{"id":388,"date":"2018-10-16T06:13:20","date_gmt":"2018-10-16T04:13:20","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/?p=388"},"modified":"2018-10-16T07:04:41","modified_gmt":"2018-10-16T05:04:41","slug":"welternaehrungstag-2018-was-uns-nicht-schmeckt-hunger-verschwendung-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/welternaehrungstag-2018-was-uns-nicht-schmeckt-hunger-verschwendung-klimawandel\/","title":{"rendered":"Weltern\u00e4hrungstag 2018 &#8211; Was uns nicht schmeckt: Hunger, Verschwendung, Klimawandel!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right\">Klagenfurt, 15. Oktober 2018<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der weltweite Hunger, der Klimawandel und die Lebensmittelverschwendung h\u00e4ngen zusammen. <strong><em>\u201eNach einem jahrelangen R\u00fcckgang der Zahl der Menschen, die weltweit an Hunger leiden, ist die Zahl der Betroffenen zuletzt wieder auf 821 Mio. gestiegen. Zentrale Ursache neben der gestiegenen Anzahl an weltweiten Konflikten, sind vor allem die Auswirkungen des Klimawandels!\u201c<\/em><\/strong> nennt die Leiterin der Caritas Auslandshilfe in K\u00e4rnten, Alexandra Blattnig Gr\u00fcnde f\u00fcr den zunehmenden Hunger. \u00a0\u201eBrennpunkt der Not\u201c ist laut Blattnig dabei Afrika s\u00fcdlich der Sahara, wo die Auswirkungen der klimatischen Ver\u00e4nderungen bereits mehr als die H\u00e4lfte der erwachsenen Bev\u00f6lkerung mit einer mittelschweren bis schweren Nahrungsmittelunsicherheit konfrontieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Klimawandel selbst wird nicht zuletzt durch die Art wie wir uns ern\u00e4hren, angeheizt. Dabei kommt der Lebensmittelverschwendung eine besondere Bedeutung zu, denn laut Studie der FAO sie ist weltweit f\u00fcr 3,3 Gigatonnen CO<sub>2<\/sub> Emissionen verantwortlich <strong><em>\u201eLebensmittelverschwendung ist rechnerisch nach den USA und China der drittgr\u00f6\u00dfte Emittent von Treibhausgasen. Die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist daher nicht nur eine ethische Frage, sondern auch aktiver Klimaschutz!\u201c <\/em><\/strong>meint Bernhard Rebernig vom \u00d6kosozialen Forum K\u00e4rnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der industrialisierten Welt hat die Lebensmittelverschwendung unvorstellbare Ausma\u00dfe angenommen. Elke Oberhauser vom Verein Best of the Rest legt die Zahlen auf den Tisch:<strong><em> \u201eAllein in \u00d6sterreich werden j\u00e4hrlich rund 577.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Umgelegt auf K\u00e4rnten sind das rund 37.500 Tonnen oder knapp 70 kg Essen pro Einwohner und Jahr.\u201c<\/em><\/strong> Eine aktuelle Studie des \u00d6sterreichischen \u00d6kologieinstituts aus dem Jahr 2017 zeigt, dass nur 15% der Abf\u00e4lle in der Lebensmittelproduktion entstehen, jedoch 36% in privaten Haushalten und 30% in der Au\u00dfer-Haus-Verpflegung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Verantwortung des Lebensmittelhandels<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine besondere Verantwortung beim Thema Lebensmittelverschwendung kommt aber dem Lebensmitteleinzelhandel zu. Sein Anteil am Gesamtvolumen der vermeidbaren Abf\u00e4lle erscheint mit 13% auf den ersten Blick gering. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen jedoch j\u00e4hrlich unter anderem 35.600 Tonnen unverkauftes Brot und Geb\u00e4ck entsorgt werden, welches vom Handel an die Lieferanten retourniert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Allein diese Retourwaren sind f\u00fcr weitere 6% des gesamten \u00f6sterreichischen Lebensmittelabfalls verantwortlich. \u201eUnser t\u00e4gliches Brot landet viel zu oft im M\u00fcll. Dieses kranke System der Retourwaren muss abgeschafft werden!\u201c fordert Rebernig der sicher ist, dass KonsumentInnen kurz vor Ladenschluss auch mit einem Kernsortiment an Brot und Geb\u00e4ck zufrieden w\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung auf Landesebene<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00d6sterreich hat es sich gem\u00e4\u00df den Vorgaben der UNO zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelabf\u00e4lle bis 2030 um die H\u00e4lfte zu reduzieren. Gefordert sehen die drei Organisationen aus K\u00e4rnten dabei jedoch auch die Landespolitik. \u201eWir w\u00fcnschen uns einen Landtagsbeschluss, der von der Landesregierung einen Aktionsplan zur Vermeidung von Lebensmittelabf\u00e4llen im Einflussbereich der \u00f6ffentlichen Hand einfordert!\u201c so die Vertreter der drei Organisationen unisono. Als Ansatzpunkte werden in einem gemeinsamen Schreiben an alle im Landtag vertretenden Parteien, vorgeschlagen:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify\">\n<li>Schulungsma\u00dfnahmen gegen Lebensmittelverschwendung von Einkaufs-verantwortlichen und Personal in den K\u00fcchen im Einflussbereich der \u00f6ffentlichen Hand<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung variabler Portionsgr\u00f6\u00dfen in den K\u00fcchen der \u00f6ffentlichen Hand<\/li>\n<li>Bewusstseinsbildung zur Vermeidung von Lebensmittelm\u00fcll im Projekt Gesunde K\u00fcche<\/li>\n<li>Ausbau der Weitergabe von Essens- und Buffetresten an soziale Einrichtungen<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung eines Wettbewerbs zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify\">Dabei sei jedes Kilogramm eingesparter Lebensmittelm\u00fcll bares Geld wert. Geld, das die \u00f6ffentliche Hand im Idealfall f\u00fcr den Kauf heimischer Lebensmittel ausgeben k\u00f6nnte, die sich wiederum durch eine meist wesentlich bessere Klimabilanz auszeichnen. So verursacht z.B. heimisches Rindfleisch nur ein Viertel der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Rindfleisch aus S\u00fcdamerika.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Tipps f\u00fcr Konsumentinnen und Konsumenten<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr Konsumentinnen und Konsumenten haben Oberhauser, Blattnig und Rebernig folgende Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelabf\u00e4llen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li><strong><u>Bewusst Einkaufen:<\/u><\/strong> Eine Einkaufsliste schreiben und bei Gro\u00dfpackungen und Mengenrabatten lieber zweimal nachdenken, ob die Menge wirklich gebraucht wird.<\/li>\n<li><strong><u>Haltbarkeit beachten<\/u><\/strong>: Lebensmittel mit abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum k\u00f6nnen oft noch problemlos konsumiert werden. Zuerst Genie\u00dfbarkeit testen, dann wegwerfen!<\/li>\n<li><strong><u>Kreativ kochen<\/u><\/strong>: Aus Essensresten k\u00f6nnen neue Gerichte kreiert werden. Auch \u00fcberreife Fr\u00fcchte oder altbackenes Brot lassen sich weiterverarbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\">In den \u00f6sterreichischen Haushalten landen j\u00e4hrlich Lebensmittel im Wert von rund 300 Euro im M\u00fcll. Eine Reduktion des Lebensmittelabfalls bedeutet daher auch eine finanzielle Ersparnis. \u201eGeld, das man zum Teil vielleicht f\u00fcr jene Menschen spenden kann, die nicht mal das Notwendigste zum \u00dcberleben haben!\u201c appelliert Alexandra Blattnig abschlie\u00dfend.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><u>R\u00fcckfragehinweis: <\/u><\/strong><\/p>\n<p>\u00d6kosoziales Forum K\u00e4rnten: DI Mag. Bernhard Rebernig, <a href=\"mailto:kaernten@oekosozial.at\">kaernten@oekosozial.at<\/a>, 0676 83 555 347<br \/>\nCaritas K\u00e4rnten: Mag. Alexandra Blattnig, <a href=\"mailto:a.blattnig@caritas-kaernten.at\">a.blattnig@caritas-kaernten.at<\/a>, 664 \u00a0806 48 8125<br \/>\nVerein Best of the Rest: Elke Oberhauser, <a href=\"mailto:elke.oberhauser@bestoftherest.at\">elke.oberhauser@bestoftherest.at<\/a>, 664 49 07 2 98<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klagenfurt, 15. Oktober 2018 &nbsp; Der weltweite Hunger, der Klimawandel und die Lebensmittelverschwendung h\u00e4ngen zusammen. \u201eNach einem jahrelangen R\u00fcckgang der Zahl der Menschen, die weltweit an Hunger leiden, ist die Zahl der Betroffenen zuletzt wieder auf 821 Mio. gestiegen. 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