Niederösterreich, Staatz

Umfangreiche Regulierungsarbeiten ab Mitte des 19. Jahrhunderts, Intensivierung der Landwirtschaft, Dezimierung der Feuchtwiesen auf nur noch ein Prozent ihrer ursprünglichen Fläche – diese Faktoren haben das Weinviertler Landschaftsbild stark verändert. Auch waldbedeckte Hügel, Auen sowie große Feuchtgebiete in Tälern und entlang von Bächen sind verschwunden – dabei waren diese als Taubildner sogar für ein Drittel aller Niederschläge in der Gegend verantwortlich unddaher besonders wertvoll. Mit den ausgeprägten menschlichen Eingriffen wurde das Gebiet zunehmend trockener und viele seltene Tier- und Pflanzenarten sind mittlerweile verschwunden. Fallende Grundwasserspiegel und die damit verbundene Trockenheit rund um die Stadt Laa einerseits sowie die Hochwasserproblematik in der Stadt andererseits gaben schließlich den Ausschlag für ein pionierhaftes Renaturierungsprojekt. Gemeinsam mit den Gemeinden Staatz, Laa an der Thaya, Fallbach und Gaubitsch wurde ein Landschaftsökologiekonzept erarbeitet, das ein gemeindeübergreifendes Biotopverbundsystem im Laaer Becken, dem „Land um Laa“, vorsah. So wurde ein Gerinne mit 15 Kilometern Länge naturnahe gestaltet, was zur Schaffung neuer und auch zur Vernetzung bereits bestehender Lebensräume für Pflanzen und Tiere beiträgt. Die beteiligten Gemeinden haben der Natur bewusst Flächen zurückgegeben und nebenbei auch den Hochwasserschutz optimiert. Um die Trockenheit in der Region zu reduzieren, wurde die Abflussgeschwindigkeit des Wassers verringert, vorhandene Biotope wurden ausgebaut sowie vernetzt und die Ufer des Gerinnes wurden ausgeweitet und aufgeforstet. So ermöglicht man der Landwirtschaft, die in dieser Region eine große wirtschaftliche Bedeutung hat und besonders unter der Trockenheit leidet, langfristig eine nachhaltige Bewirtschaftung.

Nähere Informationen unter www.staatz.at



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Ein Leitfaden für die grüne Infrastruktur im ländlichen und städtischen Raum