{"id":313,"date":"2015-11-25T23:47:07","date_gmt":"2015-11-25T22:47:07","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/?p=313"},"modified":"2018-04-07T23:49:15","modified_gmt":"2018-04-07T21:49:15","slug":"land-ohne-aerzte-diskussion-sowie-forderungspapier-des-oesf-kaernten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/land-ohne-aerzte-diskussion-sowie-forderungspapier-des-oesf-kaernten\/","title":{"rendered":"Land ohne \u00c4rzte? &#8211; Diskussion sowie Forderungspapier des \u00d6SF K\u00e4rnten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\"><span style=\"font-size: 14pt\"><strong>\u00d6kosoziales Forum K\u00e4rnten legt Forderungspapier vor \u2013 Politik, \u00c4rztekammer und Krankenkassen sind gefordert!<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">K\u00e4rnten in der doppelten demographischen Falle: immer mehr \u00e4lteren Menschen am Land steht eine Pensionierungswelle bei den \u00c4rzten gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">25. November 2015<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-107 alignleft\" src=\"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/03\/IMG_7261-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/03\/IMG_7261-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/03\/IMG_7261-300x225.jpg 300w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/03\/IMG_7261-768x576.jpg 768w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/03\/IMG_7261-100x75.jpg 100w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/03\/IMG_7261-758x569.jpg 758w, https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/03\/IMG_7261-968x726.jpg 968w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8222;Ohne wohnortnahe medizinische Versorgung stirbt der l\u00e4ndliche Raum. Die Zeit der Worte ist vorbei. Politik, \u00c4rztekammer und Krankenkassen m\u00fcssen jetzt handeln um den drohenden Land\u00e4rztemangel abzuwenden!\u201c fordert der Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen Forums \u00d6R Walfried Wutscher bei der Podiumsdiskussion \u201eLand ohne \u00c4rzte?\u201c zu dem der Verein Gesundheitslandesr\u00e4tin Dr. Beate Prettner (vertreten durch LAbg. Ines Obex-Mischitz), \u00c4rztekammerpr\u00e4sident Dr. Josef Huber, Direktor der K\u00e4rntner Gebietskrankenkasse Dr. Johann Lintner und Land\u00e4rztin Dr. Helene Domej aus St. Michael ob Bleiburg in das Bildungshaus Schloss Krastowitz eingeladen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Unisono war sich das Podium einig, dass eine Schl\u00fcsselfrage gegen den Land\u00e4rztemangel eine Novellierung des Apothekengesetzes sei um die Hausapotheken f\u00fcr die Land\u00e4rzte zu sichern. Obex-Mischitz: \u201eHier ist die Politik gefordert.\u201c Der Pr\u00e4sident der \u00c4rztekammer und der Direktor der Krankenkasse sind sich auch einig dar\u00fcber, dass in den Kassenvertr\u00e4gen in Zukunft verst\u00e4rkt Anreize f\u00fcr Land\u00e4rzte festgeschrieben werden m\u00fcssten. Land\u00e4rztin Helene Domej pl\u00e4diert daf\u00fcr, bei den Reihungskriterien f\u00fcr die Nachbesetzung von Kassenpl\u00e4tzen verst\u00e4rkt auch die Bereitschaft f\u00fcr Nachtdienste und Bereitschaftsdienste aufzunehmen.<br \/>\nDie anwesenden B\u00fcrgermeisterInnen und GmeindevertreterInnen forderten die politischen Zust\u00e4ndigen am Podium auf, endlich beim Apothekengesetz aktiv zu werden. Auch die Prim\u00e4rversorgungszentren wurden von den Anwesenden kritisch beurteilt. \u201eWas bringt der Bergb\u00e4uerin in Heiligenblut ein Prim\u00e4rversorgungszentrum in Spittal?\u201c fasste \u00c4rztekammerpr\u00e4sident Huber die Skepsis des Publikums pr\u00e4gnant zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Abschlie\u00dfend pr\u00e4sentierte Pr\u00e4sident Walfried Wutscher ein 5-Punkte Forderungspapier des \u00d6kosozialen Forums gegen den Land\u00e4rztemangel und f\u00fcr eine gesicherte medizinische Versorgung am Land, das den politischen Vertretern und der \u00c4rztekammer und der Gebietskrankenkasse \u00fcberreicht wurde:<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Einf\u00fchrung und Ausbau einer Erschwerniszulage f\u00fcr Land\u00e4rzte in K\u00e4rnten wie in anderen Bundesl\u00e4ndern (z.B. Steiermark) bereits \u00fcblich.<\/li>\n<li>Ausdehnung der \u00d6ffnungszeiten und M\u00f6glichkeit zur Teilung der Kassenvertr\u00e4ge zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.<\/li>\n<li>\u00c4nderung des \u00c4rztegesetzes im Zusammenhang mit Gruppenpraxen: durch eine flexiblere Ausgestaltung soll die Zusammenarbeit von \u00c4rztinnen m\u00f6glich werden.<\/li>\n<li>St\u00e4rkung der Lehrpraxis: Ausbildungsreform mit verpflichtender, einj\u00e4hriger Lehrpraxis und aufkommensneutrale Sicherstellung der Finanzierung derselben.<\/li>\n<li>St\u00e4rkung der Hausapotheken durch Novellierung des Apothekengesetzes (Erleichterung von Neugr\u00fcndungen, Schutz bei \u00dcbergabe von Ordinationen, Regelung geographischer Sonderf\u00e4lle, etc.)<\/li>\n<\/ol>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Hintergrundinformation:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Dem Land gehen die \u00c4rzte aus!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ein \u00c4rztemangel kommt schleichend auf die l\u00e4ndlichen Regionen K\u00e4rntens zu. Nahezu die H\u00e4lfte der niedergelassenen Land\u00e4rzte geht in den n\u00e4chsten Jahren in Pension. umfassende Ma\u00dfnahmen zum Erhalt der \u00e4rztlichen Versorgung am Land notwendig.<br \/>\nLaut \u00c4rztekammer betreuen derzeit in K\u00e4rntens Landgemeinden ca. zehn \u00c4rzte 20.000 Einwohner. Laut Prognosen w\u00fcrden aber in zehn Jahren nur noch drei Land\u00e4rzte f\u00fcr 20.000 Einwohner zust\u00e4ndig sein. K\u00e4rnten steuert damit in den l\u00e4ndlichen Gebieten leeren Arztpraxen entgegen. Die Alterspyramide bei den \u00c4rzten steht auf dem Kopf und Nachwuchs mit Jung\u00e4rzten ist oft nicht in Sicht. Die \u00c4rztekammer spricht in diesem Zusammenhang bereits von einer Gef\u00e4hrdung der die Gesundheitsversorgung in den l\u00e4ndlichen Gemeinden K\u00e4rntens. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den absehbaren \u00c4rztemangel sind vielschichtig. Einerseits zeichnet sich seit Jahren ein Mangel an Turnus\u00e4rzten ab. Es kommen immer weniger \u00c4rzte von den Universit\u00e4ten nach. Hier wirken die Zugangsbeschr\u00e4nkungen zum Medizinstudium ebenso negativ, wie die Tatsache dass viele Medizinstudenten in \u00d6sterreich aus Deutschland kommen und nach der Ausbildung auch wieder in ihr Heimatland zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Dar\u00fcber hinaus werden die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Land\u00e4rzte immer schwieriger \u2013 und der Job somit unattraktiv. Die Arbeitsbelastung ist hoch und erreicht oft 70 Wochenstunden oder mehr, weil neben den \u00d6ffnungszeiten der Ordination viele Hausbesuche zu absolvieren sind. F\u00fcr Medizinerinnen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur schwer m\u00f6glich, da f\u00fcr freiberufliche Medizinerinnen kein Anspruch auf Karenz oder Wochengeld besteht.<br \/>\nNat\u00fcrlich spielen auch die Einkommensaussichten f\u00fcr Jung\u00e4rzte eine gro\u00dfe Rolle. Mit der derzeitigen Abrechnung pro Patient rechnen sich stark frequentierte Stadt-Praxen mehr als Land-Praxen. Dar\u00fcber hinaus schwelt seit Jahren ein Streit um die F\u00fchrung der Hausapotheke durch die \u00c4rzte, welche eine Zuverdienst-M\u00f6glichkeit darstellt. Seit der Novellierung des Apothekengesetzes im Jahr 2006 ist vorgesehen, dass Jung\u00e4rzte keine Medikamente mehr verkaufen d\u00fcrfen, wenn die n\u00e4chste Apotheke weniger als 6km entfernt ist. Dadurch wird den Jung\u00e4rzten die Perspektive genommen, nach einer \u00dcbernahme die Praxis mit \u00e4hnlichen finanziellen Eink\u00fcnften wie der Vorg\u00e4nger weiter zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\u201eSowohl im Arbeits\u00fcberkeinkommen der Bundesregierung als auch im Regierungsprogramm der K\u00e4rntner Landesregierung wird die dezentrale, wohnortnahe medizinische Versorgung als Ziel definiert. Ma\u00dfnahmen auf Bundes- und Landesebene wurden bisher jedoch kaum gesetzt. Die Politik ist nun rasch gefordert durch geeignete Ma\u00dfnahmen ein \u201eLand\u00e4rzte-Sterben\u201c zu vermeiden\u201c so der Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen Forums K\u00e4rnten \u00d6R Walfried Wutscher. \u201eEine wohnortnahe \u00e4rztliche Versorgung ist Grundlage f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t am Land. Ohne eine fl\u00e4chendeckende medizinische Versorgung wird die Abwanderung beschleunigt und der l\u00e4ndliche Raum weiter ausged\u00fcnnt.\u201c so der Pr\u00e4sident weiter.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left\">R\u00fcckfragehinweis:<br \/>\nDI Mag. Bernhard Rebernig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer \u00d6kosoziales Forum K\u00e4rnten (<a href=\"mailto:kaernten@oekosozial.at\">kaernten@oekosozial.at<\/a>; 0676\/ 83 555 347)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6kosoziales Forum K\u00e4rnten legt Forderungspapier vor \u2013 Politik, \u00c4rztekammer und Krankenkassen sind gefordert! K\u00e4rnten in der doppelten demographischen Falle: immer mehr \u00e4lteren Menschen am Land steht eine Pensionierungswelle bei den \u00c4rzten gegen\u00fcber. 25. November 2015 &#8222;Ohne wohnortnahe medizinische Versorgung stirbt der l\u00e4ndliche Raum. Die Zeit der Worte ist vorbei. 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