Kudlich-Preise an Ledermüller, Schwarzböck und Schwarzmann verliehen

Landwirtschaft Regionale Entwicklung

Im Rahmen einer Festveranstaltung zeichnete das Ökosoziale Forum am 14. September drei ökosoziale GestalterInnen mit dem Hans-Kudlich-Preis aus. Franz Ledermüller, Rudolf Schwarzböck und Andrea Schwarzmann wurden für ihre umfangreichen Verdienste um die Land- und Forstwirtschaft und um den ländlichen Raum geehrt. Der Präsident des Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf erinnerte an den Grund für die Hans-Kudlich-Preise. Diese werden zum Gedenken an den historischen Antrag Hans Kudlichs zur Aufhebung der Untertänigkeitsverhältnisse der Bäuerinnen und Bauern im Revolutionsjahr 1848 verliehen. „Wir zeichnen herausragende Persönlichkeiten aus, die sich weit über das übliche Maß für die Menschen in der Land- und Forstwirtschaft und im ländlichen Raum eingesetzt haben. Sie haben dazu beigetragen, dass die Land- und Forstwirtschaft ihren Beitrag für die und in der Gesellschaft erfüllt. Die aktuellen Krisen zeigen, dass dies auch künftig immer wichtiger wird“, so Pernkopf. Der Historiker Ernst Bruckmüller zeichnete in seiner Festansprache die Bedeutung Hans Kudlich in seiner Zeit und heute nach und Juryvorsitzende Rektorin Eva Schulev-Steindl erläuterte die Leistungen der PreisträgerInnen.

Die PreisträgerInnen

Rudolf Schwarzböck war sein ganzes Leben politisch für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum tätig: als Gemeinderat, als Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag und zum Österreichischen Nationalrat, als Vorsitzender der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, als Präsident des Europäischen Bauernverbandes COPA etc. Er ist Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und des Goldenen Komturkreuzes des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich. Schwarzböck repräsentierte den klassischen Politikertypus mit durchschlagskräftigem Apparat im Rücken und an der Hand. Stets ein Brückenbauer war es ihm ein Anliegen, Kompromisse zu finden, mit denen die unterschiedlichen Interessengruppen leben konnten. Schwarzböck hat vieles für die Bäuerinnen und Bauern bewegt. Dabei ist er auch persönlich Risiken eingegangen – etwa beim EU-Beitritt 1995. Nach seiner Pensionierung ist Schwarzböck in die Landwirtschaft zurückgegangen und hat seinen Betrieb auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Bis heute ist er Inspiration für junge Bäuerinnen und Bauern.

Franz Ledermüller ist seit 2020 Generaldirektor-Stellvertreter der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen, war von 2002 bis 2019 Generaldirektor der Sozialversicherungsanstalt der Bauern und von 1994 bis 2001 Direktor des Österreichischen Bauernbundes. In den vergangenen 20 Jahren war Ledermüller Ideengeber, Chef-Verhandler und Umsetzer praktisch aller sozialpolitischen Reformprojekte und -maßnahmen, die den bäuerlichen Bereich betreffen. Er hat sich wie wahrscheinlich keine andere aktive Person um die soziale Absicherung der in der Land- und Forstwirtschaft Tätigen verdient gemacht. Sein Ziel war stets, ein faires System der sozialen Integration der Bäuerinnen und Bauern zu schaffen, um die flächen­deckende bäuerliche Land- und Forstwirtschaft auch für die Zukunft abzusichern. Besonders in der schwierigen Phase in den vergangenen Jahren hat Franz Ledermüller unermüdlich die Interessen der Land- und Forstwirtschaft vertreten und sich mit viel Herzblut dafür eingesetzt, eine solide Absicherung der Bäuerinnen und Bauern zu erreichen.

Andrea Schwarzmann ist Abgeordnete zum Vorarlberger Landtag, Kammerrätin der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, Obfrau des Ländlichen Fortbildungsinstituts Vorarlberg und Landesbäuerin. Sie war Mitglied im Leistungsausschuss der Sozialversicherungsanstalt der Bauern und bis 2021 Bundesbäuerin. Andrea Schwarzmann setzt sich stets für die Gleichberechtigung der Frau in der Landwirtschaft ein. Sie kämpft engagiert für die Rechte der Frauen und dafür, dass Frauen gehört werden – sowohl am eigenen Betrieb als auch in der Gesellschaft und auch in der Agrarpolitik. Andrea Schwarzmann zeichnet ihr unermüdlicher Einsatz für die österreichischen Bauernfamilien aus. Zu den vielen Errungenschaften, für die sie sich in ihrer Amtszeit als Bundesbäuerin sowie als Vizepräsidentin im Österreichischen Bauernbund eingesetzt hat, zählen u. a. das Bäuerinnenmanifest und die Charta für eine partnerschaftliche Interessenvertretung. Andrea Schwarzmann hat sich umfangreiche Verdienste für die Bewusstseinsbildung in der Ernährung und vor allem für das verpflichtende Schulfach Ernährungs- und Konsumbildung erworben. Darüber hinaus setzt sie sich entschlossen für eine Verbesserung der Unterstützung für pflegende Angehörige ein.

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Der Hans-Kudlich-Preis wird unterstützt von:

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