Nach fast zwei Jahren hat mit Ende April das gemeinsame Projekt vom Ökosozialen Forum und der Tafel Österreich geendet. Ziel der „Isst das jemand?“-Kampagne war es, die Öffentlichkeit für das Ausmaß und die vielfältigen Folgen von Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren und gleichzeitig Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Dialog schafft Lösungen
Zahlen, Daten, Fakten sind für die Aufklärung und als Argumentationsgrundlage unerlässlich, will man Schieflagen aufzeigen. Ein Schwerpunkt des Projekts lag daher in partizipativen Dialogformaten, sowohl mit wichtigen Playern entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette als auch mit allen Österreicherinnen und Österreichern. Im Rahmen interaktiv gestalteter Veranstaltungen in Wien und Innsbruck diskutierten und entwickelten Expert:innen gemeinsam mit dem Publikum Lösungsansätze gegen Lebensmittelverschwendung. „Isst das jemand?“ suchte zudem bei einer ganzen Reihe von Partner-Events das Gespräch mit der Bevölkerung.
Mit “Isst das jemand? Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung” wurden über 100.000 Menschen erreicht. Hans Mayrhofer, Generalsekretär des Ökosozialen Forums Österreich & Europa, sagt dazu: „Die positive Resonanz auf unser Projekt zeigt: Wir haben einen Nerv getroffen. Mit ,Isst das jemand?‘ konnten wir hunderttausende Österreicher:innen erreichen und das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln stärken – ebenso wie für die tägliche Arbeit unserer Landwirt:innen, die maßgeblich zur Ernährungssicherheit beiträgt. Zudem wurde deutlich: Bereits einfache Maßnahmen können eine große Wirkung entfalten. Bewusstseinsbildung ist der erste Schritt hin zu nachhaltiger Veränderung – und wir sind überzeugt, hier einen wesentlichen Beitrag zu leisten.“
Vom Bewusstsein zur Verhaltensänderung
Nichtsdestotrotz gibt es im Bereich Lebensmittelverschwendung noch viel zu tun: Mehr als eine Million Tonnen Lebensmittel landen in Österreich pro Jahr im Müll. Damit werden wertvolle Ressourcen wie Wasser, Boden und Energie, aber auch bares Geld verschwendet. Lebensmittelverschwendung ist zudem für bis zu zehn Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich – und damit ein massives Problem für Umwelt, Klima, Wirtschaft und Gesellschaft. „Es ist ein großer Schritt von der Bewusstseinsbildung zur tatsächlichen Verhaltensänderung. Aber der erste und wichtigste. Im Rahmen von ,Isst das jemand?‘ ist es uns gelungen, viele verschiedene Zielgruppen zu erreichen und von privaten Haushalten über die Landwirtschaft bis hin zu Handel und Gemeinschaftsverpflegung Lösungsansätze zur Sprache zu bringen. Und vor allem konnten wir ins Bewusstsein rufen, dass Lebensmittelverschwendung nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein gesellschaftliches Problem ist. Wenn wir sie reduzieren, schützen wir wertvolle Ressourcen und leisten einen Beitrag für mehr soziale Gerechtigkeit. Mit dieser Erkenntnis schaffen wir die Trendumkehr“, sagt Alexandra Gruber, Geschäftsführerin Die Tafel Österreich.




