Niederösterreich, Tattendorf

Im Leitbild der Gemeinde Tattendorf ist das Bekenntnis zum umweltfreundlichen Umgang mit den Ressourcen klar verankert. Und man ist sich bewusst, dass die Verantwortung nicht bei der Ortstafel endet. Deutlich wird das etwa durch die vielen Projekte zur Errichtung von Grüner Infrastruktur rund um die Triesting, einem nahen Fluss mit einst großflächigen Auen. Beispielsweise wird der Landschaft rund um die Triesting durch die „Geburtstags-Au“ Schritt für Schritt ein bis dato landwirtschaftlich genutztes Grundstück zurückgegeben. Auf dieser Fläche wird auf Kosten der Gemeinde seit 1998 für jedes neugeborene Tattendorfer Kind ein Baum gepflanzt. Die „Geburtstagsbäume“ sollen die Kinder nicht nur an ihre Verwurzelung in ihrem Heimatdorf erinnern. Als Vorleistung an die Umwelt sollen sie einen Teil jenes Treibhausgases binden und unschädlich machen, für den die jungen ErdenbürgerInnen künftig verantwortlich sein werden. Gleichzeitig sollen sie aber auch einen Teil des Sauerstoffs produzieren, den ihre Patenkinder in der Zukunft zum Atmen brauchen. Seit Herbst 2000 wird an bestimmte Bäume eine weitere Auszeichnung vergeben: Abgestorbener Laubbaum und starker Stammdurchmesser – dies sind die Kriterien für die speziell gekennzeichneten Tattendorfer „Pensionsbäume“. Sie bieten den – meist vom Aussterben bedrohten – Totholzbewohnern einen wertvollen Lebensraum. Außerdem werden der Triesting- Au 5,3 Hektar Mischwald als Naturwaldzelle zur Verfügung gestellt. Eine gesunde Au mit reicher Flora und Fauna ist der Lohn. Fläche alleine reicht aber nicht aus. Damit die Au intakt bleibt, wird sie mit den Hochwässern der Triesting gespeist. Dies schützt gleichzeitig die Gemeinde vor großen Wassermengen. Eine Win-win-Situation für Gemeindebevölkerung und Natur.

Nähere Informationen unter www.tattendorf.at



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Ein Leitfaden für die grüne Infrastruktur im ländlichen und städtischen Raum