{"id":616,"date":"2022-06-23T10:14:17","date_gmt":"2022-06-23T08:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/?p=616"},"modified":"2022-06-23T10:14:17","modified_gmt":"2022-06-23T08:14:17","slug":"ist-die-kaerntner-kuh-ein-klimakiller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/ist-die-kaerntner-kuh-ein-klimakiller\/","title":{"rendered":"Ist die K\u00e4rntner Kuh ein Klimakiller?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Nein, denn gr\u00fcnlandbasierte F\u00fctterung verschafft K\u00e4rntner Rindern einen Klimabonus. Heimische Rinder haben den geringsten CO2-Fu\u00dfabdruck in Europa.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Die heimische Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten gro\u00dfe Anstrengungen unternommen um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Der Aussto\u00df von klimasch\u00e4dlichen Gasen konnte seit 1990 um rund 14% gesenkt werden, w\u00e4hrend z.B. der Verkehr im gleichen Zeitraum um mehr als 70% zugenommen hat. Trotzdem wird der Landwirtschaft &#8211; und dabei insbesondere der Rinderhaltung &#8211; immer wieder vorgeworfen, ein \u201eKlimakiller\u201c zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00e4rntens Rinderbauern sind Klimaschutz-Europameister<\/strong><br>Wie Studien der EU-Kommission zeigen, geht der Vorwurf ins Leere, denn die heimische Rinderhaltung hat die beste CO2-Bilanz Europas: W\u00e4hrend hierzulande pro kg Rindfleisch rund 14kg Treibhausgas-\u00c4quivalente emittiert werden, liegt der EU-Schnitt um mehr als 50% \u00fcber dem Wert der heimischen Landwirtschaft. Auch bei der Kuhmilch liegt \u00d6sterreich ganz weit vorn im Klimaschutz-Ranking: heimische Milchbauern emittieren um 40% weniger CO2 als ihre Berufskollegen im EU-Durchschnitt. \u201e<em>Die K\u00e4rntner Rinderbauern sind Klimaschutz-Europameister. Die regionale Produktion bringt einen Klimabonus mit sich, weil Transportwege wegfallen und die Rinder hierzulande zu einem gro\u00dfen Teil mit dem Gras der Wiesen und Weiden gef\u00fcttert werden, welches nur \u00fcber diesen Weg f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung nutzbar gemacht werden kann\u201c <\/em>nennt <strong>Landesb\u00e4uerin Astrid Brunner, Vizepr\u00e4sidentin und selber Milchb\u00e4uerin<\/strong> die Hintergr\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rein vegane Ern\u00e4hrung keine L\u00f6sung<br>Univ. Prof. Dr. Wilhelm Windisch, Ordinarius f\u00fcr Tierern\u00e4hrung an der TU M\u00fcnchen<\/strong>, der sich seit vielen Jahren mit der Klimawirksamkeit von Rinderhaltung wissenschaftlich besch\u00e4ftigt, best\u00e4tigt: \u201e<em>Rund 70% der gesamten landwirtschaftlichen Fl\u00e4che in K\u00e4rnten ist Gr\u00fcnland. Rinder k\u00f6nnen dieses Gras in wertvolle Lebensmittel wie Milch und Fleisch umwandeln und tragen damit gleichzeitig ma\u00dfgeblich zum Erhalt der Kulturlandschaft bei. Auf diese Lebensmittel zu verzichten w\u00e4re eine Ressourcenverschwendung und damit kein Beitrag zum Klimaschutz.<\/em>\u201c Der Forderung nach einer rein veganen Landwirtschaft, ohne Tierhaltung erteilt der Experte eine klare Absage: \u201e<em>Um die tierischen Lebensmittel zu kompensieren, m\u00fcsste die vegane Landwirtschaft ihre Produktion verdoppeln. Das hie\u00dfe mehr Einsatz von D\u00fcnge- und Pflanzenschutzmitteln und einen massiven Ausbau der Ackerfl\u00e4che.\u201c <\/em>Dies w\u00fcrde jedoch zus\u00e4tzliche Emissionen nach sich ziehen, denn insbesondere bei der Umwandlung von Gr\u00fcnland in Ackerland gelangen gro\u00dfe Mengen CO2 aus dem Boden die Atmosph\u00e4re.<em> \u201eDamit w\u00fcrden wir dem Klimaschutz einen B\u00e4rendienst erweisen!<\/em>\u201c ist Windisch \u00fcberzeugt. F\u00fcr den Experten liegt der \u201eK\u00f6nigsweg\u201c in einem Gleichgewicht zwischen Pflanzenbau und Tierhaltung: \u201e<em>Zuallererst muss Landwirtschaft m\u00f6glichst viele pflanzliche Lebensmittel hervorbringen. Die dabei anfallenden, f\u00fcr den menschlichen Verzehr nicht geeigneten Nebenprodukte soll ebenso wie das Gr\u00fcnland als Futter f\u00fcr die Nutztiere zur Verf\u00fcgung stehen. Damit ist die Nahrungskonkurrenz zum Menschen ausgeschlossen und es ergibt sich keine zus\u00e4tzliche Wirkung auf Umwelt und Klima.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>M<strong>ythos Methan<\/strong><br>Was die Methan-Emissionen aus der Rinderhaltung betrifft, r\u00e4umt Univ. Prof. Windisch ein, dass Methan zwar 84mal klimawirksamer sei als CO2 &#8211; es d\u00fcrfe aber nicht vergessen werden, dass sich Methan in der Atmosph\u00e4re sehr rasch abbaut. Im Gegensatz dazu wird emittiertes CO2 z.B. aus der Verbrennung von \u00d6l und Gas, in der Atmosph\u00e4re \u00fcber Jahrhunderte kumuliert. \u201e<em>Selbst, wenn wir alle Wiederk\u00e4uer auf der Erde schlachten und uns nur noch rein vegetarisch ern\u00e4hren w\u00fcrden, w\u00e4re der Klimaeffekt nicht mehr als eine kurze Delle in der Entwicklung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen.<\/em>\u201c so Windisch.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>B\u00e4uerliche Kreislaufwirtschaft \u2013 Modell der Zukunft<\/strong><br>F\u00fcr <strong>Bernhard Rebernig, Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen Forums K\u00e4rnten<\/strong> ist damit klar, dass weder eine intensive Tierhaltung die auf Leistungsmaximierung setzt, noch eine rein vegane Ern\u00e4hrung die L\u00f6sung ist: \u201e<em>Das Modell der Zukunft ist eine regionale, b\u00e4uerlich-nachhaltige Landwirtschaft, welche die nat\u00fcrlichen Ressourcen nutzt ohne sie auszubeuten. Die effiziente Nutzung der Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen f\u00fcr die Rinderf\u00fctterung ist dabei ein zentraler Baustein<\/em>.\u201c F\u00fcr die Aufrechterhaltung dieser regionalen und klimafreundlichen Produktion haben die Konsumentinnen und Konsumenten eine wesentliche Mit-Verantwortung: \u201e<em>Wer im Regal bewusst zu heimischen Fleisch und heimischer Milch greift, leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz!<\/em>\u201c ist Rebernig \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"663\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-1024x663.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-617\" srcset=\"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-1024x663.png 1024w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-300x194.png 300w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-768x498.png 768w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-100x65.png 100w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-758x491.png 758w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-968x627.png 968w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen.png 1275w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"626\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg-1024x626.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-618\" srcset=\"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg-1024x626.png 1024w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg-300x183.png 300w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg-768x469.png 768w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg-100x61.png 100w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg-758x463.png 758w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg-968x592.png 968w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Grafik_THG-Emissionen-je-kg.png 1317w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, denn gr\u00fcnlandbasierte F\u00fctterung verschafft K\u00e4rntner Rindern einen Klimabonus. 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