{"id":1854,"date":"2020-06-15T12:14:16","date_gmt":"2020-06-15T10:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/?p=1854"},"modified":"2024-02-28T11:54:17","modified_gmt":"2024-02-28T10:54:17","slug":"interview-nahrungsquelle-donaustadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/interview-nahrungsquelle-donaustadt\/","title":{"rendered":"Interview: Neuauflage der Brosch\u00fcre &#8222;Nahrungsquelle Donaustadt&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Versorgung mit nachhaltigen, regionalen und gesunden Lebensmitteln hat in Wien hohen Stellenwert. \u201eNahrungsquelle Stadt\u201c \u2013 das bedeutet zum einen, dass die Wienerinnen und Wiener die vielf\u00e4ltigen Produkte der landwirtschaftlichen Betriebe Wiens kennen und genie\u00dfen. Zum anderen spielen Lebensmittelprojekte \u201ezum Mitmachen und Reinbei\u00dfen\u201c eine wichtige Rolle \u2013 beispielsweise Obstparks oder Gemeinschaftsg\u00e4rten im \u00f6ffentlichen Raum. All das ist nicht nur Genusserlebnis, Bewusstseinsbildung und Naturerfahrung, sondern gelebte nachhaltige Entwicklung. Denn regionale Produkte haben hohen \u00f6kologischen, sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert und Mitmachprojekte f\u00f6rdern die Sensibilit\u00e4t und Offenheit der Menschen f\u00fcr Umweltschutz, Natur, Gesundheit und den Wert von Lebensmitteln. <\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich der <strong>Neuauflage der Brosch\u00fcre \u201eNahrungsquelle Donaustadt\u201c<\/strong> durften wir mit <strong>Gemeinderat Josef Taucher<\/strong> und <strong>Bezirksr\u00e4tin Cornelia Trinko<\/strong>, der Agendabeauftragten der Donaustadt, \u00fcber den Mehrwert regionaler Produkte und lokaler Lebensmittelinitiativen sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Interview<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffde7c\"><strong>Die Brosch\u00fcre Nahrungsquelle Donaustadt erscheint nun bereits in der vierten Auflage und hat sich in den letzten Jahren zum gro\u00dfen Erfolg entwickelt. Wer hat sie initiiert, welche Gedanken standen dabei im Vordergrund? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Josef Taucher: <\/strong>Die Idee, regionale ProduzentInnen, G\u00e4rtnerInnen und alternative Lebensmittelkooperationen vor den Vorhang zu holen, kam vom ehemaligen Donaust\u00e4dter Bezirksvorsteher Norbert Scheed (verstorben 2014) und von mir. Die Donaustadt ist ein weitl\u00e4ufiger Bezirk mit vielen landwirtschaftlichen Betrieben. Mit der Brosch\u00fcre wollten wir eine Art Nachschlagewerk kreieren, in dem nachhaltige und innovative Wiener Betriebe vorgestellt werden, die uns t\u00e4glich mit frischen regionalen und saisonalen Produkten versorgen. Wir wollen die Wienerinnen und Wiener auf diese Betriebe und ihre hochwertigen Produkte aufmerksam machen und einladen, regional zu kaufen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es geht dabei auch um den Mehrwert im Sinne der Nachhaltigkeit: unseren Umgang mit Nahrungsmitteln, deren Produktion, den CO2-Fu\u00dfabdruck, um Solidarit\u00e4t und ein respektvolles Miteinander und letztlich um eine enkerlgerechte Zukunft. Genuss kommt von Gen\u00fcgsamkeit \u2013 wir m\u00fcssen uns bewusst machen, dass wir nur diesen einen Planeten haben, mit dem wir sorgsam umgehen m\u00fcssen. Bewusster Umgang mit Lebensmitteln und der Konsum \u2013 der Genuss \u2013 regionaler Produkte leisten hier einen essentiellen Beitrag zur Vision einer guten und lebenswerten Zukunft im Rahmen der Belastbarkeitsgrenzen der Natur.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffde7c\"><strong>Was erwartet uns in der Neuauflage der Brosch\u00fcre?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Cornelia Trinko: <\/strong>Die Leser*innen dieser Brosch\u00fcre k\u00f6nnen sich auch in dieser vierten, \u00fcberarbeiteten Auflage wieder auf interessante Informationen rund um nachhaltige Projekte, spannende Menschen und gro\u00dfartige Initiativen freuen, die unseren Bezirk nachhaltig und lebenswerter machen. Im Fokus stehen die regionalen Produzent*innen, G\u00e4rtner*innen und Landwirt*innen, die uns ihre Betriebe und Produkte vorstellen und zeigen, wie nachhaltige Lebensmittelproduktion auch in einer Millionenstadt m\u00f6glich ist. Es freut mich besonders, dass wir als Lokale Agenda Donaustadt dieses wunderbare Nachschlagewerk in Zusammenarbeit mit fantastischen Partnern wie unserem Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy, Gemeinderat, SP\u00d6-Klubvorsitzendem Josef Taucher &#8211; dem Initiator der Brosch\u00fcre &#8211; sowie dem \u00d6kosozialen Forum Wien zum vierten Mal auflegen k\u00f6nnen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffde7c\"><strong>Josef, du bist nach eigenen Angaben von Herzen Umweltpolitiker. Die Welt steht vor gro\u00dfen Herausforderungen. Auf der gro\u00dfen politischen B\u00fchne muss viel geschehen. Warum sind angesichts so gro\u00dfer Herausforderungen \u201ekleine\u201c Projekte wie Obstparks und Gemeinschaftsg\u00e4rten wichtig, und was ist das besondere an ihnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Josef Taucher: <\/strong>Ja, ich bin von Herzen Umweltpolitiker. Vor allem aber sehe ich mich als Menschenpolitiker &#8211; also jemand, der Politik im Interesse der Menschen und einer lebenswerten Welt f\u00fcr alle macht, und zwar nachhaltig. Dazu m\u00fcssen wir ganz selbstverst\u00e4ndlich auf die Natur R\u00fccksicht nehmen, denn sie ist unsere Lebensgrundlage \u2013 unsere einzige Lebensgrundlage. F\u00fcr mich als Politiker bedeutet das, unsere wunderbare Stadt m\u00f6glichst lebenswert und gleichzeitig m\u00f6glichst umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. <\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eAls Politiker k\u00f6nnen wir f\u00fcr den Rahmen f\u00fcr kommunale nachhaltige Entwicklung schaffen und gestalten &#8211; beispielsweise indem wir lokale Betriebe unterst\u00fctzen, vorbildliche Initiativen f\u00f6rdern oder Green Jobs schaffen und ausbauen.&#8220;<\/em><\/p>\n<cite>Josef Taucher, Donaust\u00e4dter Gemeinderat und Vorsitzender des SP\u00d6-Klubs im Wiener Gemeinderat<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>In einer Zeit, in der industrielle Nahrungsmittel unsere Esskultur bestimmen, braucht es gerade heute ein st\u00e4rkeres Bewusstsein daf\u00fcr, woher unsere Lebensmittel kommen und vor allem, welche Auswirkungen ihr Konsum auf Tier, Mensch, Umwelt und unsere Arbeitswelt haben. Dazu ist es wichtig, dass wir uns wieder bewusst machen, wie unsere Lebensmittel entstehen, wie sie verarbeitet werden und wie sie letztendlich schmecken. Als Politiker k\u00f6nnen wir f\u00fcr den Rahmen f\u00fcr kommunale nachhaltige Entwicklung schaffen und gestalten &#8211; beispielsweise indem wir lokale Betriebe unterst\u00fctzen, vorbildliche Initiativen f\u00f6rdern oder Green Jobs schaffen und ausbauen. Angesichts dessen sind lokale Projekte und Initiativen wie die Obststadt Wien wichtig \u2013 denn hier k\u00f6nnen die Leute direkt in Kontakt mit den Lebensmitteln und der Natur kommen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"533\" data-id=\"1757\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/04\/45249417252_356017bfd7_c.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1757\" srcset=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/04\/45249417252_356017bfd7_c.jpg 799w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/04\/45249417252_356017bfd7_c-300x200.jpg 300w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/04\/45249417252_356017bfd7_c-768x512.jpg 768w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/04\/45249417252_356017bfd7_c-100x67.jpg 100w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/04\/45249417252_356017bfd7_c-758x506.jpg 758w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1206\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/04\/Obststadt-Wien_Bild_Elisabeth_Pollak-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1206\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild: Elisabeth Pollak<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"1693\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1693\" srcset=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k-300x200.jpg 300w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k-768x512.jpg 768w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k-100x67.jpg 100w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k-758x506.jpg 758w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k-968x646.jpg 968w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/03\/46352170115_f33db368a6_k.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild: Elisabeth Pollak<\/figcaption><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">(Bilder: Elisabeth Pollak f\u00fcr \u00d6kosoziales Forum Wien)<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ebenso wichtig ist, dass die Stadt beispielsweise mit \u00d6koKauf \u2013 dem \u00f6kologischen Beschaffungsprogramm der Stadt Wien &#8211; oder der Inititative \u201eGutes Gewissen- Guter Geschmack\u201c ihre Hebel nutzt, um den Nachhaltigkeit in der Ern\u00e4hrung zu st\u00e4rken. Mit dem Organic Cities Network Europe tauschen wir uns europaweit mit anderen St\u00e4dten dar\u00fcber, tragen die Wiener Ideen in die hinaus und schauen, welche Ideen und Good Practice Ans\u00e4tze wir nach Wien holen k\u00f6nnen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffde7c\"><strong>Liebe Cornelia, du bist Agendabeauftragte der Donaustadt. Was bedeutet kommunale Nachhaltigkeit f\u00fcr dich und was sind eure Ziele mit der Agenda Donaustadt? Woran arbeitet ihr?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Cornelia Trinko: <\/strong>Als Lokale Agenda Donaustadt haben wir uns dem Leitbild der nachhaltigen Bezirksentwicklung verschrieben. Wir wollen dabei die Lebensumst\u00e4nde und die Umweltqualit\u00e4t nachhaltig weiterentwickeln. Die Donaustadt soll trotz ihres Bev\u00f6lkerungswachstums auch in Zukunft der gr\u00fcnste Bezirk Wiens sein. Spezielles Ziel der Lokalen Agenda Donaustadt ist es dabei, den Donaust\u00e4dter*innen verschiedene M\u00f6glichkeiten zu bieten, um ihren Bezirk lebenswerter zu gestalten. Dies geschieht \u00fcber kleine und gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen, die in Summe aber ein zusammenh\u00e4ngendes Ganzes ergeben. <\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201e<em>Eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie kann in meinen Augen nur erfolgreich sein, wenn viele Menschen aktiv daran beteiligt sind und ein Bewusstsein f\u00fcr Nachhaltigkeit und verantwortungsbewussten Umgang mit unserer Umwelt geschaffen wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<cite>Cornelia Trinko, Bezirksr\u00e4tin und Agendabeauftragte der Donaustadt<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie kann in meinen Augen nur erfolgreich sein, wenn viele Menschen aktiv daran beteiligt sind und ein Bewusstsein f\u00fcr Nachhaltigkeit und verantwortungsbewussten Umgang mit unserer Umwelt geschaffen wird. Zusammen arbeiten wir dann an der Zukunftsf\u00e4higkeit und Lebensqualit\u00e4t unseres Bezirks. Eine besonders aktive Zusammenarbeit gibt es an dieser Stelle bereits zwischen der Lokalen Agenda Donaustadt und dem Bezirk. Gemeinsam konnten schon zahlreiche Projekte und Initiativen realisiert werden. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffde7c\"><strong>Lieber Josef, was sind deine Zukunftsvisionen f\u00fcr die Lebensmittelversorgung in Wien? Welche Handlungsfelder und Hebel gibt es hier? Welchen Stellenwert haben Lebensmittel in der Stadt<\/strong>?<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Josef Taucher: <\/strong>Wien ist im internationalen Vergleich zu anderen Grossst\u00e4dten auf dem besten Weg, Bio-Hauptstadt zu werden. Schon heute werden fast 30 % der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che Wiens biologisch bewirtschaftet, und die Stadt legt bei der Beschaffung \u00fcber \u00d6koKauf Wien gro\u00dfen Wert auf hohe Bioanteile und Regionali\u00e4t in der Gemeinschaftsverpflegung. Die Nachfrage nach frischen, regionalen und biologisch produzierten Lebensmitteln ist so hoch wie nie zuvor \u2013 ein Trend, den ich sehr unterst\u00fctze. Ich w\u00fcnsche mir, dass wir alle unseren Sinn f\u00fcr Nachhaltigkeit auch in Zukunft weiter vertiefen und ausbauen k\u00f6nnen. Dabei geht es nicht nur um den Umgang mit Nahrungsmitteln &#8211; vom Boden bis zum Teller -, sondern auch um Mobilit\u00e4t, Verkehr, Energiegewinnung und Energieverbrauch sowie selbstverst\u00e4ndlich auch um soziale Aspekte. Kooperationen und ein respektvolles Miteinander sind die Zukunft einer erfolgreichen, nachhaltigen und lebenswerten Stadt und Gesellschaft. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffde7c\"><strong>Cornelia, was sind deine Visionen im Bereich Lebensmittel und Natur f\u00fcr den Bezirk? Warum setzt du dich als Lokalpolitikerin in diesem Bereich ein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Cornelia Trinko: <\/strong>Die Bezirksfl\u00e4che der Donaustadt nimmt ein Viertel der Bundeshauptstadt ein. Eine Besonderheit der Donaustadt ist der gro\u00dfe Gr\u00fcnraumanteil, der rund 54% betr\u00e4gt und mit 5.570 Hektar gr\u00f6\u00dfer als die Fl\u00e4che von Wiens zweitgr\u00f6\u00dftem Bezirk Floridsdorf ist. Etwa die H\u00e4lfte dieses Gr\u00fcnraums wird landwirtschaftlich genutzt. Die \u00fcberwiegend famili\u00e4r gef\u00fchrten landwirtschaftlichen Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Wiener*innen mit regionalen und nachhaltigen Nahrungsmitteln. Auch wenn die Zahl der Einwohner*innen in der Donaustadt stark w\u00e4chst, w\u00fcnsche ich mir, dass wir auch in Zukunft auf diese Besonderheit in unserem Bezirk Acht geben und sie f\u00f6rdern und erhalten. Gerade als Lokalpolitikerin sehe ich es als meine Aufgabe, hier einen Rahmen zu schaffen, der ein gedeihliches Nebeneinander von Nahrungsmittelproduzent*innen und Bewohner*innen erm\u00f6glicht. Ein Beispiel f\u00fcr ein solches respektvolles Nebeneinander ist das Asperner \u201eLobauwegerl\u201c, welches zum Gesamtkonzept des Lobau Vorlandes geh\u00f6rt. Spazieren, Radfahren und genie\u00dfen ist hier inmitten einer intakten Landwirtschaft m\u00f6glich. Achtsamkeit und gegenseitiger Respekt sind hier das Gebot der Stunde.  <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffde7c\"><strong>Angenommen, wir w\u00e4ren morgen im Jahr 2030 \u2013 was w\u00fcrdet ihr euch f\u00fcr Wien im Nachhaltigkeits- und Lebensmittelbereich w\u00fcnschen? Was hat sich ver\u00e4ndert? Und: von welchem Obststadt-Baum w\u00fcrdet ihr Fr\u00fcchte pfl\u00fccken?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Josef Taucher: <\/strong>Ich ziehe die letzte Frage vor und entscheide mich f\u00fcr den \u201eKronprinz Rudolf\u201c Apfelbaum. Er z\u00e4hlt zu den selteneren Sorten und seine Fr\u00fcchte schmecken einfach wunderbar saftig und s\u00fc\u00df.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und zur anderen Frage \u2013 wenn ich an die Zukunft denke, dann denke ich an faire Arbeitsbedingungen, an Green Jobs, die im Jahr 2030 eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein sollten, an regionale autarke Versorgung mit frischem Obst und Gem\u00fcse. Das Bewusstsein der Menschen f\u00fcr Nachhaltigkeit ist im Jahr 2030 soweit gesch\u00e4rft, dass sie sorgf\u00e4ltig mit Lebensmitteln umgehen und Lebensmittelabf\u00e4lle weitgehend vermeiden. Das Essen auf dem Tisch der Wienerinnen und Wiener stammt aus nachhaltiger, regionaler Produktion, ist gesund und geschmackvoll und besteht zu einem Gro\u00dfteil aus Gem\u00fcse, der Fleischkonsum hat abgenommen. Anders gesagt: wir leben 2030 in einem noch lebenswerteren und nachhaltigeren Wien, in dem es den Menschen gut geht, inmitten einer wunderbaren Stadtnatur. Gutes Essen und bewusste Ern\u00e4hrung geh\u00f6ren zu guten Leben f\u00fcr alle in Wien nat\u00fcrlich dazu.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Cornelia Trinko: <\/strong>Auch meine Vision f\u00fcr das Jahr 2030 beinhaltet ein hohes Bewusstsein der Menschen f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion wie auch f\u00fcr deren Konsum. Die Wienerinnen und Wiener der Zukunft legen Wert auf regionale Produkte und sch\u00e4tzen die Arbeit der Nahrungsmittelproduzent*innen vor Ort. Weite Transportwege werden vermieden, statt exotischer Rarit\u00e4ten landet haupts\u00e4chlich frisches und heimisches Gem\u00fcse auf dem Teller. Der Sinn f\u00fcr Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit ist in allen Lebensbereichen \u2013 vom Arbeiten bis hin zur Freizeit \u2013 gesch\u00e4rft. Gemeinsam haben die Menschen der Zukunft eine lebenswerte und zukunftsfitte Stadt geschaffen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und ganz klar: Ich werde saftige, rote Kirschen pfl\u00fccken. Schon als Kind habe ich die reifen Kirschen f\u00fcr den Kuchen im Garten meiner Gro\u00dfeltern mitten in der Donaustadt selbst gebrockt. Das Rezept hat mir meine Gro\u00dfmutter \u00fcbrigens weitergegeben und mittlerweile backe ich selbst diesen k\u00f6stlichen Kuchen \u2013 nat\u00fcrlich auch nur mit selbst gebrockten Kirschen.  <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ffde7c\"><strong>Herzlichen Dank f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"369\" height=\"631\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/06\/Cover.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1871\" srcset=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/06\/Cover.jpg 369w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/06\/Cover-175x300.jpg 175w, https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2020\/06\/Cover-100x171.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>. . .<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Brosch\u00fcre &#8222;Nahrungsquelle Donaustadt&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p>Link zum <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Download (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.agendadonaustadt.at\/files\/bezirk_22\/2020\/Direktvermarktungsbroschuere%202020\/Nahrungsquelle%20Donaustadt%202020.pdf\" target=\"_blank\">Download<\/a> als PDF<\/p>\n\n\n\n<p>Bestellung der Printausgabe: E-Mail an <strong>info@agendadonaustadt.at<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Link zum <a href=\"https:\/\/www.agendadonaustadt.at\/projekte-detail\/broschuere-nahrungsquelle-donaustadt.html?fbclid=IwAR1m1IJGyp9yqXsMwqJnHltgTyDNlw0bdCiAbmClt6r0mbX1JwHcd0J7eLg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Bericht der Lokalen Agenda 21 Donaustadt (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Bericht der Lokalen Agenda 21 Donaustadt<\/a> \u00fcber die Brosch\u00fcre <\/p>\n\n\n\n<p><!--EndFragment--><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Links und weiterf\u00fchrende Infos:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Lokale Agenda Donaustadt (LA21):<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.agendadonaustadt.at\/home.html\">https:\/\/www.agendadonaustadt.at\/home.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Obststadt Wien \u2013 freies Obst f\u00fcr alle:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/wien.obststadt.at\/\">https:\/\/wien.obststadt.at\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinschaftsg\u00e4rten in Wien:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.garteln-in-wien.at\/gemeinschaftsgaerten-und-nachbarschaftsgaerten\/\">https:\/\/www.garteln-in-wien.at\/gemeinschaftsgaerten-und-nachbarschaftsgaerten\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wildkr\u00e4uter in Wien<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/\u00f6kosozial.at\/wien\/was-wir-tun\/wildkraeuter\/\">https:\/\/<\/a><a href=\"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/was-wir-tun\/wildkraeuter\/\">\u00f6kosozial.at<\/a><a href=\"https:\/\/\u00f6kosozial.at\/wien\/was-wir-tun\/wildkraeuter\/\">\/wien\/was-wir-tun\/wildkraeuter\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wiener Lebensmittelaktionsplan \u2013 Wien isst G.U.T.: <\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.tieranwalt.at\/de\/Wien-isst-GUT.htm\">https:\/\/www.tieranwalt.at\/de\/Wien-isst-GUT.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Initiative Gutes Gewissen &#8211; Guter Geschmack:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/umweltschutz\/gutes-gewissen.html\">https:\/\/www.wien.gv.at\/umweltschutz\/gutes-gewissen.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6kokauf Wien: <\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/umweltschutz\/oekokauf\/\">https:\/\/www.wien.gv.at\/umweltschutz\/oekokauf\/<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/umweltschutz\/oekokauf\/lebensmittel-beschaffung.html\">https:\/\/www.wien.gv.at\/umweltschutz\/oekokauf\/lebensmittel-beschaffung.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Organic Cities Network:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.bioforschung.at\/ma-49-und-bio-forschung-austria-als-mitbegruender-des-organic-cities-network-europe\/\">https:\/\/www.bioforschung.at\/ma-49-und-bio-forschung-austria-als-mitbegruender-des-organic-cities-network-europe\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hashtags<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>#dasist\u00f6kosozial #wienist\u00f6kosozial #wienisst\u00f6kosozial #lebensmittelpunktwien #wienisstgut<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich der Neuauflage der Brosch\u00fcre \u201eNahrungsquelle Donaustadt\u201c durften wir mit Gemeinderat Josef Taucher und Bezirksr\u00e4tin Cornelia Trinko, der Agendabeauftragten der Donaustadt, \u00fcber den Mehrwert regionaler Produkte und lokaler Lebensmittelinitiativen sprechen.<\/p>\n","protected":false},"author":24783,"featured_media":1856,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[35,36,33],"class_list":["post-1854","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lebensmittel-ernaehrung-stadtlandwirtschaft","tag-lebensmittelpunktwien","tag-wienisstgut","tag-wienistoekosozial"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24783"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1854"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4255,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1854\/revisions\/4255"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1856"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}