Versorgungssicherheit braucht faire Preise, klare Regeln und eine starke Land-,Workshops an der Polytechnische Schule Korneuburg sensibilisiert Jugendliche für gesunde und nachhaltige Ernährung
Korneuburg. „11 Würfel Zucker – so viel steckt in einer Dose Cola.“ Diese Zahl sorgte beim Workshop an der Polytechnischen Schule Korneuburg für staunende Gesichter. Die Schüler:innen setzten sich in einem Workshop des Ökosozialen Forums praxisnah mit ihrer täglichen Ernährung auseinander. Ziel war es, ihnen durch anschauliche und alltagsnahe Beispiele ein besseres Verständnis für Inhaltsstoffe, Konsumgewohnheiten sowie die Auswirkungen ihrer Ernährung auf Gesundheit und Umwelt zu vermitteln.
Besonders eindrücklich waren Vergleiche aus dem unmittelbaren Alltag der Schüler:innen. So wurde der Zusammenhang zwischen Ernährung und Bewegung greifbar: Wer eine Packung Chips isst, müsste rund eine Stunde laufen, um die aufgenommenen Kalorien wieder zu verbrennen. Solche Beispiele sorgten für zahlreiche Aha-Momente und verdeutlichten, wie eng Ernährung und Lebensstil miteinander verknüpft sind. Gleichzeitig richtete sich der Blick auch auf ökologische Aspekte. Wie viele Ressourcen stecken in unseren Lebensmitteln? Die Schüler:innen erfuhren beispielsweise, dass für eine einzelne Avocado rund 200 Liter Wasser benötigt werden, bevor sie im Supermarkt landet.
„Uns ist wichtig, dass unsere Schüler:innen ein Bewusstsein dafür entwickeln, welchen Einfluss Ernährung auf den eigenen Körper und auf die Umwelt hat. Gerade in interaktiven Formaten funktioniert das besonders gut. Wenn man selbst aktiv wird, schätzt und ausprobiert, bleibt das Gelernte nachhaltig im Gedächtnis“, betont Markus Müller, Direktor der Polytechnischen Schule Korneuburg.
Mein Essen – meine Zukunft
In einem weiteren Workshop lernten die Schüler:innen, was Nachhaltigkeit bedeutet und warum bewusste Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Beim gemeinsamen Kochen erfuhren die Jugendlichen mehr über die Herkunft von Lebensmitteln sowie deren richtige Verarbeitung. Sie wurden motiviert selbst zu schneiden, zu kochen und zu probieren. Gemeinsam wurde besprochen, wie Reste sinnvoll verwertet werden können und woran man erkennt, ob Lebensmittel noch genießbar sind. So lernten die Schüler:innen beispielsweise, Lebensmittel mit allen Sinnen zu beurteilen und zu erkennen, dass auch eine schrumpelige Gurke oft noch problemlos genießbar ist. Gemeinsam wurden verschiedenste Zutaten zu schmackhaften Gerichten verarbeitet. Dabei erfuhren die Jugendlichen, warum der bewusste Einsatz regionaler und saisonaler Lebensmittel Klima und Umwelt schonen kann. Den gelungenen Abschluss bildete die gemeinsame Verkostung der selbst zubereiteten Speisen.
Ernährung als gesellschaftliche Herausforderung
Hintergrund der Initiative ist auch die zunehmende gesundheitliche Relevanz des Themas: In Österreich ist bereits jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen im Volksschulalter übergewichtig oder adipös – mit steigender Tendenz, insbesondere in städtischen Regionen. Ernährung ist nicht nur eine Frage individueller Entscheidungen, sondern auch von sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Das Ökosoziales Forum engagiert sich als Teil des FEAST-Konsortiums für die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Herausforderungen und setzt gleichzeitig konkrete Maßnahmen in der Praxis um. Gemeinsam mit der Polytechnischen Schule Korneuburg wird daran gearbeitet, den Schulstandort Windmühlgasse nachhaltig weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei Angebote, die nicht nur gesund und ressourcenschonend sind, sondern auch den Geschmack der Jugendlichen treffen.
Denn langfristige Veränderungen gelingen nur dann, wenn gesunde Ernährung alltagstauglich ist – und vor allem auch schmeckt.
Zum Projekt FEAST
In FEAST arbeiten 37 Partnerorganisationen aus 17 europäischen Ländern zusammen. Von 2022 bis 2027 entwickeln sie Impulse für ein gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem in Europa. Alle Beteiligten (Konsument:innen, Landwirt:innen, Handel) wie auch die öffentliche Hand und die Umwelt sollen gleichermaßen profitieren. Geschmack, kulturelle Traditionen und Fairness stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die praxisnahe Umsetzung der Ergebnisse. Weitere Informationen auf der englisch-sprachigen Website von FEAST.