{"id":5824,"date":"2025-10-16T13:32:07","date_gmt":"2025-10-16T11:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/?p=5824"},"modified":"2025-10-22T10:59:47","modified_gmt":"2025-10-22T08:59:47","slug":"welternaehrungstag-2025-presseaussendung-sozialer-transfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/welternaehrungstag-2025-presseaussendung-sozialer-transfer\/","title":{"rendered":"Weltern\u00e4hrungstag 2025: Presseaussendung Sozialer Transfer"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Bleiben die Teller armutsbetroffener Menschen immer \u00f6fter leer?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Lebensmittel retten&#8220; liegt voll im Trend. Doch die Versorgung armutsbetroffener Menschen wird f\u00fcr vertrauensw\u00fcrdige Sozialorganisationen zunehmend schwieriger. Das \u00d6kosoziale Forum Wien, Die Tafel \u00d6sterreich und der Samariterbund Wien lenken in einer gemeinsamen Presseaussendung zum Weltern\u00e4hrungstag die Aufmerksamkeit auf eine Problemstellung, die bislang noch weitgehend unbekannt ist: die zunehmende Verknappung von Lebensmittelspenden f\u00fcr den Sozialen Transfer &#8211; also die Weitergabe an armutsbetroffene Menschen. Die drei Partnerorganisationen stellen in diesem Zusammenhang die Frage nach der Zukunft der Lebensmittelrettung:Versorgung Armutsbetroffener oder schleichende Kommerzialisierung?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>OTS (Wien | 16. Oktober 2025)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Weltern\u00e4hrungstag 2025: Zukunft der Lebensmittelrettung &#8211; Versorgung Armutsbetroffener oder schleichende Kommerzialisierung?<\/h4>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Lebensmittel retten&#8220; liegt voll im Trend. Doch die Versorgung armutsbetroffener Menschen wird f\u00fcr vertrauensw\u00fcrdige Sozialorganisationen zunehmend schwieriger.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Noch vor zehn Jahren gab es mehr als genug Warenspenden, die von Sozialorganisationen gerettet und zur Versorgung Armutsbetroffener weiterverteilt werden konnten. Heute stehen diese Organisationen vor einer schwierigen Situation: Durch neue Vertriebswege, Abgabeformen und Produktlinien sind die verf\u00fcgbaren Warenspenden (vor allem aus dem Handel) immer weniger geworden. Zus\u00e4tzlich versch\u00e4rfen neue, oftmals kommerzielle Akteure, die f\u00fcr zunehmend Konkurrenz um die Warenspenden sorgen, die Lage.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6kologische Perspektive ist f\u00fcr&nbsp;<strong>Andrea Schnattinger, Pr\u00e4sidentin des \u00d6kosozialen Forums Wien<\/strong>, klar &#8211; aber eben nur eine Seite der Medaille: &#8222;<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Andrea%20Schnattinger,%20Pr%C3%A4sidentin%20des%20%C3%96kosozialen%20Forums%20Wien\">Je weniger Lebensmittel im M\u00fcll landen, desto besser. Doch auch die soziale Dimension von Lebensmittelrettung darf nicht \u00fcbersehen werden<\/q>&#8222;, betont Schnattinger und erg\u00e4nzt: \u201c<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Andrea%20Schnattinger,%20Pr%C3%A4sidentin%20des%20%C3%96kosozialen%20Forums%20Wien\">Die Versorgung armutsbetroffener Menschen mit Lebensmitteln &#8211; und zwar mit einem ausgewogenen Mix an Lebensmitteln &#8211; ist eine sehr wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Diese Aufgabe wird f\u00fcr Sozialorganisationen leider zunehmend schwieriger.<\/q>\u201d<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Andrea%20Schnattinger,%20Pr%C3%A4sidentin%20des%20%C3%96kosozialen%20Forums%20Wien\"><\/q><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Alexandra%20Gruber,%20Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrerin%20Die%20Tafel%20%C3%96sterreich\">Wir und viele unserer Partnerorganisationen sp\u00fcren einen seit Jahren zunehmenden Druck in der Akquise von Warenspenden. Mittlerweile m\u00fcssen wir von einer echten Knappheit sprechen<\/q>\u201d, so&nbsp;<strong>Alexandra Gruber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Die Tafel \u00d6sterreich<\/strong>. Ihre Organisation widmet sich seit \u00fcber 25 Jahren dem Sozialen Transfer \u2013 also der Versorgung armutsbetroffener Menschen mit Lebensmittelspenden. Der Begriff \u201cLebensmittelrettung\u201d kommt von dort und war \u00fcber lange Zeit dem Sozialen Transfer vorbehalten, erkl\u00e4rt sie. Mittlerweile sei er aber so popul\u00e4r geworden, dass er f\u00fcr alles M\u00f6gliche verwendet werde \u2013 von Abverkaufsware bis zu neuen Produktlinien. Diese Entwicklungen sind nicht grunds\u00e4tzlich problematisch, so Gruber, erg\u00e4nzt aber: \u201e<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Alexandra%20Gruber,%20Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrerin%20Die%20Tafel%20%C3%96sterreich\">Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr den Sozialen Transfer. Wo die Warenspenden daf\u00fcr knapp werden, Geld daf\u00fcr verlangt wird oder konkurrenzorientierte Akteure anerkannten Sozialorganisationen die Lebensmittel abwerben, da steht das Feld des Sozialen Transfers an der Schwelle zu einer wirklich bedrohlichen Situation.<\/q>\u201d<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Alexandra%20Gruber,%20Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrerin%20Die%20Tafel%20%C3%96sterreich\"><\/q><\/p>\n\n\n\n<p>Auch&nbsp;<strong>Oliver L\u00f6hlein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Samariterbundes Wien und \u00d6SF Wien Vizepr\u00e4sident<\/strong>, best\u00e4tigt: \u201e<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Oliver%20L%C3%B6hlein,%20Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrer%20des%20Samariterbundes%20Wien%20und%20%C3%96SF%20Wien%20Vizepr%C3%A4sident\">Es f\u00e4llt uns immer schwerer, Lebensmittelspenden \u2013 speziell Obst und Gem\u00fcse sowie Frischlebensmittel wie Joghurt oder Milch \u2013 aufzutreiben, um damit unsere Kund:innen in den Sozialm\u00e4rkten ausreichend zu versorgen. Aber auch die Regale f\u00fcr Grundnahrungsmittel wie \u00d6l, Reis oder Mehl bleiben mittlerweile leider immer \u00f6fter leer<\/q>&#8222;, berichtet L\u00f6hlein und erg\u00e4nzt: \u201e<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Oliver%20L%C3%B6hlein,%20Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrer%20des%20Samariterbundes%20Wien%20und%20%C3%96SF%20Wien%20Vizepr%C3%A4sident\">Die Knappheit bei Warenspenden hat sich in den letzten Jahren zunehmend zugespitzt. Daher setzen wir uns f\u00fcr Rahmenbedingungen ein, die f\u00fcr vertrauensw\u00fcrdige Sozialorganisationen die Voraussetzungen schaffen, um ihren Auftrag in der Bek\u00e4mpfung von Ern\u00e4hrungsarmut auch in Zukunft zu erf\u00fcllen.<\/q>\u201d Das Feld sei seit Jahrzehnten sozial und auf Kooperation ausgerichtet, um Armutsbetroffene zu versorgen, so L\u00f6hlein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201c<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Ren%C3%A9%20Hartinger,%20Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrer%20des%20%C3%96kosozialen%20Forums%20Wien\">Die Bem\u00fchungen anerkannter Sozialorganisationen um Lebensmittel f\u00fcr die Versorgung armutsbetroffener Menschen reichen mittlerweile weit \u00fcber die Akquise von Warenspenden hinaus<\/q>\u201d, wei\u00df&nbsp;<strong>Ren\u00e9 Hartinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u00d6kosozialen Forums Wien<\/strong>. Darunter fallen nicht nur die mittlerweile gut bekannten \u201cSammeltage\u201d. Der Samariterbund Wien hat vergangenes Jahr sogar ein eigenes Urban Farming Projekt gestartet, um selbst Obst zu ernten und eigenes Gem\u00fcse zu produzieren, mit dem die Sozialm\u00e4rkte und Sozialeinrichtungen versorgt werden k\u00f6nnen. Partnerorganisationen wie Die Tafel \u00d6sterreich sorgen beispielsweise mit Obsternteaktionen im Wienerwald f\u00fcr zus\u00e4tzliche Vitamine in den Lieferkisten. Nichstdestotrotz sind und bleiben die Organisationen des Sozialen Transfers aber auf Lebensmittelspenden angewiesen, um ihren gesellschaftlichen Auftrag erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, so Hartinger. Die Knappheit bei Warenspenden werde auch durch die Ellenbogentechnik einzelner Akteure, die den etablierten, vertrauensw\u00fcrdigen Sozialorganisationen die Warenspenden abzuwerben versuchen, versch\u00e4rft. &#8222;<q cite=\"https:\/\/www.ots.at\/Ren%C3%A9%20Hartinger,%20Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrer%20des%20%C3%96kosozialen%20Forums%20Wien\">Leider sind diese Probleme bislang noch weitgehend unbekannt &#8211; sowohl in der \u00d6ffentlichkeit als auch bei Stakeholdern in Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Noch wird nahezu Alles, was als \u201dLebensmittelrettung&#8220; bezeichnet wird, fast automatisch positiv wahrgenommen. Hier braucht es mehr Sensibilit\u00e4t, eine differenziertere Wahrnehmung sowie Rahmenbedingungen, die das Feld des Sozialen Transfers f\u00fcr die Zukunft sichern und gegen schleichende Kommerzialisierung und unfaire Wettbewerber sch\u00fctzen<\/q>&#8222;, so Hartinger abschlie\u00dfend.<\/p>\n\n\n\n<p>Links:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00d6kosoziales Forum Wien<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/tafel-oesterreich.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Tafel \u00d6sterreich<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/wien.samariterbund.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Samariterbund Wien<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bleiben die Teller armutsbetroffener Menschen immer \u00f6fter leer? &#8222;Lebensmittel retten&#8220; liegt voll im Trend. 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