{"id":682,"date":"2023-10-04T14:31:23","date_gmt":"2023-10-04T12:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/?p=682"},"modified":"2023-10-06T14:31:46","modified_gmt":"2023-10-06T12:31:46","slug":"veranstaltungsnachlese-inflation-klimakrise-wie-schaffen-wird-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/veranstaltungsnachlese-inflation-klimakrise-wie-schaffen-wird-das\/","title":{"rendered":"Veranstaltungsnachlese &#8222;Inflation &amp; Klimakrise: Wie schaffen wird das?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf Einladung des \u00d6kosozialen Forums und Volkswirtschaftlicher Gesellschaft referierte Prof. Christoph Badelt, Pr\u00e4sident des Fiskalrates und Produktivit\u00e4tsrates \u00fcber Handlungsoptionen und L\u00f6sungsans\u00e4tze aus Sicht der \u00f6kosozialen Marktwirtschaft.<\/strong><\/p>\n<p>In seinen Gru\u00dfworten betonte<strong> Landesrat Sebastian Schuschnig, <\/strong>dass die Politik den Auftrag hat, sowohl die drohende Klimakrise als auch die steigenden Schuldenst\u00e4nde f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen in Grenzen zu halten. <strong><em>\u201eEnergiewende, W\u00e4rmewende, Mobilit\u00e4tswende sind die Herausforderungen unserer Zeit. Wir m\u00fcssen diese Investitionen t\u00e4tigen, wir k\u00f6nnen gar nicht anders.\u201c <\/em><\/strong>so Schuschnig, denn die Auswirkungen der Klimakrise und auch die daraus entstehenden Kosten f\u00fcr das Land in Folge von Unwettern waren heuer deutlich zu sp\u00fcren. Dazu k\u00e4men k\u00fcnftige Strafzahlungen aufgrund verfehlter Klimaziele, welche die zuk\u00fcnftigen Generationen belasten w\u00fcrden, wenn jetzt nicht\u00b4s f\u00fcr die Energie- und Klimawende getan werde.<\/p>\n<p>Der <strong>Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen Forums K\u00e4rnten, Bernhard Rebernig<\/strong> betonte in seinen Ausf\u00fchrungen, dass die Diskussion rund um die Energiewende in K\u00e4rnten von viel Angst gepr\u00e4gt sei. Angst, die B\u00f6den zu versiegeln, die Landschaft zu verschandeln und die Natur zu zerst\u00f6ren. <strong>\u201eDie Bedenken des Naturschutzes sind ernst zu nehmen, aber Angst ist angesichts der gewaltigen Herausforderung die der Klimawandel darstellt, ein schlechter Ratgeber!\u201c <\/strong>so Rebernig. Die einzige Angst die man haben m\u00fcsse ist die, dass man sei auf die Frage unserer Kinder und Enkelkinder warum man nicht mehr gegen den Klimawandel getan h\u00e4tte, antworten m\u00fcsste, dass einem Windr\u00e4der und Photovoltaikfl\u00e4chen nicht gefallen h\u00e4tten. Vor diesem Hintergrund spricht sich das \u00d6kosoziale Forum f\u00fcr mehr Tempo bei der Energiewende aus und fordert, dass bei Projektgenehmigungen der Klimaschutz in der Interessensabw\u00e4gung gegen\u00fcber dem Naturschutz st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden muss.<\/p>\n<p>In seinen Ausf\u00fchrungen hob <strong>Prof. Dr. Badelt<\/strong> \u2013 der auch die Leitung des wissenschaftlichen Beirates des \u00d6kosozialen Forums innehat &#8211; hervor, dass letztendlich alle Herausforderungen denen sich die Politik und Gesellschaft stellen m\u00fcssen, drei Dimensionen haben die es bei der Probleml\u00f6sung zu ber\u00fccksichtigen gilt: \u00d6konomie, \u00d6kologie und Soziales. Die Balance zwischen diesen drei Bereichen zu finden, ist das Anliegen der \u00f6kosozialen Marktwirtschaft. Das gilt auch f\u00fcr die Inflation und die Klimakrise. <strong><em>\u201eDamit ist die \u00d6kosoziale Marktwirtschaft aktueller denn je!\u201c<\/em><\/strong> so Badelt.<\/p>\n\n<p><strong>Inflation<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn der Teuerungswelle waren die COVID-bedingten Lieferketten-Probleme und ab Kriegsbeginn die sprunghaft ansteigenden Energiepreise die gro\u00dfen Inflationstreiber. \u00a0Lebensmittelpreise nehmen gegen\u00fcber Dienstleistungen st\u00e4rker ab und z\u00e4hlen nicht mehr zu den Haupttreibern Inflation. Aktuell sind daher vor allem die Dienstleistungen &#8211; und damit v.a. h\u00f6here L\u00f6hne &#8211; relevant f\u00fcr die Inflation.\u00a0<\/p>\n<p>Die Prognose f\u00fcr Gesamtinflation f\u00fcr 2023 liegt bei 7,4%. Aber Inflationsraten sind f\u00fcr Menschen in unterschiedlichen Einkommensgruppen, unterschiedlich hoch &#8211; der Warenkorb der daf\u00fcr herangezogen wird, ist nicht f\u00fcr jeden B\u00fcrger gleicherma\u00dfen relevant. Eine Steigerung der Energiepreise trifft B\u00fcrgern mit geringeren Einkommen auf Grund des geringeren Energieverbrauchs wesentlich weniger als zum Beispiel eine Zunahme von Lebensmittelpreisen. Eine Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel sieht der Badelt skeptisch: <strong><em>\u201eDas ist die undifferenzierte Gie\u00dfkanne, die viel Geld kostet und nie wieder abgeschafft wird\u201c<\/em><\/strong> so der Pr\u00e4sident des Fiskalrates der sich f\u00fcr eine zielgerichtete Unterst\u00fctzung jener Bev\u00f6lkerungsgruppen ausspricht, die am st\u00e4rksten betroffen sind, z.B. durch eine Anhebung der Mindestsicherung. Direkte Preiseingriffe, zum Beispiel in die Energiem\u00e4rkte, m\u00fcssten mit einer hohen Subventionierung der betroffenen Unternehmen erkauft werden.<\/p>\n<p><strong>Klimakrise<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2022 wurde in \u00d6sterreich erstmals eine Senkung der Treibhausgasemissionen verzeichnet, die nicht auf dem R\u00fcckgang des BIP-Wachstums zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Das zeige laut Badelt, dass die von der Bundesregierung gesetzten Ma\u00dfnahmen wirken. Das k\u00f6nne aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass \u00d6sterreich bei den Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu Deutschland, Skandinavien oder den Benelux-Staaten wesentlich weniger Treibhausgase eingespart hat. <strong><em>\u201eDa k\u00f6nnen wir uns nichts vormachen. Wir haben Handlungsbedarf, einen hohen sogar!\u201c<\/em><\/strong><em> r<\/em>es\u00fcmiert Badelt, der darauf hinweist, dass \u00d6sterreich weit von den selbst gesteckten Zielen entfernt ist.<\/p>\n<p>Bundesregierung und Nationalrat sollten daher z\u00fcgig die gesetzlichen Grundlagen zur Erreichung der nationalen und europ\u00e4ischen Klimaziele bis 2030 schaffen, lautet die Empfehlung des Experten. Die Zielsetzungen von Gesetzesmaterien, wie dem Umweltf\u00f6rderungsgesetz, dem Klimaschutzgesetz, dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, dem Erneuerbare-W\u00e4rme-Gesetz, dem Erneuerbares-Gas-Gesetz, dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz oder dem neuen Bundes-Energieeffizienzgesetz 2023 gehen in diese Richtung.<\/p>\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus pl\u00e4diert Badelt f\u00fcr eine Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energiequellen und der Netz-Infrastruktur f\u00fcr Elektrizit\u00e4t sowie zur Speicherung und \u00dcbertragung gr\u00fcner Energietr\u00e4ger. Bund, L\u00e4nder und Gemeinden sollten durch zielgerichtete ordnungsrechtliche Ma\u00dfnahmen und ihr eigenes Verhalten z\u00fcgig der Bodenerosion und Fl\u00e4chenversiegelung begegnen und dabei auch Ma\u00dfnahmen in Betracht ziehen, die die CO<sub>2<\/sub>-Aufnahme der B\u00f6den erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ma\u00dfnahme die auf Grund der schw\u00e4chelnden Bauwirtschaft und der hohen Treibhausgasemissionen im Geb\u00e4udesektor sehr wirksam w\u00e4re: <strong>\u201eEin Holzbau- und Sanierungsoffensive w\u00e4ren ein klassisches und aus meiner Sicht hochvern\u00fcnftiges Beispiel, um umwelt- und Wirtschaftswachstum zusammenzubringen!\u201c<\/strong> so Badelt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Einladung des \u00d6kosozialen Forums und Volkswirtschaftlicher Gesellschaft referierte Prof. Christoph Badelt, Pr\u00e4sident des Fiskalrates und Produktivit\u00e4tsrates \u00fcber Handlungsoptionen und L\u00f6sungsans\u00e4tze aus Sicht der \u00f6kosozialen Marktwirtschaft. In seinen Gru\u00dfworten betonte Landesrat Sebastian Schuschnig, dass die Politik den Auftrag hat, sowohl die drohende Klimakrise als auch die steigenden Schuldenst\u00e4nde f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen in Grenzen zu halten. \u201eEnergiewende, W\u00e4rmewende, Mobilit\u00e4tswende sind die &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":684,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,3],"tags":[],"class_list":["post-682","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachlese","category-veranstaltungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=682"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/682\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":683,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/682\/revisions\/683"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/media\/684"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}