{"id":686,"date":"2024-02-07T14:59:50","date_gmt":"2024-02-07T13:59:50","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/?p=686"},"modified":"2024-03-11T15:14:56","modified_gmt":"2024-03-11T14:14:56","slug":"oekosoziales-forum-und-kaerntner-baeuerinnen-fordern-verbot-von-laborfleisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/oekosoziales-forum-und-kaerntner-baeuerinnen-fordern-verbot-von-laborfleisch\/","title":{"rendered":"\u00d6kosoziales Forum und K\u00e4rntner B\u00e4uerinnen fordern Verbot von Laborfleisch"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>K\u00fcnstliches Billig-Fleisch aus dem Ausland bedroht Versorgungssicherheit und heimische Bauern. Appell an K\u00e4rntner Landtag Beschluss gegen Laborfleisch zu fassen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im September 2023 wurde bei der Europ\u00e4ischen Lebensmittelbeh\u00f6rde (EFSA) ein Antrag auf Zulassung von Laborfleisch auf den EU-Binnenmarkt gestellt. Laborfleisch ist damit kein utopisches Zukunftsthema mehr &#8211; eine Entscheidung \u00fcber eine Zulassung auf dem europ\u00e4ischen Binnenmarkt k\u00f6nnte in ein bis zwei Jahren bevorstehen. Vor diesem Hintergrund lud das \u00d6kosoziale Forum K\u00e4rnten gemeinsam mit den K\u00e4rntner B\u00e4uerinnen zur <strong>Diskussionsveranstaltung \u201eFleisch aus dem Labor: Wer ern\u00e4hrt die Welt \u2013 Bauern oder Konzerne?\u201c<\/strong> in das Bildungshaus Schloss Krastowitz. Dass das Thema emotionalisiert zeigt, dass rund 400 Personen der Einladung zur Veranstaltung gefolgt waren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Aleksandra Fuchs vom Austrian Center of Industrial Biotechnology<\/strong> sprach sich in ihren Ausf\u00fchrungen klar f\u00fcr die Einf\u00fchrung von Laborfleisch aus um den wachsenden weltweiten Fleischhunger zu befriedigen. Aus der Sicht der Tierethik sieht <strong>Dr. Christian D\u00fcrnberger von der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t Wien <\/strong>viele offene Fragen die derzeit ungel\u00f6st sind. F\u00fcr ihn geht es prim\u00e4r darum, dass Tiere artgerecht gehalten werden m\u00fcssten. F\u00fcr die Medizin kam <strong>Dr. Dietmar R\u00f6sler von Institut f\u00fcr ganzheitliche Medizin GAMED<\/strong> zu Wort, der darauf hinwies dass es keine Langzeitstudien \u00fcber die gesundheitlichen Auswirkungen von Laborfleisch g\u00e4be. \u00c4hnlich wie bei Convinience-Produkten k\u00f6nnen gesundheitliche Langzeitfolgen aktuell nicht ausgeschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehrheit gegen Laborfleisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der emotional gef\u00fchrten Diskussion zeigte sich, dass das Publikum von den Argumenten der Wissenschaft f\u00fcr die Einf\u00fchrung von Laborfleisch nicht \u00fcberzeugt werden konnte. <strong>\u00dcber<\/strong> <strong>80%<\/strong> sprachen sich in einer Online-Umfrage vor Ort daf\u00fcr aus, dass Laborfleisch in K\u00e4rnten\/\u00d6sterreich verboten werden sollte. Diese Meinung vertreten auch Bernhard Rebernig, Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen Forums, und <strong>Astrid Brunner, Landesb\u00e4uerin und Vizepr\u00e4sidentin der LK K\u00e4rnten<\/strong>. <em>\u201eDie Einf\u00fchrung von Laborfleisch wird zu Preisdruck auf dem Markt f\u00fchren und zuerst jene b\u00e4uerlichen Betriebe aus dem Markt dr\u00e4ngen,<\/em><em><br><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;die unter den h\u00f6chsten Auflagen wirtschaften. Dazu z\u00e4hlen unsere K\u00e4rntner Betriebe. Arbeitspl\u00e4tze in Verarbeitungs- und Handelsbetrieben w\u00fcrden wegfallen, der l\u00e4ndliche Raum w\u00fcrde verarmen, und letztlich w\u00fcrden die Regionen ohne die Pflege der Kulturlandschaft an Attraktivit\u00e4t und Wertsch\u00f6pfung verlieren.\u201c<\/em> so Brunner die darauf hinweist, dass gerade die K\u00e4rntner Landwirtschaft leiden k\u00f6nnte. Immerhin sind rund 70% der Betriebe in K\u00e4rnten auf Grund des hohen Gr\u00fcnlandanteils in der Tierproduktion t\u00e4tig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Laborfleisch: gleicher Irrweg wie Gentechnik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als \u201e<em>Irrweg den man nicht beschreiten sollte<\/em>\u201c bezeichnet <strong>Bernhard Rebernig, Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen Forum K\u00e4rnten,<\/strong> die Einf\u00fchrung von Laborfleisch: <em>\u201eDas Versprechen mit billigem Laborfleisch den Welthunger stillen zu k\u00f6nnen wird sich als nicht erf\u00fcllen. Das sieht man am Beispiel der Gentechnik wo man die gleichen Argumente ins Spiel bei der Einf\u00fchrung ins Spiel gebracht hat. Tatsache ist, dass der Hunger in der Welt damit nicht weniger geworden ist, die internationalen Saatgutkonzerne Profite schreiben und neue Abh\u00e4ngigkeiten geschaffen wurden.\u201c<\/em> warnt Rebernig davor mit Laborfleisch die Versorgungssicherheit aus den H\u00e4nden der b\u00e4uerlichen Betriebe genommen und in die H\u00e4nde internationaler Lebensmittelkonzerne gelegt wird. Auch was den Klimaschutz betrifft, ist Rebernig skeptisch. \u201e<em>Aktuelle Studien zeigen, dass bei der Produktion von Laborfleisch bis zu 25-mal mehr an CO<sub>2<\/sub> freigesetzt werden, als es bei Fleisch aus nat\u00fcrlicher Tierhaltung der Fall ist. Auch wenn in Zukunft nur noch erneuerbare Energie f\u00fcr die Erzeugung verwendet werden soll, frage ich mich woher diese riesigen Energiemengen kommen sollen!\u201c<\/em> gibt Rebernig zu bedenken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verbot wie bei Hormonfleisch und Klonfleisch gefordert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Belastbare Studien \u00fcber die gesundheitlichen Langzeitfolgen von Laborfleisch fehlen. Italien hat nicht zuletzt deshalb vergangenes Jahr als erstes EU-Land sowohl die Produktion, als auch den Import von k\u00fcnstlichem Fleisch mit dem Verweis auf das EU-Vorsorgeprinzip sowie auf das Fehlen klarer europ\u00e4ischer Vorgaben f\u00fcr das Inverkehrbringen von Laborfleisch verboten. Denn w\u00e4hrend in der EU ein Verbot des Inverkehrbringens von homonbehandeltem Fleisch und Fleisch von geklonten Tieren besteht, fehlen diese Regelungen f\u00fcr Laborfleisch. Das \u00d6kosoziale Forum und die K\u00e4rntner B\u00e4uerinnen appellieren daher an den K\u00e4rntner Landtag, dass dieser ebenfalls ein klares Zeichen gegen die Einf\u00fchrung von Laborfleisch setzt. In einem gemeinsamen Brief fordern Brunner und Rebernig die Abgeordneten auf, sich bei der Bundesregierung klar gegen die Einf\u00fchrung von k\u00fcnstlich produziertem Fleisch in Europa auszusprechen. Ein Teilerfolg konnte bereits erreicht werden \u2013 ein entsprechender Antrag wurde bereits in den Landwirtschaftsausschuss des Landtages eingebracht. F\u00fcr beide liegt die Zukunft nicht darin, die Bev\u00f6lkerung mit k\u00fcnstlichem Billig-Fleisch aus dem Ausland satt zu machen. Vielmehr gelte es, weniger Fleisch zu essen, welches hohe Tierwohlstandards erf\u00fcllt und den heimischen b\u00e4uerlichen Betrieben einen fairen Anteil an der Wertsch\u00f6pfung zukommen l\u00e4sst um ihre Existenz langfristig abzusichern. \u201e<em>Das ist der \u00f6kosoziale Weg der Zukunft. Alles andere f\u00fchrt in eine Sackgasse!<\/em>\u201c so Rebernig und Brunner abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstliches Billig-Fleisch aus dem Ausland bedroht Versorgungssicherheit und heimische Bauern. Appell an K\u00e4rntner Landtag Beschluss gegen Laborfleisch zu fassen. Im September 2023 wurde bei der Europ\u00e4ischen Lebensmittelbeh\u00f6rde (EFSA) ein Antrag auf Zulassung von Laborfleisch auf den EU-Binnenmarkt gestellt. Laborfleisch ist damit kein utopisches Zukunftsthema mehr &#8211; eine Entscheidung \u00fcber eine Zulassung auf dem europ\u00e4ischen Binnenmarkt k\u00f6nnte in ein bis zwei &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":688,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,5,6],"tags":[],"class_list":["post-686","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-forderungen","category-presseaussendungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=686"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":687,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686\/revisions\/687"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/media\/688"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}