Frauen in der Landwirtschaft

Gesellschaftspolitik

In Österreich ist der Anteil von Frauen als Betriebsleiterinnen in der Landwirtschaft vergleichsweise hoch. Laut Statistik Austria werden rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geführt. Allerdings zeigt sich eine deutliche strukturelle Ungleichheit: Frauen leiten überdurchschnittlich häufig kleinere Betriebe, während größere und flächenstärkere Höfe weiterhin überwiegend von Männern geführt werden.  

Strukturwandel betrifft vor allem Frauen 

Gleichzeitig hat sich die Struktur der österreichischen Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist seit dem Jahr 2000 stark zurückgegangen. Viele geben also auf, aber die, die bleiben werden größer. Da der landwirtschaftliche Strukturwandel vor allem zu einem Rückgang kleiner Familienbetriebe führt, kann dieser Wandel Frauen in der Landwirtschaft in besonderem Maße betreffen. 


International ähnliches Bild  

Frauen besitzen bzw. kontrollieren trotz ihrer wichtigen Rolle in der Landwirtschaft also deutlich weniger landwirtschaftliche Nutzfläche. International zeigt sich ein ähnliches Muster: Weltweit stellen Frauen etwa 38 Prozent der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, besitzen jedoch weniger als 15 Prozent der landwirtschaftlichen Landtitel. 

Der ungleiche Zugang zu Land ist ein zentraler Faktor für wirtschaftliche Chancen, Investitionen und Mitbestimmung im Agrarsektor – und damit ein wichtiges Thema für Gleichstellung in der Landwirtschaft. 


Internationales Jahr der Landwirtin 

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat 2026 zum Internationalen Jahr der Landwirtin erklärt. Ziel ist es, die Rolle der Frauen in der Land- und Forstwirtschaft sichtbar zu machen, strukturelle Ungleichheiten abzubauen und die Gleichstellung von Frauen im Agrarsektor zu fördern.  

Quelle:

  • Statistik Austria
  • BMLUK.at