{"id":272,"date":"2018-03-28T16:46:56","date_gmt":"2018-03-28T14:46:56","guid":{"rendered":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/?page_id=272"},"modified":"2018-03-28T16:46:56","modified_gmt":"2018-03-28T14:46:56","slug":"positionspapier-oekosoziale-politik-fuer-kaernten-2018-2023","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/oekosozial.at\/kaernten\/positionspapier-oekosoziale-politik-fuer-kaernten-2018-2023\/","title":{"rendered":"Positionspapier &#8222;\u00d6kosoziale Politik f\u00fcr K\u00e4rnten 2018-2023&#8220;"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 14pt;color: #339966\"><strong><u>\u00d6konomie und Wirtschaft<\/u><\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Herausforderung:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">K\u00e4rnten liegt in vielen wirtschaftlichen Vergleichen im \u00f6sterreichischen Schlusslicht. So betr\u00e4gt die Arbeitslosigkeit 10,9% (\u00d6: 9,1%) und die Kaufkraft liegt mit 21.807 EUR\u00a0 unter dem bundesweiten Durchschnitt von 22.597 EUR. Gleichzeitig hat K\u00e4rnten eine enorme Schuldenlast zu tragen. Umgerechnet betr\u00e4gt die Pro-Kopf-Verschuldung 7.434 EUR (\u00d6: 895 EUR). Der Schuldenberg h\u00e4ngt wie ein Damoklesschwert \u00fcber die zuk\u00fcnftigen Generationen unseres Landes. Allein eine Zinssteigerung von 1% w\u00fcrde eine zus\u00e4tzliche Zinsbelastung von rund 40 Mio. EUR pro Jahr bedeuten. In diesem Kontext sollte die Landespolitik den zuk\u00fcnftigen Gestaltungsspielraum durch neue Schulden nicht gef\u00e4hrden. Gleichzeitig braucht es Impulse, um den Wirtschaftssektor in K\u00e4rnten nachhaltig zu beleben, Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen und die Kaufkraft im Land zu steigern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Unsere \u00a0Vorschl\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Keine neuen Schulden<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Vermeidung neuer Schulden (vgl. \u00a715a-Vereinbarung zum \u00d6sterreichischen Stabilit\u00e4tspakt) und konsequenter Abbau der hohen Schuldenquote \u00fcber den Konjunkturzyklus hinaus<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>In Zukunftschancen investieren, nachhaltig Wirtschaftskreisl\u00e4ufe st\u00e4rken<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Neben dem Elektronikcluster K\u00e4rnten als f\u00fchrende Bio-\u00d6konomie-Region positionieren. Erarbeitung einer Bio\u00f6konomie-Strategie in Abstimmung mit dem Regierungsprogramm des Bundes<\/li>\n<li>Weiterentwicklung der Tourismus-Strategie mit Fokus auf nachhaltigen Tourismus Schaffung eines Lehrstuhls f\u00fcr \u201eNachhaltigen Tourismus\u201c an der Universit\u00e4t Klagenfurt<\/li>\n<li>Umsetzung des Bestbieterprinzips statt Billigstbieterprinzips und Einf\u00fchrung nachhaltiger Beschaffungsrichtlinien in der \u00f6ffentlichen Beschaffung<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Lebensqualit\u00e4t statt materiellem Wachstum<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Einf\u00fchrung des \u201eNationalen Wohlfahrts Index\u201c (NWI) als Erg\u00e4nzung zum Bruttoinlandsprodukt zur Messung der Lebensqualit\u00e4t in K\u00e4rnten. Miteinbeziehung \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Indikatoren zur Wohlstandsmessung<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<ol style=\"text-align: justify\" start=\"2\">\n<li><span style=\"font-size: 14pt;color: #339966\"><strong><u>\u00d6kologie und Umwelt<\/u><\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Herausforderung:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Klimawandel stellt auch f\u00fcr K\u00e4rnten die zentrale Herausforderung einer zukunftsf\u00e4higen Umweltpolitik dar. Die Prognosen weisen mit plus 1,6\u00b0C eine doppelt so hohe Klimaerw\u00e4rmung auf, als \u00a0der globale Durchschnitt mit plus 0,8\u00b0C. Die Energiewende muss daher an der Spitze aller umweltpolitischen Aktivit\u00e4ten stehen. Zukunftsorientierter Umweltschutz darf die Energiewende nicht behindern, er muss sie begleiten. \u00a0Einschr\u00e4nkungen bei der Nutzung nat\u00fcrlicher Ressourcen einer \u00a0standortangepassten Land- und Forstwirtschaft und Verhinderung von Projekten (Wind-, Geothermie- und Kleinwasserkraftwerke, Biomasse-Projekte) m\u00fcssen die Ausnahme darstellen und nicht die Regel sein. \u00a0Eine nachhaltige Nutzung des Ressourcenpotenzials sichert die Kulturlandschaft, schafft Arbeitspl\u00e4tze und ist zentraler Baustein f\u00fcr die Energiewende und Positionierung K\u00e4rntens als Vorreiter im Bereich Bio-\u00d6konomie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Unsere Vorschl\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: left\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Koh\u00e4rente Klima- und Umweltschutzstrategie entwickeln<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Konsequente Umsetzung der im Energie- und Mobilit\u00e4tsmasterplan festgeschriebenen Ziele<\/li>\n<li>Klimaschutz als Top-Priorit\u00e4t des Umweltschutzes definieren. \u00dcberzogene Natur-schutzauflagen d\u00fcrfen Klimaschutzprojekte nicht behindern (z.B. Kleinwasserkraft)<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung eines gesetzlichen Verbots der Neuinstallation von \u00d6lheizungen in Altbauten und Neubauten<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: justify\"><strong><span style=\"color: #339966\">Nachhaltige Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen ausbauen<\/span> <\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Schrittweise Schlie\u00dfung der L\u00fccke zwischen Holzzuwachs und Holznutzung bis 2025 durch Erarbeitung einer Nutzungs-Strategie unter Einbindung des Naturschutzes<\/li>\n<li>Holz als Baustoff des 21. Jahrhunderts positionieren: 30% der Neubauten im \u00f6ffentlichen Bereich als Holzbauten ausf\u00fchren<\/li>\n<li>Anteil der Bio-Landwirtschaft in K\u00e4rnten marktangepasst ausbauen<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Bodenverbrauch halbieren, Lebensmittelverschwendung reduzieren<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Reduktion des Bodenverbrauchs von j\u00e4hrlich 0,5% der Agrarfl\u00e4che auf 0,25% bis 2025 durch Erarbeitung einer Bodenschutzstrategie und Einf\u00fchrung einer Fl\u00e4chenmanagement-Datenbank am Beispiel Nieder\u00f6sterreich<\/li>\n<li>Grundsatzbeschluss der Landesregierung zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung und Erarbeitung eines Ma\u00dfnahmenkatalogs f\u00fcr den \u00f6ffentlichen und privaten Bereich (Bewusstseinsbildung, Schulung, etc.)<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<ol style=\"text-align: justify\" start=\"3\">\n<li><span style=\"font-size: 14pt;color: #339966\"><strong><u>Soziales und Gesellschaft<\/u><\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Herausforderung:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Abwanderung und \u00dcberalterung der Gesellschaft sind zentrale Herausforderung f\u00fcr unsere Gesellschaft. T\u00e4glich verlassen 10 K\u00e4rntnerinnen und K\u00e4rntner unser Land. Prognosen gehen davon aus, dass K\u00e4rnten im Jahr 2075 um 9,63% weniger Einwohner haben wird als heute. Die Abwanderung betrifft vor allem junge Menschen, die aufgrund besserer Jobchancen oder Ausbildungsm\u00f6glichkeiten prim\u00e4r aus dem l\u00e4ndlichen Raum abwandern. Mit dem Verlust der Jugend verliert K\u00e4rnten an Ideen, Vitalit\u00e4t und Gestaltungskraft. Setzt sich der derzeitige demographische Wandel ungehindert fort, steigen die Herausforderungen und auch die Kosten f\u00fcr eine wohnortnahe Versorgung der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Unsere Vorschl\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: left\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Die Jugend f\u00f6rdern<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Entwicklung einer attraktiven Zukunftsvision f\u00fcr K\u00e4rnten unter Einbindung der Bev\u00f6lkerung, insbesondere aber der Jugendorganisationen des Landes<\/li>\n<li>Schaffung neuer Bildungsangebote in Zukunftsbereichen wie z.B. der Bio-\u00d6konomie, und nachhaltiger Tourismus. St\u00e4rkung der MINT-F\u00e4cher in der akademischen Ausbildung in K\u00e4rnten (Universit\u00e4t und FH)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Masterplan f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum im Regierungsprogramm verankern<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Absicherung der Basisdienstleistungen am Land \u2013 wohnortnahe medizinische Versorgung, Nahversorgung, Pflege und Kinderbetreuung st\u00e4rken<\/li>\n<li>Sicherung der physischen und digitalen Verkehrs-Infrastruktur, Erarbeitung alternativer Mobilit\u00e4tskonzepte im l\u00e4ndlichen Raum<\/li>\n<li>St\u00e4rkung der Gemeinden durch Einf\u00fchrung eines Solidarit\u00e4tsfonds im Finanzausgleich f\u00fcr besonders von Abwanderung betroffene Gemeinden<\/li>\n<li>Dezentralisierung von Landes-Dienststellen um die Bezirke st\u00e4rken<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;text-align: justify\"><span style=\"color: #339966\"><strong>Das Ehrenamt st\u00e4rken<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify\">Ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten belohnen durch Ber\u00fccksichtigung bei Bewerbungen im \u00f6ffentlichen Dienst (z.B. teilw. Anerkennung von Vordienstzeiten, etc.)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6konomie und Wirtschaft Die Herausforderung: K\u00e4rnten liegt in vielen wirtschaftlichen Vergleichen im \u00f6sterreichischen Schlusslicht. So betr\u00e4gt die Arbeitslosigkeit 10,9% (\u00d6: 9,1%) und die Kaufkraft liegt mit 21.807 EUR\u00a0 unter dem bundesweiten Durchschnitt von 22.597 EUR. Gleichzeitig hat K\u00e4rnten eine enorme Schuldenlast zu tragen. Umgerechnet betr\u00e4gt die Pro-Kopf-Verschuldung 7.434 EUR (\u00d6: 895 EUR). 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