Heute schließen mehr Frauen als Männer in der EU ein Bachelorstudium ab – in allen Fachbereichen, einschließlich der Bereiche Naturwissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik. Doch je höher die Stufen auf der akademischen Leiter, desto dünner wird die Luft für Frauen. Bei den Doktorand:innen sinkt der Anteil der Frauen schon auf unter die Hälfte. Auch variiert ihr Anteil je nach Fachbereich erheblich: In der Pädagogik sind es über 67 %, in den Informations- und Kommunikationstechnologien, einem Bereich, der für das Produktivitätswachstum von entscheidender Bedeutung ist und bereits mit einem akuten Fachkräftemangel zu kämpfen hat, hingegen nur 22 %.
Frauen in der Wisenschaft
Das von der EU-Kommission herausgegebene Datenset „SheFigures“ gibt jährlich einen knappen Überblick über die Beteiligung von Frauen in Wissenschaft und Forschung in der Europäischen Union.
Frauen stellen:
- 48 % der Absolvent:innen eines Doktoratsstudiums (in den Natur- und Ingenieurswissenschaften sind es 37 %)
- 34 % der Autor:innen wissenschaftlicher Publikationen
- 34 % der in der Forschung Tätigen
- 30 % der Ordentlichen Professor:innen
- 9 % der Patentanträge

Österreich unter dem EU-Schnitt
Österreich hinkt dabei auch noch dem europäischen Durchschnitt deutlich hinterher. Im Jahr 2023 lag der Frauenanteil am wissenschaftlichen Personal in Österreich bei 26 Prozent (Vollzeitäquivalente). Mit jedem weiteren Schritt auf der akademischen Karriereleiter sinkt dieser Anteil. Besonders wenige Frauen sind in der außeruniversitären Forschung tätig. Im Unternehmenssektor ist der Frauenanteil mit 18 Prozent besonders gering.
Quelle:
- she-figures
- unesco.at
- research-and-innovation.eu
