>Wald ist in den Köpfen vieler Menschen ein Ort, der mit Ursprünglichkeit, Naturerlebnis, Freizeit und Erholung gleichgesetzt wird. Wald ist aber vieles mehr, er ist Lebens- und Wirtschaftsraum und hat entscheidende Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht auf unserem Planeten. Bei der Diskussionsveranstaltung „Sind wir auf dem Holzweg? Der Wald und die UN-Nachhaltigkeitsziele in globaler Perspektive“ an der Universität Wien beschäftigen sich hochkarätige ExpertInnen mit den Funktionen des Waldes in verschiedenen Weltregionen. Dabei wurden auch diskutiert, welche Rolle der Wald bei der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele spielt und welche Wechselwirkungen und Zielkonflikte zu beachten sind. Die Diskussion wurde vom Ökosozialen Forum Europa in Kooperation mit dem Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung und der Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier organisiert und von der Austrian Development Agency gefördert.</p>
<p><span style="color: #99cc00;"><strong>Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft und Wald beachten</strong></span></p>
<p><span>30,6 % der Landfläche unseres Planeten sind mit Wald bedeckt. In den vergangenen 25 Jahren ging weltweit eine Waldfläche von insgesamt 1,28 Millionen Quadratkilometer verloren. Der Nettoverlust von Wald konnte in den vergangenen Jahren verlangsamt werden. Das verbuchte der  Programm Koordinator für Nachhaltige Landwirtschaft der FAO, Ewald Rametsteiner, als wichtigen Erfolg. Dennoch sind wir von dem Nachhaltigkeitsziel SDG 15 „Leben an Land“ noch weit entfernt. Grund dafür ist die Landdegradierung, die von einer nicht nachhaltigen Landwirtschaft verursacht wird. „Ob wir SDG 15 in den Griff bekommen, hängt maßgeblich von der Frage ab, was wir essen und wie Landwirte es erzeugen“, brachtet Rametsteiner den Zusammenhang von Landwirtschaft und Wald auf den Punkt.</span></p>
<p><strong><span style="color: #99cc00;">Degradation ist eine tickende Zeitbombe</span></strong></p>
<p><span>„Ohne Wald hätten wir auf unserem Globus eine 30 % höhere CO2-Konzentration“, strich der Professor für Waldökosystemmanagement und Rektor der Universität für Bodenkultur hervor. Das Ökosystem Wald ist weit mehr als bloß eine Ansammlung von Bäumen und maßgeblich für den CO2- wie auch für den Wasserkreislauf verantwortlich. Auch Hasenauer wies auf Landnutzungskonflikte als entscheidendes Kriterium bei der Erreichung von SDG 15 hin. Eine steigende Weltbevölkerung braucht Landwirtschaft zur Nahrungsmittelproduktion und Siedlungsraum. Dies erzeugt Druck auf den Wald, wobei der Untergrund hier eine maßgebliche Rolle spielt. Wenn Wald auf sensiblen Böden für die landwirtschaftliche Nutzung umgebrochen wird, kommt es zu Nährstoffausträgen und damit, je nach Untergrund, zu massiven Produktivitätsverlusten, die dann in weiterer Folge zu einer weiteren Ausdehnung von landwirtschaftliche Flächen führen. Eine Rehabilitation degradierter Böden durch Wiederbewaldung kann bis zu 500 bis  1000 Jahre dauern. Das ist eine tickende Zeitbombe. </span></p>
<p><span style="color: #99cc00;"><strong>Mehr Akzeptanz für die Wirtschafsfunktion des Waldes nötig</strong></span></p>
<p><span>Hans Grieshofer, Leiter für Ressourcenpolitik bei Austropapier, der</span><span>Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, strich die Bedeutung des Ansatzes „Schützen durch Nützen“ hervor. Die Herausforderung ist, Holz sorgsam und nachhaltig zu nutzen. Dabei kommt auch aber der Verwendung von Altpapier eine große Bedeutung zu. Österreich ist mit einer Recyclingquote von 72 % Vorreiter, ebenso wie Deutschland. Aufholbedarf gäbe es in Europa vor allem in Polen und auf dem Balkan, aber auch in Großbritannien. Grieshofer beklagte darüber hinaus eine Entfremdung der Gesellschaft, die Zusammenhänge nicht sehe: „Der Wald ist gut, Holz ist auch gut. Und dazwischen steht der Baummörder. Das ist absurd.“ Die Wirtschaftsfunktion des Waldes wird zu wenig anerkannt. Wald ist nicht nur Erholungsraum. Hier gibt es bei der Sensibilisierung der Bevölkerung Aufholbedarf.</span></p>
<p><span style="color: #99cc00;"><strong>Bäume zentral für den Klimaschutz, aber kein Allheilmittel</strong></span></p>
<p><span>Die Botschafterin für Klimagerechtigkeit der international tätigen Initiative Plant-for-the-Planet, Sarah Hadj Ammar, wies auf die Wechselwirkungen von SDG 15 „Leben an Land“ und SDG 7 „Bezahlbare und saubere Energie“ in Hinblick auf den Wald hin. „Es darf nicht sein, dass sich in manchen Ländern die Leute entscheiden müssen, ob ihr Kind friert oder hungert.“ Ziel von Plant-for-the-Planet ist es eine Million Bäume weltweit zu pflanzen und Kindern die Klimakrise bewusst zu machen. Bäume haben eine wichtige Funktion für das Weltklima. „Bäume-Pflanzen ist kein Allheilmittel. Aber sie geben uns einen Zeitpuffer.“ Dennoch sind Verhaltensänderungen unvermeidlich.</span></p>
<p><span style="color: #99cc00;"><strong>Wertschöpfung muss möglich sein</strong></span></p>
<p><span>In diese Kerbe schlägt auch Isabella Ostovary, Projektentwicklerin der Initiative Books-for-Trees.</span><span>Die Konsumgewohnheiten hierzulande sind ein wichtiger Schlüssel zum Umgang mit Wald in anderen Teilen der Welt, wenn beispielsweise für unseren Fleischkonsum Soja importiert wird. Books-for-Trees startete als Projekt mit der Unterstützung von Schulen in Kenia durch  Bücher und Lernmaterialien. Im </span><span>Gegenzug pflanzten LehrerInnen und SchülerInnen Bäume, um der fortschreitenden Desertifikation entgegenzuwirken. Mittlerweile hat sich das Projekt weiterentwickelt und engagiert sich in der Regionalentwicklung vor Ort. Nur so kann gewährleistet werden, dass Aufforstungen dauerhaft wirken. </span><span>Den Menschen vor Ort muss auch Wertschöpfung durch Verwendung des Holzes ermöglicht werden. „D</span>ie Vorstellung vom afrikanischen Selbstversorger-Bauern ist romantisch, aber in einer kapitalistischen Welt mit globalisierten Produkten muss auch Geld erwirtschaftet werden, um ein gutes Leben zu ermöglichen.<span>“</span></p></div><span class="x-image e6884-e5 m5b8-4"><img decoding="async" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2018/06/GruppenfotoHolz.jpg" width="4272" height="2848" alt="Image"></span><div class="x-text x-content e6884-e6 m5b8-3"><p><span><br />Vordere Reihe v. l. n. r.: Sarah Hadj Ammar (Plant-for-the-Planet), Isabella Ostovary (Books for Trees), Ewald Rametsteiner (Sustainable Agriculture Programme, FAO), Hans Grieshofer (Austropapier)<br />Hintere Reihe v. l. n. r.: Hubert Hasenauer (Rektor der Universität für Bodenkultur Wien), Florian Leregger (Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung), Moderatorin Brigitte Schuh (Land&amp;Forst Betriebe Österreich), Hermine Hackl (Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier), Hans Mayrhofer (Ökosoziales Forum)</span></p><p></p><p>Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserem Factsheet<br /><a href="https://oekosozial.at/publikationen-2/factsheets/factsheet-juni-2018-der-wald-und-die-un-nachhaltigkeitsziele">Der Wald und die UN-Nachhaltigkeitsziele</a></p></div><span class="x-image e6884-e7 m5b8-4"><img decoding="async" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40.png" width="239" height="103" alt="Image"></span></div></div></div></div><p>The post <a href="https://oekosozial.at/sind-wir-auf-dem-holzweg-der-wald-und-die-un-nachhaltigkeitsziele/">Sind wir auf dem Holzweg? Der Wald und die UN-Nachhaltigkeitsziele</a> first appeared on <a href="https://oekosozial.at">Ökosoziales Forum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Durch dick und dünn – Welternährung auf dem Prüfstand</title>
		<link>https://oekosozial.at/durch-dick-und-duenn-welternaehrung-auf-dem-pruefstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[micky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Oct 2017 09:55:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Nachlese]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einer von drei Menschen weltweit leidet unter irgendeiner Form von Fehlernährung. Auf Einladung des Ökosozialen Forums Europa und des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung diskutierten anlässlich des Welternährungstages der Vereinten Nationen die Entwicklungsexpertin Nora Faltmann, der Ernährungswissenschafter Jürgen König, Coca-Cola-Sprecherin Marie-Therese Wagner und Agrarexperte Hans Mayrhofer über weltweite Ernährungstrends. Das Gespräch moderierte die Ernährungswissenschafterin Marlies Gruber. Huainigg: Zero Hunger ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="cs-content" class="cs-content"><div id="x-section-1" class="x-section" style="margin: 0px;padding: 45px 0px; background-color: transparent;" ><div id="" class="x-container max width" style="margin: 0px auto;padding: 0px;" ><div  class="x-column x-sm x-1-1" style="padding: 0px;" ><div id="" class="x-text" style="" ><p>Einer von drei Menschen weltweit leidet unter irgendeiner Form von Fehlernährung. Auf Einladung des Ökosozialen Forums Europa und des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung diskutierten anlässlich des Welternährungstages der Vereinten Nationen die Entwicklungsexpertin Nora Faltmann, der Ernährungswissenschafter Jürgen König, Coca-Cola-Sprecherin Marie-Therese Wagner und Agrarexperte Hans Mayrhofer über weltweite Ernährungstrends. Das Gespräch moderierte die Ernährungswissenschafterin Marlies Gruber.</p>
<p><strong>Huainigg: Zero Hunger ist das Ziel</strong><br />
IUFE-Obmann Franz-Joseph Huainigg strich in seiner Begrüßung die alarmierenden Zahlen der hungernden und unterernährten (815 Millionen) sowie der überernährten (2,2 Milliarden) Menschen heraus. Die Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs), die die Staatengemeinschaft 2015 beschlossen hat, sehen vor, bis 2030 Hunger und alle anderen Formen der Fehlernährung zu beenden. Angesichts von Konflikten und Klimawandel eine große Herausforderung.</p>
<p><strong>König: Werden verzichten müssen<br />
</strong>Jürgen König, Leiter des Departments für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien, zeigte sich skeptisch, dass bis 2030 das Hungerproblem gelöst werden könne, weil die Ursachen bis dahin nicht beseitigt sein werden. Global sind wir mit einem „Triple Burden“ der Fehlernährung konfrontiert: einem Verteilungsproblem, einem Bildungsproblem und einem Wertschätzungsproblem. Die wohlhabenderen Länder leben auf Kosten anderer und stehen daher in der Verantwortung. Man werde nicht herumkommen, dass die Bevölkerung mancher Länder auf etwas verzichten müsse. Das betrifft nicht nur die Ernährung. Eine wichtige Stellschraube, so König, ist die Bildung, vor allem jene von Frauen. Der Grundstein für die künftige Entwicklung eines Kindes – sowohl bei Über- wie bei Unterernährung – wird schon im Mutterleib gelegt. Auch sollten Nahrungsmittel höher wertgeschätzt werden. Als Alternative zu tierischen Proteinen sollten beispielsweise Hülsenfrüchte vermehrt Einzug in unsere Ernährung finden. Sie können ein wichtiger Bestanteil einer hochwertigen Eiweißversorgung sein. König warnte vor überheblichen Vorschlägen aus den Ländern des globalen Nordens zur Lösung des Hungerproblems in anderen Teilen der Welt. Erfahrungsgemäß mache das die Situation langfristig schlechter, wie man in der Vergangenheit bei Nahrungsmittelhilfen oft beobachten konnte.</p>
<p><strong>Faltmann: Wahren Produktionskosten internalisieren</strong><br />
Nora Faltmann, die sich in ihrer Forschung im Speziellen mit Vietnam beschäftigt, sieht das Land durch einen jahrzehntelangen wirtschaftlichen Aufstieg charakterisiert, während gleichzeitig die Knappheitserfahrungen aus den Zeiten des Krieges mit den USA noch im kollektiven Gedächtnis präsent sind. Während es am Land vor allem noch bei Kindern Unterernährung gibt, gelten in den Städten teure Convenience-Produkte als Prestigeobjekte und die wohlhabenderen Teile der Bevölkerung sind tendenziell überernährt. Regionalität als Beitrag zur Nachhaltigkeit habe in der Region nicht den gleichen Stellenwert wie in Europa. Produkte aus Europa und aus den USA haben einen guten Ruf und werden vor allem auch wegen der hohen Lebensmittelsicherheit geschätzt. Faltmann betonte die Notwendigkeit struktureller Veränderungen in den globalen Ernährungs- und Agrarsystemen. Bekenntnisse zu Nachhaltigkeit von multinationalen Unternehmen bringen wenig, wenn die Menschen keinen Zugang zu Land oder Saatgut haben oder Böden ausgelaugt werden. Wenn wir für Generationen wirtschaften wollen, so Faltmann, müssen die wahren Produktionskosten in die Preise internalisiert werden. Biologische Bewirtschaftung – unabhängig davon ob zertifiziert oder nicht – ist einer Produktion ohne Rücksicht auf die natürlichen Ressourcen langfristig überlegen. Das müsse sich auch in den Preisen widerspiegeln.</p>
<p><strong>Wagner: Nachhaltigkeit als Unterscheidungsmerkmal</strong><br />
Marie-Therese Wagner von Coca Cola wies darauf hin, dass Soft Drinks zu Übergewicht beitragen können. Ihr Unternehmen ist daher bemüht, den Zuckeranteil in den Getränken zu reduzieren. Ziel ist es, bis 2020 den Zuckergehalt um zehn Prozent zu senken. Gleichzeitig werden Verpackungsgrößen kleiner, um den Konsum je Einheit zu verringern. Einen besonders sensiblen Umgang erfordert der Wasserverbrauch. Coca Cola ist stetig bemüht, diesen zu reduzieren. Nachhaltigkeit ist für multinationale Unternehmen ein großes Thema, so Wagner. In Umfragen gibt die Hälfte der Befragten an, dass ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist. Inwieweit die Konsumentinnen und Konsumenten auch bereit sind, dafür mehr zu bezahlen, sei aber eine andere Frage. Für große Konzerne ist Nachhaltigkeit ein Merkmal, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden.</p>
<p><strong>Mayrhofer: Eigentumsfrage ist zentral für nachhaltigen Umgang</strong><br />
Hans Mayrhofer sieht die weltweiten Ernährungssysteme auch durch das Bevölkerungswachstum herausgefordert. Zu dem von König angesprochenen Verteilungsproblem wird künftig die Herausforderung hinzukommen, dass für die für Versorgung der für 2050 prognostizierten zehn Milliarden Menschen die landwirtschaftliche Produktion insgesamt gesteigert werden müsse. Dies wird durch den Klimawandel und Verfügbarkeit von Erdöl erschwert. Darüber hinaus sind Eigentumsfragen in der nachhaltigen Landbewirtschaftung von hoher Bedeutung, so Mayrhofer. Das Wissen, über den bewirtschafteten Boden auch längerfristig verfügen zu können, ist Voraussetzung für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang. Für die Welternährung sind die bäuerlichen Familienbetriebe in allen Teilen der Welt besonders wichtig.</p>
</div><img decoding="async"  class="x-img x-img-none"  src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/10/PodiumVeranstalter.jpg" ><div id="" class="x-text" style="" ><p>Im Bild (v.l.n.r. vordere Reihe): Franz-Joseph Huianigg (Obmann des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung), Marie-Therese Wagner (Public Affairs und Nutrition Communication Manager Coca Cola); (hintere Reihe): Hans Mayrhofer (Generalsekretär des Ökosozialen Forums), Florian Leregger (Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung), Marlies Gruber (Geschäftsführerin des forum. ernährung heute), Nora Faltmann (wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien), Jürgen König (Leiter des Departments für Ernährungwissenschaften der Universität Wien)<br />
© Ökosoziales Forum/Frauwallner</p>
</div><div class="envira-gallery-feed-output"><img decoding="async" class="envira-gallery-feed-image" tabindex="0" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/10/Podium-1-1024x683.jpg" title="Podium" alt="Podium: Hans Mayrhofer, Marie-Therese Wagner, Marlies Gruber, Nora Faltmann, Jürgen König" /></div><div id="" class="x-text" style="" ><p>Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserem Factsheet<br />
<a href="https://oekosozial.at/publikationen-2/factsheets/factsheet-oktober-2017-hunger-mangelernaehrung-und-uebergewicht-weltweit/" rel="noopener" target="_blank">Hunger, Mangelernährung und Übergewicht weltweit</a></p>
</div><span class="x-image e4133-e9 m36t-0"><img decoding="async" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40.png" width="239" height="103" alt="Image"></span></div></div></div></div><p>The post <a href="https://oekosozial.at/durch-dick-und-duenn-welternaehrung-auf-dem-pruefstand/">Durch dick und dünn – Welternährung auf dem Prüfstand</a> first appeared on <a href="https://oekosozial.at">Ökosoziales Forum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Innovationen in der Entwicklungspolitik</title>
		<link>https://oekosozial.at/innovationen-in-der-entwicklungspolitik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[micky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 May 2017 20:31:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="cs-content" class="cs-content"><div id="x-section-2" class="x-section" style="margin: 0px;padding: 45px 0px; background-color: transparent;" ><div id="" class="x-container max width" style="margin: 0px auto;padding: 0px;" ><div  class="x-column x-sm x-1-1" style="padding: 0px;" ><div id="" class="x-text" style="" ><p>Im September 2015 beschloss die internationale Staatengemeinschaft die Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs). Dabei wurden 17 Ziele definiert: von Armut und Hunger beenden über nachhaltiges Wirtschaftswachstum bis zur Unterstützung von Innovation und dem Schutz von Ökosystemen. Auf Einladung des Ökosozialen Forums Europa und des Centre for Development Research der Universität für Bodenkultur diskutierten die Entwicklungssoziologin Petra Dannecker, Marketing- und Innovationsexperte Rainer Haas, der Generalsekretär des Ökosozialen Forums Hans Mayrhofer und Gunter Schall von der Austrian Development Agency über Innovationen in der internationalen Entwicklung. Das Gespräch leitete der Wissenschaftsjournalist und Chefredakteur des Universum Magazins Martin Kugler.</p>
<p>Petra Dannecker strich den innovativen Charakter der Sustainable Development Goals heraus. Im Unterschied zu den Millennium Development Goals (MDGs) stellen die SDGs die strukturelle Frage: Was bedeutet Globalisierung heute? Es wird ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung des  globalen Nordens und der Entwicklung des  globalen Südens hergestellt. Entwicklung wird nicht mehr als Modell des Nordens wahrgenommen, das der Süden nachzuholen hat, sondern die universellen Ziele nehmen auch den Norden in die Pflicht. Klimawandel ist ein Thema, ebenso neue Akteure in der internationalen Entwicklung wie die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika). Entwicklungshilfe wird von einer neuen Partnerschaft abgelöst.  Dennoch ist auch mit den SDGs keine Auflösung der Nord-Süd-Dichotomie gelungen und den Ländern ist es selbst überlassen, wo sie ihre Prioritäten setzen und welche Ziele sie für sich als relevant betrachten.</p>
<p>In Afrika findet Landwirtschaft in einer anderen Form statt als in Europa oder in den USA. Während in den USA eine Farm von 500 Hektar von zwei Personen mit zehn Maschinen und dem Einsatz von Herbiziden und Gentechnik bewirtschaftet wird, findet man im globalen Süden Mikrolandwirtschaften von einem halben Hektar, die (nicht zertifizierte) Biolandwirtschaft betreiben, weil sie kein Geld für Maschinen oder Spritzmittel haben, so Rainer Haas. Innovation bedeutet, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind, und die Produktivität mit den vorhandenen Mitteln zu erhöhen. Die Bodenfruchtbarkeit kann mit Kompost gesteigert werden und autochtone Pflanzensorten sind widerstandsfähiger als nicht an die örtlichen Bedingungen angepasste Sorten. Außerdem müsse die gesamte Lebensmittelkette – vom Anbau über Ernte und Verarbeitung bis zum Vertrieb – berücksichtigt werden, um Marktfähigkeit der Produkte zu erreichen und um damit nachhaltig ein regelmäßiges Einkommen für die Kleinbauern zu erwirtschaften. In diesem Punkt widersprach Dannecker. Sie hält einen Fokus auf den Marktgedanken für problematisch. </p>
<p>Auch der Leiter für Wirtschaft und Entwicklung in der ADA Gunter Schall strich die Bedeutung der gesamten Kette hervor. In Entwicklungsländern erreicht die Hälfte der angebauten Produkte nicht den Kunden. Logistik und Kühlprozessen müsse daher vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei Innovation sollte es vermehrt darum, gehen das Miteinander zu verstehen, das gesamte „Innovationssystem“ zu begreifen. Häufig haben soziale Innovationen ein unterschätztes Potenzial und auch der Norden kann vom Süden lernen, wie Problem angegangen werden. Früher wurde dem Lösen von Problemen als Hauptziel gesehen, heute gehe er vor allem um das Verstehen der Probleme. Schall kritisierte auch die unzureichende Fehlerkultur in der Entwicklungspolitik. Während in Silicon Valley, das immer für seine bahnbrechenden Innovationen gelobt wird, völlig normal ist zu scheitern, ist in der Entwicklungspolitik scheitern grundsätzlich verboten. Dies fördert nicht unbedingt große Innovationen.</p>
<p>Hans Mayrhofer vom Ökosozialen Forum verwies auf den Umstand, dass drei Viertel der Armen weltweit in ländlichen Gebieten leben. Besonders in Entwicklungsländern hängen die Lebensbedingungen des Großteils der Menschen von der Landwirtschaft und insbesondere von kleinen Familienbetrieben ab. Landwirtschaft ist daher ein Schlüsselsektor für die Armutsreduktion und Hungerbekämpfung. Die FAO fordert daher eine nachhaltige Intensivierung. Innovation bedeutet in diesem Zusammenhang auch die rechtliche Absicherung des Zugangs zu Land. Landeigentümerschaft ist wichtig, damit die Bäuerinnen und Bauern nachhaltig wirtschaften.</p>
</div><img decoding="async"  class="x-img x-img-none"  src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/05/PodiumLW_Innovation.jpg" ><div id="" class="x-text" style="" ><p>v.l.n.r. Martin Kugler, Rainer Haas, Petra Dannecker, Gunter Schall und die Veranstalter Hans Mayrhofer vom Ökosozialen Forum und Andreas Melcher vom Centre for Development Research der BOKU</p>
</div></div></div></div><div id="x-section-3" class="x-section" style="margin: 0px;padding: 45px 0px; background-color: transparent;" ><div id="" class="x-container max width" style="margin: 0px auto;padding: 0px;" ><div  class="x-column x-sm x-1-1" style="padding: 0px;" ><div id="" class="x-text" style="" ><p>Ein Video der Veranstaltung finden Sie hier: <a href="https://de-de.facebook.com/pg/oekosozialesforum/videos/?ref=page_internal">https://de-de.facebook.com/pg/oekosozialesforum/videos/?ref=page_internal</a></p>
<p><a href="https://oekosozial.at/unsere-themen/entwicklungspolitik/factsheet-entwicklungszusammenarbeit-in-zeiten-des-klimawandels/">Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema.</a></p>
</div></div></div></div><div id="x-section-4" class="x-section" style="margin: 0px;padding: 45px 0px; background-color: transparent;" ><div id="" class="x-container max width" style="margin: 0px auto;padding: 0px;" ><div  class="x-column x-sm x-1-3" style="padding: 0px;" ><img decoding="async"  class="x-img x-img-none"  src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/05/BOKU.jpg" ></div><div  class="x-column x-sm x-1-3" style="padding: 0px;" ><img decoding="async"  class="x-img x-img-none"  src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/05/DE_FOER_OEZA.jpg" ></div><div  class="x-column x-sm x-1-3" style="padding: 0px;" ><img decoding="async"  class="x-img x-img-none"  src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/05/Aktionstage_Logo_Block_Download_web_2024pi.jpg" ></div></div></div></div><p>The post <a href="https://oekosozial.at/innovationen-in-der-entwicklungspolitik/">Innovationen in der Entwicklungspolitik</a> first appeared on <a href="https://oekosozial.at">Ökosoziales Forum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Rohstoffe zwischen Wirtschafts- und Entwicklungspolitik</title>
		<link>https://oekosozial.at/zugreifen-bevor-es-andere-tun-rohstoffsicherung-zwischen-wirtschaftsinteressen-und-entwicklungspolitik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[micky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Nov 2016 22:50:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klima/Umwelt/Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="cs-content" class="cs-content"><div id="x-section-5" class="x-section" style="margin: 0px;padding: 0px 0px 45px; background-color: transparent;" ><div id="" class="x-container max width" style="margin: 0px auto;padding: 0px;" ><div  class="x-column x-sm x-1-1" style="padding: 0px;" ><div id="" class="x-text" style="" ><p>Ressourcen sind für Unternehmen und Volkswirtschaften von herausragender Bedeutung. Die Bemühungen, sich Zugang zu Bodenschätzen zu sichern, schaffen neue Abhängigkeiten. In der Vergangenheit konnten einige Länder ihren Ressourcenreichtum für Entwicklungschancen nutzen, anderen ist das weniger gut gelungen. Auch profitieren die Menschen in diesen Ländern in sehr unterschiedlichem Ausmaß von den Bodenschätzen. Über die Fragen, wie der Zugang zu Ressourcen abgesichert wird, wie die EU und andere „Global Player&#8220; den Zugang zu den benötigten Rohstoffen sichern und welche Konsequenzen dies für die globale Sicherheit, für Menschenrechte und Demokratie hat, wurde am 30. November auf Einladung des Ökosozialen Forums Europa und der Landesverteidigungsakademie intensiv diskutiert. Am Podium brachten der Leiter des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement?der Landesverteidigungsakademie Walter Feichtinger, Nahost-Expertin Karin Kneissl, ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter und der Generalsekretär des Ökosozialen Forums Hans Mayrhofer ihre Sichtweisen auf den Punkt. In der von Kurier-Redakteurin Sandra Baierl geleiteten Debatte wurden die unterschiedlichen Einschätzungen der Teilnehmer deutlich.</p>
<p>Bei fossilen Ressourcen spielen seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur Eigentumsrechte, sondern auch der physische Zugang eine bedeutende Rolle, machte Karin Kneissl deutlich, die Konsequenz waren militärische Allianzen, um diesen Zugang dauerhaft sicherzustellen. Handelspolitisch haben sich seit 2002 multilaterale Verträge das Nachsehen. Es entwickelt sich in Richtung bilaterale Verträge. Das Problem ist, dass die EU – nicht zuletzt wegen der Sanktionen gegen den Iran – international als nicht mehr verlässlicher Vertragspartner gesehen wird.</p>
<p>Diesem Befund widersprach Hans Mayrhofer. Die EU ist trotz ihrer internen Probleme paktfähig. Gerade angesichts der Erwartungen, dass sich die USA künftig aus einigen internationalen Politikfeldern zurückziehen werde, könnte die EU hier ein Vakuum füllen. Die EU könnte künftig als Leuchtturm dienen und ein neues Selbstbewusstsein auf Basis europäischer Werte entwickeln, die Energiewende ist nur ein Beispiel. Mit langfristigen Partnerschaften auf Augenhöhe könne Europa als verlässlicher Vertragspartner punkten.</p>
<p>In das gleiche Horn stieß Martin Ledolter. Die EZA muss Partikularinteresse hintanstellen, Afrika ist ein Wirtschaftsmarkt, deshalb ist gemeinsames Vorgehen nötig, um zu verhindern, dass einzelne Ländern durch die Hintertüre ihre Interessen durchsetzen. Ziel ist, dass die Lebensbedingungen möglichst vieler Menschen verbessert werden. Probleme machen nicht vor Landesgrenzen halt. Wir brauchen global eine faire Verteilung von Ressourcen, wir müssen eine Perspektive bieten. Bis 2050 wird sich die Bevölkerung in Afrika verdoppeln. Die SDGs zielen u. a. darauf ab, weltweit die Armut bis 2030 zu beseitigen. In den letzten Jahrzehnten ist es gelungen, eine Milliarde Menschen aus der Armut zu holen. Die Welt stand noch nie so gut da wie heute. Wenn wir es jetzt nicht schaffen, dann nie.</p>
<p>Auch wenn die EU derzeit mit sich selbst beschäftigt ist, müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass sich die Welt weiterdreht. Europa hat einen Handlungszwang, weil der geopolitische Wettbewerb stärker wird. Es braucht hier europäische Positionen, forderte Walter Feichtinger. Wenn das gelingt, sieht er bestehende Ressourcen-Abhängigkeit nicht als Problem, weil es sich um wechselseitige Abhängigkeiten handelt. Auch Russland braucht die Devisen aus dem Energieexport. Wenn Europa gleichzeitig stärker auf Erneuerbare setzt, können Abhängigkeiten zusätzlich verhindert werden.</p>
<p>Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema. <a href="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2016/12/20161130_Factsheet_Ressourcenb.pdf">Factsheet_Ressourcen_11_2016</a></p>
</div><img decoding="async"  class="x-img x-img-none"  src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2016/12/LVAK_ADA_.jpg" ></div></div></div></div><p>The post <a href="https://oekosozial.at/zugreifen-bevor-es-andere-tun-rohstoffsicherung-zwischen-wirtschaftsinteressen-und-entwicklungspolitik/">Rohstoffe zwischen Wirtschafts- und Entwicklungspolitik</a> first appeared on <a href="https://oekosozial.at">Ökosoziales Forum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der globale Sojamarkt und seine Konsequenzen</title>
		<link>https://oekosozial.at/der-globale-sojamarkt-und-seine-konsequenzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[micky]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2016 22:24:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf sechs Prozent der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche wird heute Soja angebaut. Die Zuwachsraten in der Vergangenheit waren enorm: Während 1960 17 Millionen Tonnen produziert wurden, waren es 2012 253 Millionen Tonnen. Direkt von Menschen konsumiert werden etwa zwei Prozent der geernteten Sojabohnen. Der überwiegende Anteil der Sojaernte wird einerseits zur Sojaölgewinnung eingesetzt, das vor allem in der Lebensmittelindustrie verwendet wird, ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf sechs Prozent der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche wird heute Soja angebaut. Die Zuwachsraten in der Vergangenheit waren enorm: Während 1960 17 Millionen Tonnen produziert wurden, waren es 2012 253 Millionen Tonnen. Direkt von Menschen konsumiert werden etwa zwei Prozent der geernteten Sojabohnen. Der überwiegende Anteil der Sojaernte wird einerseits zur Sojaölgewinnung eingesetzt, das vor allem in der Lebensmittelindustrie verwendet wird, aber auch für die Produktion von Biodiesel. Andererseits wird der verbleibende Sojakuchen aufgrund des hohen Eiweißgehalts in der Tierhaltung verfüttert.</p>
<p>Die Sojabohne zählt weltweit zu den wichtigsten Nutzpflanzen. Fast 88 % der gesamten Soja-Produktion finden auf dem amerikanischen Kontinent statt. Hauptproduzent sind die USA mit rund 108 Mio. Tonnen jährlich, gefolgt von Brasilien mit 87 Mio. Tonnen, Argentinien mit 53 Mio. Tonnen, vor der Volksrepublik China mit 12 Mio. Tonnen und Indien mit 11 Mio. Tonnen. Auch im globalen Handel nimmt Soja eine herausragende Stellung ein. Von allen weltweit gehandelten Rohstoffen ist Soja jener mit dem höchsten Umsatz.</p>
<p><strong>Tierhaltung in Europa und China braucht Sojaimporte</strong><br />
Der Agrarjournalist Jan Peters stellte klar, dass die Tierhaltung in Europa ohne Sojaimporte nicht in der derzeitigen Form aufrechterhalten werden könne: Der Fleischpreis würde sich verdoppeln und damit der Fleischkonsum insgesamt sinken &#8211; auf ein von der WHO empfohlenes Niveau. Während der Fleischkonsum in Europa rückläufig ist, verändern sich die Ernährungsgewohnheiten in China und passen sich vermehrt einem westlichen Stil an. In den vergangenen 20 Jahren ist der Fleischverbrauch im Land der Mitte um 81 % gestiegen, was einen hohen Einfuhrbedarf an Soja-Futtermittel notwendig macht. Peters verwies auf den Umstand, dass manche Länder aufgrund klimatischer und anderer Bedingungen wesentlich günstiger erzeugen können als andere Länder. Aufgrund der niedrigen Transportkosten verhindern manche Exportprodukte den Aufbau einer entsprechenden Produktion in anderen Ländern. Als Beispiel nannte Peters neuseeländische Milchexporte nach Vietnam. Eine Erhöhung der Transportkosten könnte hier Abhilfe schaffen.</p>
<p><strong>Sojaanbau hat zu Verschiebung innerhalb der Landwirtschaft geführt</strong><br />
Der Projektentwickler, Unternehmensberater und Lateinamerikaspezialist Martin Hubinger wies auf die enorme Bedeutung der landwirtschaftlichen Wertschöpfung für die Länder Lateinamerikas hin. Die Landwirtschaft in Lateinamerika nimmt eine wichtigere Stellung in der Wirtschaftsstruktur ein als in Europa. Wenn man die Wirtschaftssektoren der Länder ansieht, beträgt in Argentinien oder Brasilien der Anteil der Sektoren im Bereich Landwirtschaft 10 %, Industrie 40 % und Dienstleistung 50 % des erwirtschafteten BIP. In der Exportstatistik von Brasilien, machen Sojabohnen 10 % aller Exporte aus. Damit liegen Sojabohnen nach Eisenerz an zweiter Stelle der Exportprodukte mit einen Wert von 23 Mrd. USD liegen. Dazu kommen Exporte von Sojamehl i.d.H.v. ca. 7 Mrd. USD an. Zählt man beides zusammen ist Soja somit das größte Exportgut Brasiliens mit rund 13 % aller Exporte. Von den 10 größten Sojaproduzenten liegen 5 in Lateinamerika: Brasilien an 2. Stelle, an dritter Stelle Argentinien, an 6. Paraguay und an 8. Uruguay. Laut der FAO ist in Paraguay, Uruguay und Argentinien die Soja gemessen an der Gesamtproduktion in Tonnen die am meisten angebaute Pflanze, weit vor Mais oder Zuckerrohr.</p>
<p>Nach Prognosen soll Brasilien 2025 der wichtigste Sojaproduzent sein wird. Wenn man sich die gesamte Anbaufläche in Südamerika und der Karibik ansieht, nimmt Soja laut Daten der OECD mit Abstand den ersten Rang ein. Mit 2015 wurden auf rund 56 Mio. Hektar Soja angebaut. An zweiter Stelle liegt Mais mit ca. 35 Mio. Hektar und gefolgt wieder mit großem Abstand von Zuckerrohr mit ca. 12 Mio. Hektar. Und der Trend in Richtung Soja geht weiter. Im Jahr 2025 wird voraussichtlich auf über 70 Mio. Hektar Soja angebaut. Das verdrängt den Anbau herkömmlicher Pflanzen, treibt die Abholzung des Regenwaldes voran und fördert „Landgrabbing&#8220; durch ausländische Investoren.</p>
<p>In Lateinamerika haben wir es mit Ausnahme der Musterschüler Uruguay und Chile mit Demokratien zu tun, die sehr starken Einfluss auf die wirtschaftliche Struktur des Landes nehmen, was teilweise auch mit Korruption einhergeht. Insbesondere im Bereich der Mienenindustrie, im pharmazeutischen Bereich, aber auch in der Agroindustrie wird massives Lobbying betrieben. Außerdem schützen sich die Länder auch gegen ausländische Konkurrenz. Insbesondere Brasilien hat neben extrem hohen Zöllen mit teilweise 100 % oder mehr auch ein Verwaltungsregime, das ausländischen (österreichischen) Firmen den Markteintritt erschwert. Hinsichtlich Einfluss auf die Politik ist die Strukturierung der Landwirtschaft zu beachten. Die Bauern sind wie auch in Europa genossenschaftlich strukturiert, wobei es unterschiedlichste Größen von Genossenschaften gibt. Wir arbeiten in einem Projekt mit einer landwirtschaftlichen Kooperative in Brasilien, die 9.900 assoziierte Bauern hat. Derzeit fehlt es vor allem an Politikkohärenz, einerseits trachtet Wirtschaftspolitik danach, notwendige Rohstoffe zu sichern (landwirtschaftliche, aber auch seltene Erden etc.), andererseits versucht man dann wiederum mittels Entwicklungspolitik, die dadurch entstandenen Probleme zu beseitigen oder Schieflagen auszugleichen.</p>
<p><strong>Preisströme lenken Warenströme</strong><br />
Der Präsident des Ökosozialen Forums Österreich, Stephan Pernkopf, verwies auf die bestehende Eiweißlücke in Europa. Um die benötigte Eiweißversorgung (vor allem für die Fütterung) zu sichern, importiert die EU derzeit Waren, für deren Produktion eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 25 Millionen Hektar notwendig sind (aufgrund der hohen Flächenerträge und der Effizienzsteigerung in der Verarbeitung sind die Zahlen seit 2008 rückläufig). Österreich ist in Europa der fünftgrößte Sojaproduzent, auf rund 44.000 Hektar wird Soja angebaut. Wir produzieren gentechnikfrei, aber die 550.000 Tonnen, die wir importieren kommen aus den USA, Brasilien und Argentinien, dort wird nicht gentechnikfrei produziert. Preisströme lenken Warenströme und Landwirtschaft ist nicht nur Ökologie, sondern auch Ökonomie. Und gentechnikfreies Soja ist auf dem Weltmarkt schwierig zu bekommen. Regionale Kreisläufe sind daher von großer Bedeutung, einerseits für KonsumentInnen, andererseits müsse auch die heimische Sojaproduktion ausgebaut werden.</p>
<p><strong>Globale Partnerschaften mit privatem Sektor</strong><br />
Auf die hohe ökonomische Bedeutung der Landwirtschaft für Afrika wies auch die BOKU-PhD-Studentin Sara Hellen Kaweesa hin. Bis zu 80 % der Wirtschaft hängen von der landwirtschaftlichen Produktion ab. Ohne Landwirtschaft gibt es keinen Wohlstand. Kaweesa fokussiert in ihren Ausführungen vor allem ihr Heimatland Uganda: Die Mehrzahl der Betriebe dient der Eigenversorgung mit Lebensmitteln &#8211; viele davon in weiblicher Hand &#8211; bewirtschaftet unter 2 Hektar, wobei die Eigentumsrechte sehr kompliziert sind. Zudem handelt es sich in vielen Fällen um sehr fragile Ökosysteme. Der Sojaanbau kann wirtschaftlich nützlich sein, aber auch neue Abhängigkeiten schaffen und zu Verwerfungen in der lokalen Nahrungsmittelversorgung führen (wie in etwa der Baumwollanbau vor 20 Jahren). Kaweesa forderte mehr Solidarität und globale Partnerschaften, die auch den privaten Sektor umfassen.</p>
<p>Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema. <a href="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2016/12/20151013_Factsheet_Soja_final.pdf">Factsheet_Soja_10_2016</a></p>
<p>Diese Veranstaltung des Ökosozialen Forums Europa wurde in Kooperation mit dem Institut für Umwelt, Freude und Entwicklung durchgeführt und von der Austrian Development Agency unterstützt.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3717" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40.png" alt="Gefördert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit" width="239" height="103" srcset="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40.png 239w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40-100x43.png 100w" sizes="(max-width: 239px) 100vw, 239px" /></p><p>The post <a href="https://oekosozial.at/der-globale-sojamarkt-und-seine-konsequenzen/">Der globale Sojamarkt und seine Konsequenzen</a> first appeared on <a href="https://oekosozial.at">Ökosoziales Forum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Menschen auf der Flucht vor Klimakatastrophen</title>
		<link>https://oekosozial.at/menschen-auf-der-flucht-vor-klimakatastrophen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[micky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2016 22:11:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klima/Umwelt/Ressourcen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In ihrem Einleitungsreferat führte Barbara Bendandi von der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) aus, dass Migration dem Klimawandel ein Gesicht gibt. Der Zusammenhang zwischen Ressourcenmangel und Migration wird durch den Klimawandel in zweifacher Weise beeinflusst. Einerseits direkt, durch die Zunahme von Naturkatastrophen (Veränderung der Niederschlagshäufigkeit, vermehrt Dürren und Extremwetterereignisse) und indirekt durch die Abnahme der landwirtschaftlichen Produktivität mit Auswirkungen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In ihrem Einleitungsreferat führte Barbara Bendandi von der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) aus, dass Migration dem Klimawandel ein Gesicht gibt. Der Zusammenhang zwischen Ressourcenmangel und Migration wird durch den Klimawandel in zweifacher Weise beeinflusst. Einerseits direkt, durch die Zunahme von Naturkatastrophen (Veränderung der Niederschlagshäufigkeit, vermehrt Dürren und Extremwetterereignisse) und indirekt durch die Abnahme der landwirtschaftlichen Produktivität mit Auswirkungen auf die Haushaltseinkommen und die Marktpreise für Lebensmittel.</p>
<p><strong>Regionen unterschiedlich betroffen</strong><br />
Die Auswirkungen sind in unterschiedlichen Regionen sehr verschieden. In Zentral-, Süd- und Südost-Asien wird die Frischwasserverfügbarkeit bis 2050 drastisch zurückgehen. In den Küstengebieten in Süd- und Südost-Asien werden sich Überflutungen häufen. Manche kleine Inselstaaten wie Tuvalu planen bereits die Umsiedelung ihrer Bevölkerung.</p>
<p>In Afrika werden bis 2020 zwischen 75 und 250 Mio. Menschen durch zunehmenden Wassermangel betroffen sein. Bis zu 80 % der Menschen leben unmittelbar von der Landwirtschaft und übernutzen bereits fragile Böden, um ihr Leben bestreiten zu können. Der Klimawandel verschlechtert die Bodendegradation noch zusätzlich. Schlechtes Landmanagement gepaart mit den Auswirkungen des Klimawandels werden die landwirtschaftliche Produktion etwa in Burkina Faso um 13 % reduzieren, im Sudan um 50 %, so die Prognosen. Der Temperaturanstieg in Lateinamerika wird langfristig in manchen Gebieten den Regelwald in Savanne verwandeln. Die Andenregion wird unter zunehmenden Überflutungen, Vermurungen und Stürmen leiden. Mexiko wird vermehrt mit Dürren zu kämpfen haben.</p>
<p>Aufgrund der hohen Bedeutung der Landwirtschaft für Entwicklungsländer ist die Sanierung von degradierten Flächen ein wichtiger Schlüssel, weil dadurch jungen Menschen eine Jobperspektive geboten werden kann. In zehn Jahren leben 2,4 Mrd. Menschen in dürregefährdeten Regionen Mariam Traore von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wies darauf hin, dass Menschen, die vor den Auswirkungen des Klimawandels fliehen, nicht Flüchtlinge im Verständnis der Genfer Konvention sind. Es gibt zwar Bestrebungen, „Klimaflüchtlinge&#8220; in den Schutz der Flüchtlingskonvention zu stellen, in naher Zukunft zeichnet sich dies aber nicht.</p>
<p>Mobilität ist ein Produkt aus Resilienz und Verwundbarkeit und muss differenziert betrachtet werden. Während MigrantInnen Marginalisierung und Risiken in Kauf nehmen, kann sich gleichzeitig durch Mobilität die Sicherheit erhöhen. Während in den Herkunftsregionen ein Verlust von Humankapital ein großes Problem darstellt und zu demographischem Ungleichgewicht führen kann, besteht die Möglichkeit, aufgrund von Geldsendungen die Lebensbedingungen der zurückbleibenden Angehörigen zu verbessern. Während in den Zielländern die kommunalen Services verstärkt beansprucht und mehr Umweltressourcen verbraucht werden, erhöht sich gleichzeitig die kulturelle Diversität und die Wirtschaft kann profitieren. Am verwundbarsten sind jene Gruppen, die nicht einmal die Möglichkeit zur Migration haben, die so genannten „trapped people&#8220;. Migration findet in der Regel zunächst in die nahe gelegenen urbanen Regionen statt.</p>
<p>Nach Schätzungen des IOM wurden zwischen 2008 und 2013 etwa 165 Mio. Menschen aufgrund von Naturkatastrophen vertrieben. Bis 2025 werden bis zu 2,4 Mrd. Menschen in dürregefährdeten Regionen leben, 50 Millionen in Gegenden, die von Wüstenbildung betroffen sind. Weltweit liegen 50 Metropolen in Küstenregionen unter 10 Meter über dem Meeresspiegel, dort leben rund 10 % der Weltbevölkerung. Der Anstieg des Meeresspiegels trifft diese Regionen unmittelbar.</p>
<p>Ziele muss es in folgender Reihenfolge sein:<br />
1. Erzwungene Migration aufgrund von Klimwandel und Umweltveränderungen zu minimieren.<br />
2. Wenn Migration erzwungen wird, MigrantInnen und soziale Gemeinschaften zu unterstützen.<br />
3. Migration zu managen, um Verwundbarkeiten zu reduzieren und Migration als mögliche Anpassungsstrategie an Umweltveränderungen und Klimawandel zu ermöglichen.</p>
<p><strong>Klimaschutz internationale Aufgabe</strong><br />
In der anschließenden Diskussion, die von brainbows-Chefin Monika Langthaler moderiert wurde, pflichtete die Präsidentin des Ökosozialen Forums Elisabeth Köstinger EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei, wenn er feststellt, dass es Europa an Union mangelt und der Union an Europa. Die Flüchtlingsfrage ist seit über einem Jahr das brennendste Thema auf der Agenda der EU und stellt die Union vor eine Zerreißprobe. So ist in der Vergangenheit nur um Geld gestritten worden. Nun aber geht es um Menschen. Die europäischen Staaten verhalten sich in dieser Frage sehr unterschiedlich. Die Aufgabe ist lösbar, aber weltweit müssen dafür die Kräfte gebündelt werden. Europa muss Vorbild bei der Bekämpfung des Klimawandels sein und Verantwortung übernehmen, weil viele auf Europa schauen. Aber den Kampf gegen den Klimawandel kann Europa mit 10 % des globalen CO2-Ausstoßes nicht alleine gewinnen.</p>
<p>Die Migrationsforscherin Daniela Paredes wies darauf hin, dass abseits von juristischen Definitionen die zentralen Fragen sind: „Wer braucht Schutz?&#8220; und „Warum verlassen Menschen ihre Heimat?&#8220; Es gibt unterschiedliche Ursachen von Migration, wirtschaftliche Gründe kann auch bedeuten, dass Frauen aufgrund von geschlechtsspezifischer Benachteiligung keine Möglichkeit haben, ein ökonomisch unabhängiges, selbstbestimmtes Leben zu führen, was bis hin zu Gewalt gegenüber Frauen reichen kann.</p>
<p><strong>Hilfe zur Selbsthilfe</strong><br />
Die Diskutantinnen waren sich einig, dass es angesichts der durch den Klimawandel verursachten Migration mehr Bewusstseinsbildung in der breiten Öffentlichkeit brauche. Auch die Hilfe zur Selbsthilfe in den besonders betroffenen Ländern ist von enormer Bedeutung. Menschen brauchen in ihren Heimatländern Perspektiven. Um Jobs zu schaffen, müssen die internationale Gemeinschaft, die jeweiligen Regierungen und der private Sektor zusammenarbeiten. In vielen Ländern ist Landbesitz und dessen Absicherung für Kleinbauern eine wichtige Frage.</p>
<p>Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema. <a href="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/02/20150919_Factsheet_Klimaflucht.pdf">20150919_Factsheet_Klimaflucht</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3717" src="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40.png" alt="Gefördert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit" width="239" height="103" srcset="https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40.png 239w, https://oekosozial.at/wp-content/uploads/2017/09/Bildschirmfoto-2017-09-25-um-10.59.40-100x43.png 100w" sizes="(max-width: 239px) 100vw, 239px" /></p><p>The post <a href="https://oekosozial.at/menschen-auf-der-flucht-vor-klimakatastrophen/">Menschen auf der Flucht vor Klimakatastrophen</a> first appeared on <a href="https://oekosozial.at">Ökosoziales Forum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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