{"id":554,"date":"2021-05-27T08:30:13","date_gmt":"2021-05-27T06:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/?p=554"},"modified":"2022-11-24T14:23:41","modified_gmt":"2022-11-24T13:23:41","slug":"essen-fuers-gehirn-statt-fuer-die-figur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/essen-fuers-gehirn-statt-fuer-die-figur\/","title":{"rendered":"Essen f\u00fcr&#8217;s Gehirn statt f\u00fcr die Figur"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Schaut man sich Zeitschriften durch oder durchforstet das Internet nach Ern\u00e4hrungstipps, dann geht es meistens um die (bessere) Figur oder um die Gesundheit im Allgemeinen. Dass unser Essen eine direkte Auswirkung auf unser Gehirn hat, liest man hingegen selten. Dr. Manuela Macedonia hat in ihrem Online-Vortrag \u201eIss dich klug\u201c einfach und verst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt, wie sehr das Gehirn von richtiger Ern\u00e4hrung profitiert und wie sehr es die falsche sch\u00e4digt. Eingeladen wurde sie vom \u00d6kosozialen Forum Ober\u00f6sterreich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist nicht egal, was wir essen. Mit jedem Bissen und mit jedem Griff beim Lebensmitteleinkauf entscheiden wir \u00fcber \u00f6kologische, \u00f6konomische und soziale Rahmenbedingungen\u201c, sagt der Obmann des \u00d6kosozialen Forums O\u00d6 Landesrat Max Hiegelsberger. Deshalb bekommen Ern\u00e4hrungsthemen im \u00d6kosozialen Forum nat\u00fcrlich breiten Raum f\u00fcr Diskussion. \u201eDiesmal wollten wir den Blick aber einmal auf uns selbst, auf unseren K\u00f6rper und vor allem auf unseren Geist richten und uns auf die `inneren\u00b4 Werte der Lebensmittel konzentrieren. Was machen Lebensmittel, was machen Lebensmittelinhaltsstoffe mit uns und was tut uns gut?\u201c, so Hiegelsberger. Er hat deshalb die Neurowissenschaftlerin und bekannte Buchautorin (\u201eIss dich klug\u201c) Manuela Macedonia eingeladen, \u00fcbertragen wurde aus dem Paneum, der Wunderkammer des Brotes, in St. Florian.<\/p>\n\n\n\n<p>Hiegelsberger: \u201eGerade beim Thema Ern\u00e4hrung bekommen oft Extrempositionen in die eine oder andere Richtung sehr viel Raum in der Berichterstattung und in der Diskussion in der Bev\u00f6lkerung. Manuela Macedonia gibt nicht eine spezielle Richtung vor, sondern zeigt verschiedene M\u00f6glichkeiten, wie es mit Hausverstand gelingt, das richtige zu essen. Und das mit wissenschaftlich fundierten Fakten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Manuela Macedonia: \u201eIch esse nicht f\u00fcr die Figur, ich esse f\u00fcr\u00b4s Gehirn\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Effizienz unseres Gehirns h\u00e4ngt mit den Lebensmitteln zusammen, die wir zu uns nehmen. Das f\u00e4ngt im Mutterleib an und gilt bis ins hohe Lebensalter\u201c, so Macedonia. Ihre Aussagen sind dabei keine \u201eExpertenmeinung\u201c, sondern mit zahlreichen zitierten Studien alle gut wissenschaftlich belegt (oft anhand von Tierversuchen mit R\u00fcckschl\u00fcssen auf den Menschen sowie durch Beobachtungen und Untersuchungen beim Menschen). Einfach und verst\u00e4ndlich hat sie den etwa 200 Teilnehmern im Online-Vortrag erl\u00e4utert, warum und wie das Gehirn von richtiger Ern\u00e4hrung profitiert und wie sehr es die falsche sch\u00e4digt. Anschaulich erkl\u00e4rte sie die Mechanismen im Gehirn und was bestimmte Lebensmittel ausl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manuela Macedonia ist dabei aber kein Ern\u00e4hrungsapostel, der wie sie sagt \u201efrei von S\u00fcnde ist\u201c und andere bekehren will. Aber sie will aufzeigen, dass man mit Ern\u00e4hrungs-(umstellung) positives bewirken kann. \u201eIch esse nicht f\u00fcr die Figur, ich esse f\u00fcr\u00b4s Gehirn\u201c, sagt die Neurowissenschaftlerin.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eGehen Sie die Ern\u00e4hrung mit Vernunft an, betrachten Sie sie nicht als Dogma. Es geht um eine Balance zwischen Genuss und den eigenen M\u00f6glichkeiten des Essverhaltens.\u201c<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Der Vortrag ist noch bis Donnerstag, 27. Mai, 22:00 Uhr online abrufbar:<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Facebookseite des \u00d6kosozialen Forums O\u00d6: <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/oekosozialesforumooe\">www.facebook.com\/oekosozialesforumooe<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Oder \u00fcber den Zugangslink: <a href=\"https:\/\/www.b-rocks.at\/oekosozialesforum\/\">https:\/\/www.b-rocks.at\/oekosozialesforum\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Auswahl an Aussagen und Inhalten des Vortrages:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Auswirkungen des Essverhaltens auf das Kind im Mutterleib und davor:<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die sogenannte \u201e<strong>westliche Di\u00e4t<\/strong>\u201c (damit bezeichnet man jene Ern\u00e4hrung mit viel Fett, Kohlenhydraten, Zucker, Limonnaden und stark verarbeiteten Lebensmitteln) sch\u00e4digen das Gehirn \u2013 und zwar schon im Mutterleib. Freie Fetts\u00e4uren gelangen ins Blut und k\u00f6nnen die Baupl\u00e4ne des kindlichen Gehirns ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine Folge kann sein, dass Kinder, deren M\u00fctter w\u00e4hrend der Schwangerschaft regelm\u00e4\u00dfig industrielle Fette (zB in Burgern) zu sich nehmen, sp\u00e4ter \u00fcber den eigenen Hunger hinaus essen bzw. sich mit Essen belohnen, weil sie weniger Andockstellen f\u00fcr Dopamin (Gl\u00fccksbotenstoff, wird bei Belohnung aktiviert) haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>Besonders interessant: Auch das Essverhalten des Mannes vor der Zeugung wirkt sich auf die Nachkommen aus. <\/em>&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Im Kindesalter und (viel) sp\u00e4ter:<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zu fette Nahrung kann im Kindesalter ein schlechteres Ged\u00e4chtnis bewirken oder im mittleren Alter die Multitasking-F\u00e4higkeit einschr\u00e4nken. Im sp\u00e4teren Alter kann es Demenz beg\u00fcnstigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da gibt es zB den \u201eToll-Like-Rezeptor 4\u201c (\u201eW\u00e4chter des Immunsystems\u201c): Dieser wird beim Verzehr von Pommes &amp; Co. aktiviert, was bedeutet, dass das Immunsystem mit Abwehrmechanismen besch\u00e4ftigt ist und diese \u201eDauerbesch\u00e4ftigung\u201c das Immunsystem \u00fcberfordert. Kommt dann tats\u00e4chlich eine Bedrohung von au\u00dfen (also zB ein Virus), ist das Immunsystem \u201em\u00fcde\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie tun Ihrem Kind nichts Gutes, wenn Sie ihm Burger und Pommes anbieten\u201c, so Macedonia.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir m\u00fcssen nicht auf Essen verzichten, sondern manches einfach nur ersetzen\u201c, hat die Vortragende auch wertvolle Tipps im Gep\u00e4ck:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wenn man einen Burger will: Brot selber backen, Fleisch beim Fleischhacker (ohne Zusatzstoffe!) holen und braten sowie die Mayo selbst machen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>\u201eGute\u201c bzw. wichtige Lebensmittel:<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Es gibt auch gute Fette, zb Omega 3-Fetts\u00e4uren (enthalten in Raps-, Lein-, Walnuss-, Soja\u00f6l, vielen N\u00fcssen, Spinat oder fettreichen Fischen wie Lachs, Makrele, Sardinen und Thunfisch) und Omega 6-Fetts\u00e4uren (verschiedene \u00d6le \u2013 Maiskeim-, Distel-, Sonnenblumen-, oder K\u00fcrbis\u00f6l).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEssen bzw. verwenden Sie die Dinge, wie sie sind \u2013 also zB den Fisch oder das \u00d6l und nicht das jeweilige Nahrungserg\u00e4nzungsmittel. Denn gewisse Bestandtteile zB von \u00d6l lassen sich isoliert nicht so gut aufnehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kakaobohnen halten das Gehirn fit, weil sie Polyphenole enthalten. Diese haben eine antioxidative Wirkung auf die K\u00f6rperzellen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Auch Rotwein enth\u00e4lt Flavonoide.<\/p>\n\n\n\n<p>Milchs\u00e4urebakterien (enthalten in Milchprodukten) sind wichtig f\u00fcr die \u201eDarm-Gehirn-Achse\u201c. Sie regen die Produktion von Serotonin, dem Botenstoff der Ausgeglichenheit,im Darm an. So haben zB Menschen mit Depressionen zuwenig Serotonin. Antibiotika zerst\u00f6ren Milchs\u00e4urebakterien.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Regionale Lebensmittel:<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Manuela Macedonia gibt zum Schluss Ihres Vortrages auch eine pers\u00f6nliche Empfehlung f\u00fcr regionale Lebensmittel ab:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>weil sie kurze Transportwege haben und somit auch weniger konserviert werden m\u00fcssen (zB Obst und Gem\u00fcse)<\/li><li>weil das \u00f6sterreichische Lebensmittelgesetz ein sehr strenges ist<\/li><li>weil \u00f6sterreichische Produzenten oft ihre Philosophie leben und Mustersch\u00fcler bei Bioprodukten sind<\/li><li>und weil Landwirtschaft auch Landschaftspflege ist und den Tourismus unterst\u00fctzt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4806_bearbeitet-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-557\" \/><figcaption>Vortragende Dr. Manuela Macedonia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-556\" srcset=\"https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-300x200.jpg 300w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-768x512.jpg 768w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-2048x1367.jpg 2048w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-100x67.jpg 100w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-758x506.jpg 758w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/Gruppenfoto-968x646.jpg 968w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption> v.l.n.r: LR Hiegelsberger, DI Pichler, Dr. Macedonia,  Augendopler (Backaldrin)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"949\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-1024x949.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-558\" srcset=\"https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-1024x949.jpg 1024w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-300x278.jpg 300w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-768x712.jpg 768w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-1536x1423.jpg 1536w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-2048x1897.jpg 2048w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-100x93.jpg 100w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-758x702.jpg 758w, https:\/\/oekosozial.at\/oberoesterreich\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/DSC_4782_bearbeitet-968x897.jpg 968w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Obmann LR Max Hiegelsberger bei der Einleitung zum Vortrag<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaut man sich Zeitschriften durch oder durchforstet das Internet nach Ern\u00e4hrungstipps, dann geht es meistens um die (bessere) Figur oder um die Gesundheit im Allgemeinen. 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