{"id":425,"date":"2019-03-15T20:49:22","date_gmt":"2019-03-15T19:49:22","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/?p=425"},"modified":"2019-03-18T20:55:33","modified_gmt":"2019-03-18T19:55:33","slug":"oekosoziales-forum-fordert-konkrete-massnahmen-gegen-bodenverbrauch-im-raumordnungsgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/oekosoziales-forum-fordert-konkrete-massnahmen-gegen-bodenverbrauch-im-raumordnungsgesetz\/","title":{"rendered":"\u00d6kosoziales Forum fordert konkrete Ma\u00dfnahmen gegen Bodenverbrauch im Raumordnungsgesetz"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:left\">In \u00d6sterreich gingen im <strong>Durchschnitt der letzten 10 Jahre t\u00e4glich rund 20 Hektar (3,3 Hektar in K\u00e4rnten)<\/strong> an landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che durch Verbauung verloren. Das entspricht der Fl\u00e4che von rund <strong>30 Fu\u00dfballfeldern pro Tag (5 Fu\u00dfballfelder in K\u00e4rnten)<\/strong>. Aktuell sind es im <strong>Dreijahresdurchschnitt 11,8 Hektar in \u00d6sterreich (K\u00e4rnten 2,2 Hektar) pro Tag<\/strong>. Angesichts dieser dramatischen Zahlen lud das \u00d6kosoziale Forum K\u00e4rnten gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und dem Gemeindebund am 14. M\u00e4rz zur Diskussionsveranstaltung \u201eWir verlieren den Boden unter den F\u00fc\u00dfen!\u201c in das Eventplateau der Raiffeisen Landesbank ein. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir verbauen unsere Zukunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Gastreferent des Abends, <strong>Dr. Kurt Weinberger<\/strong>, Vorstandsvorsitzender\nder \u00d6sterreichischen Hagelversicherung, der Spezialversicherer in der\nLandwirtschaft f\u00fcr Naturkatastrophen, wies in seinem Impuls-Statement auf den\nnach wie vor viel zu hohen Bodenverbrauch in \u00d6sterreich hin. Im aktuellen\nProgramm der \u00d6sterreichischen Bundesregierung wurde als Zielwert formuliert,\nk\u00fcnftig nur noch 2,5 Hektar pro Tag \u00f6sterreichweit zu verbauen. Auf K\u00e4rnten\nheruntergebrochen bedeutet das eine <strong>maximale\nVerbauung von 0,5 Hektar pro Tag<\/strong>, tats\u00e4chlich werden aber derzeit in\nK\u00e4rnten t\u00e4glich 2,2 Hektar verbaut. \u201eDiese rasante Zerst\u00f6rung unserer B\u00f6den\ndurch Verbauung hat dramatische Folgen. Wir gef\u00e4hrden damit die Versorgung \u00d6sterreichs\nmit heimischen Lebensmitteln und werden als souver\u00e4ner Staat sehr verletzbar. So\nbetr\u00e4gt der Selbstversorgungsgrad bei Getreide mittlerweile nur noch 90 Prozent\nund bei Gem\u00fcse 40 Prozent. &nbsp;Die\nZubetonierung \u00d6sterreichs f\u00fchrt auch zu einer dramatischen Zunahme von\n\u00dcberschwemmungs-, Hochwasser- und D\u00fcrresch\u00e4den\u201c, warnt Weinberger, auch in\nseiner Funktion als Uniratsvorsitzender der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur in\nseinen Ausf\u00fchrungen vor den fatalen Folgen des Bodenverbrauchs. Auf der anderen\nSeite haben wir einen <strong>Leerstand in\n\u00d6sterreich von mehr als 40.000 Hektar<\/strong>. Das entspricht der Fl\u00e4che der Stadt\nWien. Landauf, landab werden aber neue riesige Industriehallen und Geb\u00e4ude \u2013\nmeist ohne vorhandene Infrastruktur (Kanalisation, Stra\u00dfen) \u2013 sowohl in\nSt\u00e4dten, aber auch auf dem Land errichtet. Diese oft \u00fcberdimensionierten\nBauwerke zerst\u00f6ren die l\u00e4ndlich gewachsenen Strukturen und sind ein Schandfleck\nf\u00fcr die Landschaft. \u201eEin <strong>monet\u00e4res\nAnreizsystem f\u00fcr die Revitalisierung der mehr als<\/strong> <strong>40.000 Hektar leerstehenden Immobilien in \u00d6sterreich <\/strong>ist das Gebot\nder Stunde. Eine Revitalisierungsoffensive unter dem Motto \u201aLieber sanieren\nstatt Wiesen und \u00c4cker neu zubetonieren\u2018, schont die Umwelt und schafft tausende\nArbeitspl\u00e4tze\u201c, bringt es Weinberger auf den Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bodenverbrauch reduzieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen\nForums K\u00e4rnten, <strong>DI Mag. Bernhard Rebernig<\/strong>\nforderte in seinen Ausf\u00fchrungen, dass konkrete Ma\u00dfnahmen zur Reduktion des\nBodenverbrauchs im K\u00e4rntner Raumordnungsgesetz, das noch in diesem Jahr\nnovelliert werden soll, festgeschrieben werden m\u00fcssen. Konkret fordert das\n\u00d6kosoziale Forum:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Reduktion des Bodenverbrauchs auf\n0,5 Hektar pro Tag<\/strong> gem\u00e4\u00df Regierungsprogramm des Bundes soll als priorit\u00e4res Ziel im Gesetz festgeschrieben\nwerden.<\/li><li><strong>Verpflichtung f\u00fcr Einkaufszentren\nf\u00fcr eine mehrgeschossige Bauausf\u00fchrung<\/strong>. Parkpl\u00e4tze sollen unter dem\nGeb\u00e4ude oder auf dem Dach errichtet werden m\u00fcssen.<\/li><li><strong>Gesetzliche Selbstverpflichtung\nzur Einf\u00fchrung einer Fl\u00e4chenmanagement-Datenbank<\/strong> als Raumplanungsinstrument, das\nGemeinden dabei unterst\u00fctzt Baul\u00fccken &amp; Leerst\u00e4nde in Ortskernen\ntransparent zu erfassen und darauf aufbauend bestm\u00f6glich zu nutzen, anstatt\nimmer neues Bauland zu widmen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eDass das\nkeine weltfremden Vorschl\u00e4ge sind, zeigt der Blick in die Raumordnungsgesetze\nanderer Bundesl\u00e4nder! Auch K\u00e4rnten braucht ein mutiges Gesetz gegen den\nBodenverbrauch\u201c verweist Rebernig auf gesetzliche Regelungen &nbsp;aus Vorarlberg und Tirol.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Landespolitik stellt Regelungen in Aussicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der\nanschlie\u00dfenden Diskussion an der <strong>Ing. Daniel\nFellner<\/strong>, Landesrat f\u00fcr Raumordnung Gemeindeplanung und\nSchutzwasserwirtschaft und <strong>Martin Gruber<\/strong>,\nLandesrat f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft und Stra\u00dfenbau, als teilnahmen, konnten\nbeide Spitzenpolitiker glaubhaft darlegen, dass die K\u00e4rnten Koalition sich der\nProblematik des Bodenverbrauchs in K\u00e4rnten bewusst sei. Im Entwurf des neuen\nRaumordnungsgesetzes seien entsprechende Ma\u00dfnahmen angedacht um den\nBodenverbrauch in K\u00e4rnten zu reduzieren. Details dazu lie\u00df sich die\nLandespolitik mit Verweis auf die noch laufenden innerkoalition\u00e4ren\nVerhandlungen jedoch noch nicht entlocken. <\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend bedankte sich der Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen Forums K\u00e4rnten bei den Anwesenden f\u00fcr die fachliche Diskussion und appellierte an die politischen Verantwortungstr\u00e4ger mit den Worten des US-Pr\u00e4sidenten Franklin D. Roosevelt, der bereits 1937 gesagt hat \u201eEine Nation die ihre B\u00f6den zerst\u00f6rt, zerst\u00f6rt sich selbst!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fcckfragehinweis: <a href=\"mailto:kaernten@oekosozial.at\">kaernten@oekosozial.at<\/a> oder 0676 \/ 83 555 347<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In \u00d6sterreich gingen im Durchschnitt der letzten 10 Jahre t\u00e4glich rund 20 Hektar (3,3 Hektar in K\u00e4rnten) an landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che durch Verbauung verloren. 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